Paraguay kämpft mit immer größeren Beschlagnahmungen von Marihuana

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Im Laufe einer zehntägigen Operation im Juli haben Paraguays Nationales Anti-Drogen-Sekretariat (Secretaría Nacional Antidrogas - SENAD) und brasilianische Behörden zweihundertsechzig Hektar illegale Marihuanapflanzen in Paraguays nordöstlichem Grenzdepartement Amambay ausgehoben (Foto: Secretaría Nacional Antidrogas de Paraguay)
Datum: 22. Juli 2021
Uhrzeit: 10:34 Uhr
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Eine Reihe großer Beschlagnahmungen von Marihuana in den östlichen Grenzdepartements Paraguays unterstreicht, dass die Region weiterhin eine wichtige Quelle für illegales Marihuana ist, das nach Brasilien geschmuggelt wird. Im Laufe einer zehntägigen Operation im Juli haben Paraguays Nationales Anti-Drogen-Sekretariat (Secretaría Nacional Antidrogas – SENAD) und brasilianische Behörden zweihundertsechzig Hektar illegale Marihuanapflanzen in Paraguays nordöstlichem Grenzdepartement Amambay ausgehoben. Mehr als siebenundvierzig Tonnen Marihuana wurden während der gemeinsamen Operation beschlagnahmt und zerstört, so eine Pressemitteilung der brasilianischen Polizei vom 16. Juli. Eine weitere Beschlagnahmung fand Anfang des Monats statt, als die Polizei fünf Fahrzeuge mit drei Tonnen Marihuana in der Stadt Pedro Juan Caballero im östlichen Grenzgebiet von Amambay abfing. Jedes der Fahrzeuge hatte ein brasilianisches Nummernschild. Am 8. Juli gab die SENAD bekannt, dass ihre Agenten fünfundachtzig Hektar Marihuana im Bezirk Sargento José Félix López im zentralen Departement Concepción zerstört haben. Das Marihuana war für kriminelle Gruppen in Brasilien bestimmt. Am 9. Juli beschlagnahmten die Behörden zwei Tonnen Marihuana und vernichteten zwei Hektar Anbaufläche im Bezirk Bella Vista im südöstlichen Grenzlanddepartment Itapúa.

Die Nachfrage nach Cannabis in Brasilien, wo es ebenfalls zu massiven Beschlagnahmungen gekommen ist, scheint die Produktion in Paraguay anzuheizen – dem größten Produzenten von illegalem Marihuana in Südamerika. Die brasilianischen Behörden verzeichneten im Juli eine Rekordmenge an Marihuana, als die Polizei im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, der an Paraguay grenzt, 36,5 Tonnen Marihuana in der südlichen Gemeinde Deodápolis beschlagnahmte. Insgesamt haben die Behörden des Bundesstaates in diesem Jahr vierhundertzwanzig Tonnen Drogen beschlagnahmt, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2020, als im gleichen Zeitraum etwa dreihundertzwanzig Tonnen sichergestellt wurden. Poröse Grenzen erleichtern die Bewegung von in Paraguay angebautem Marihuana nach Brasilien. Die paraguayische Stadt Pedro Juan Caballero ist ein wichtiger Transitpunkt für Marihuana, das von der brasilianischen Bande „Primeiro Comando da Capital“ (PCC) und anderen großen Drogenhändlern an der paraguayisch-brasilianischen Grenze kontrolliert wird. Das im Grenzdepartement Amambay produzierte Cannabis hat einen ausgesprochen hohen THC-Gehalt, so dass kriminelle Gruppen dort mehr für die Droge verlangen können als in anderen Teilen des Landes.

Die Behörden in Paraguay haben lange versucht, die Marihuanaproduktion durch die Zerstörung der Ernten einzudämmen. Aber in Departements wie Amambay wird die Ausrottung der Ernte oft in kleinem Maßstab durchgeführt und ist für die Behörden zunehmend schwieriger geworden. Auch die Korruption hat diese Bemühungen eingeschränkt. So bleibt die Produktion hoch. Im Jahr 2019 wurden schätzungsweise vierzigtausend Tonnen Cannabis produziert. Gemeinsame Operationen von Paraguay und Brasilien zur Bekämpfung des Marihuana-Anbaus und -Schmuggels in der Region scheinen jedoch einige Wirkung zu zeigen. Die Operationen in Paraguay haben dazu geführt, dass in diesem Jahr bereits viertausend Tonnen Marihuana vom Markt genommen wurden.

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