Cholera-Ausbruch: Mindestens sieben Tote in Haiti – Update

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Das überraschende Wiederauftreten der Krankheit kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem das Land durch eine Blockade gelähmt ist, die zu Engpässen bei Treibstoff und sauberem Trinkwasser geführt hat (Foto: Logan Abassi UN/MINUSTAH)
Datum: 03. Oktober 2022
Uhrzeit: 07:28 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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In Haiti sind am Sonntag (2.) mindestens sieben Menschen an Cholera gestorben. Das überraschende Wiederauftreten der Krankheit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land durch eine Blockade gelähmt ist, die zu Engpässen bei Treibstoff und sauberem Trinkwasser geführt hat. Bei einem Ausbruch der Krankheit im Jahr 2010, für den eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen verantwortlich gemacht wurde, starben rund zehntausend Menschen. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation erklärte im Jahr 2020, dass es in Haiti seit einem Jahr keine bestätigten Cholerafälle mehr gab. „Nach den uns vorliegenden Informationen liegt die Zahl der Todesfälle bei sieben bis acht“, erklärte die Generaldirektorin des Gesundheitsministeriums, Laure Adrien, auf einer Pressekonferenz und fügte hinzu, dass die Behörden Schwierigkeiten hätten, Informationen von den Krankenhäusern zu erhalten. Das Gesundheitsministerium bestätigte zuvor einen Fall in der Region Port-au-Prince und Verdachtsfälle in der Stadt Cite Soleil außerhalb der Hauptstadt, die im Juli Schauplatz heftiger Bandenkriege war.

Seit letztem Monat blockieren Banden den wichtigsten Treibstoffhafen des Landes aus Protest gegen die im letzten Monat angekündigte Erhöhung der Treibstoffpreise. Viele Krankenhäuser im Nachbarland der Dominikanischen Republik haben ihren Betrieb deshalb eingestellt oder reduziert, weil es an Treibstoff für die Generatoren fehlt. Die „Caribbean Bottling Company“, ein wichtiger Anbieter von abgefülltem Wasser, teilte am Sonntag mit, dass sie die Produktion und den Vertrieb von Wasser nicht mehr fortsetzen könne, weil ihr der für ihre Lieferkette wichtige Dieselkraftstoff ausgegangen sei.

Update, 6. Oktober

Der haitianische Premierminister Ariel Henry rief am Mittwoch die internationale Gemeinschaft auf, dem Karibikstaat zu helfen, da die Blockade eines wichtigen Tanklagers durch Banden zu einer weit verbreiteten Verknappung von Gütern, einschließlich Trinkwasser, geführt hat. Die Behörden bestätigten am Wochenende den Ausbruch der Cholera, die in der Regel durch verunreinigtes Wasser übertragen wird.

„Ich bitte die gesamte internationale Gemeinschaft, alle Länder, die mit Haiti befreundet sind, sich an unsere Seite zu stellen und uns bei der Bekämpfung dieser humanitären Krise zu helfen“, sagte Henry in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache.

„Wir wollen, dass Trinkwasser und Medikamente die Kranken erreichen, wenn die Cholera zurückkehrt und dass die Fabriken, die Trinkwasser produzieren, wieder in Betrieb gehen. Wir brauchen Ärzte und Krankenschwestern …, um die Krankenhäuser zu erreichen“.

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