Gewalt in Haiti: Angriff auf Innenminister – Update

krimi

Anführer Jimmy "Barbecue" Cherizier bestätigte seine Verwicklung in die Treibstoffkrise des Landes in einem Auftritt in der Sendung "Boukante Lapawol", in der er den Rücktritt von Interimspremierminister Ariel Henry forderte und betonte, dass "große Opfer erforderlich sind, um die Dinge zu erledigen" Foto: Boukante Lapawol
Datum: 28. Oktober 2021
Uhrzeit: 13:15 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Der haitianische Innenminister Litz Quitel ist am Mittwoch (27.) unverletzt einem Angriff bewaffneter Männer entkommen. Der Minister hatte das Ölterminal Varreaux in Port-au-Prince verlassen, nachdem er an einer Veranstaltung teilgenommen hatte, bei der die Notwendigkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen für die Treibstoffverteilung diskutiert wurde. Quitel wurde von einer Gruppe bewaffneter Männer beschossen, als er die Anlage verließ, die im Rahmen der von der Regierung errichteten Sicherheitsabsperrung für die Verteilung von Treibstoff durch Tankwagen errichtet worden war. Er ist nach Premierminister Ariel Henry der zweite hohe Regierungsbeamte, der in letzter Zeit von bewaffneten Gruppen angegriffen wurde. Vor einem Monat, anlässlich der Unabhängigkeitsfeierlichkeiten des Landes, wurde die Delegation des Regierungschefs von Mitgliedern der G-9-Bande beschossen, einer kriminellen Vereinigung, die sich für die derzeitige Kraftstoff- und Energiekrise des Landes verantwortlich zeigt.

Die Banden kontrollieren die Umgebung von Tankstellen und blockieren Straßen, um die Durchfahrt von Tankwagen zu verhindern. Dies hat zu einer erhöhten Unsicherheit für die Fahrer und zu Treibstoffengpässen geführt, die den Betrieb von wichtigen Sektoren wie Telefongesellschaften, Wasseraufbereitungsanlagen und Gesundheitszentren gefährden. Anführer Jimmy „Barbecue“ Cherizier bestätigte seine Verwicklung in die Treibstoffkrise des Landes in einem Auftritt in der Sendung „Boukante Lapawol“, in der er den Rücktritt von Interimspremierminister Ariel Henry forderte und betonte, dass „große Opfer erforderlich sind, um die Dinge zu erledigen“. „Die von der G-9 und ihrer Umgebung blockierten Gebiete können schwerwiegende Auswirkungen auf die Tätigkeit im Inland haben. Sie müssen bereit sein, Opfer zu bringen, um eine Lösung für dieses Land zu finden, das sich am Rande des Abgrunds befindet“, so Cherizier. Er sagte auch, die Gruppe befinde sich „in einem politischen Kampf“, um Henrys „Unfähigkeit“ in Bezug auf die Unsicherheit im Land und die Ermordung des ehemaligen Präsidenten Jovenel Moise zu demonstrieren.

„Sobald Ariel Henry aus dem Amt ausscheidet, sind wir bereit, mit dem Staat zu sprechen, um eine Lösung für die Situation zu finden. Die Mitglieder der G-9 sind bereit, sich an der Stabilität, der Sicherheit und der Entwicklung unseres Landes zu beteiligen“, fügte „Barbecue“ hinzu, der vor seiner Zeit als Bandenchef Polizist war. In der Zwischenzeit haben die Gewerkschaften des Transportsektors mit einem Streik eine totale Blockade der Aktivitäten im Land aufrechterhalten, um die Unsicherheit aufgrund der Anwesenheit bewaffneter Banden anzuprangern und um Treibstoff zu fordern. Die haitianische Regierung hat sich nicht zu der Krise geäußert, die in verschiedenen Bereichen, darunter auch im Gesundheitswesen, zu einer Notlage geführt hat. Der vorläufige UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Haiti, Pierre Honnorat, warnte, dass bei anhaltendem Treibstoffmangel in den Krankenhäusern „wahrscheinlich Menschenleben verloren gehen werden“.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) warnte, dass mindestens dreihundert Kinder, fünfundvierzig Schwangere und siebzig kritische Patienten nicht mehr versorgt werden können, weil zwei Krankenhäuser in Port-au-Prince wegen der aktuellen Krise zusammengebrochen sind.

Update

Der Präsident des haitianischen Senats, Joseph Lambert, hat den Rücktritt des Premierministers des Landes beantragt, der „das Vertrauen des Landes verloren und keine Ergebnisse vorgelegt hat“, um „die Autorität des Landes wiederherzustellen“.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2021 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!