Teufelsfisch rottet die einheimischen Fische Mexikos aus

teufelsfisch

"Pez Diablo", auch bekannt als Saugwels oder Gemeiner Pleco, ist ein tropischer Fisch aus der Familie der Panzerwelse (Fotos: Conanp/DonMartin)
Datum: 09. August 2021
Uhrzeit: 13:13 Uhr
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Infolge der immer stärkeren Regenfälle in den Tropen etablieren sich mehrere invasive Fischarten in mexikanischen Gewässern. Eine der vielleicht am schwierigsten zu bekämpfenden Arten ist der Teufelsfisch, der in den Flüssen und Dämmen Mexikos infolge extremer Überschwemmungen immer häufiger vorkommt. Der Fisch wurde wegen seiner unglaublichen Anpassungsfähigkeit und der ökologischen Schäden, die er anrichtet, als die „perfekte invasive gebietsfremde Art“ bezeichnet. Nach mehr als zwei Jahrzehnten des Kampfes gegen den Schädling haben die lokalen Behörden die Schlacht noch immer nicht gewonnen. „Pez Diablo“, auch bekannt als Saugwels oder Gemeiner Pleco, ist ein tropischer Fisch aus der Familie der Panzerwelse. Die Heimat dieser Art ist das tropische nordöstliche Südamerika, er kommt im Nordosten von Brasilien, in Guyana und auch in Trinidad und Tobago vor.

Letztes Jahr warnte die Nationale Kommission für Naturschutzgebiete Mexikos die Bevölkerung in den Naturschutzgebieten in Coahuila vor den Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Ankunft des Teufelsfisches erforderlich sind. In freier Wildbahn wird der „Hypostomus plecostomus“ in der Regel vierzig Zentimeter lang und saugt/raspelt Algen aus mexikanischen Wassereinzugsgebieten. Das gleiche Problem wurde in Quintana Roo, im Südosten des Landes, festgestellt. Im Gegensatz zu anderen Fischen hat diese Art keine Schuppen. Stattdessen schützen sie ihren Körper mit Knorpeln und Stacheln, mit denen sie sich gegenseitig und andere Tiere bekämpfen. Sie sind auch dafür bekannt, dass sie besonders aggressive Tiere sind. Durch die globale Klimakrise hat sich ihr natürliches Ökosystem verändert, so dass sie sich Räume gesucht haben, die ihren biologischen Bedürfnissen besser entsprechen.

Gelegentlich nutzen sie die zunehmenden starken Regenfälle und Wirbelstürme, um in Becken und Salzwasserkörper einzudringen. Sie sind nicht nur aggressiv, sondern auch sehr widerstandsfähig, wenn sie das Wasser verlassen: Sie können bis zu vierzehn Stunden außerhalb überleben. Durch Überschwemmungen dringen sie in diese neuen Räume ein und vernichten die einheimischen Arten, auf die sie auf ihrem Weg stoßen. Allein im Bundesstaat Quintana Roo konnten die Behörden in Zusammenarbeit mit Fischern in der Stadt La Unión im Jahr 2020 vierhundert Exemplare des Teufelsfisches fangen, was allerdings nicht genug war. Das Problem besteht darin, dass diese Art, die aus südlicheren Ländern Lateinamerikas stammt, die Ressourcen dieser Ökosysteme ausbeutet und das einstige Gleichgewicht in diesen Systemen stört. Auf diese Weise wirkt sie sich direkt auf die Nahrungskette in mexikanischen Flusseinzugsgebieten und Flüssen aus. Darüber hinaus verfügt der Fisch über eine beeindruckende Anpassungsfähigkeit, die ihn noch widerstandsfähiger gegen seine natürlichen Feinde macht.

Die Bekämpfung dieser invasiven Art stellt für die mexikanischen Behörden nach wie vor ein großes Problem dar. Man hat sie sogar als die „perfekte invasive gebietsfremde Art“ bezeichnet, da ihre Morphologie, Physiologie und ihr Verhalten ihr Potenzial zur Übernahme der Ökosysteme, in denen sie sich ansiedelt, noch verstärken. Heute werden andere Arten, wie zum Beispiel der Tilapia, vom Teufelsfisch gejagt, was ihnen wenig Raum lässt, um wieder eine gesunde Populationen zu bilden.

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