Chilenische Regierung diskutiert Gesetz zur Einführung von Bitcoin

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Mehr als vierzig Prozent des Konsums der Haushalte werden über Kreditkarten oder ähnliche Systeme sowie digitale Überweisungen abgewickelt (Foto: bcentral)
Datum: 04. Dezember 2021
Uhrzeit: 14:39 Uhr
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Autor: Redaktion
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Anfang November hat der chilenische Abgeordnete Karim Bianchi einen Vorschlag vorgelegt, der darauf abzielt, die Verwendung von Bitcoin, dem größten dezentralen Währungsnetzwerk der Welt, als legales Zahlungsmittel im südamerikanischen Land anzuerkennen und zu regeln. Letzte Woche hat der Kongress Bianchis Initiative zur Diskussion im Ausschuss für Wirtschaft und Entwicklung angenommen. Die Rechtsvorschriften sind recht knapp gehalten. Mit nur vier Artikeln zielt es im Wesentlichen darauf ab, Bitcoin als Zahlungsmittel zu regulieren, das „in jeder Transaktion und in jeder Eigenschaft, die private natürliche oder juristische Personen benötigen, gültig ist“.

Es erkennt nicht nur Bitcoin als gültiges Zahlungsmittel an, sondern erlaubt auch, dass die Preise im Land in der Kryptowährung ausgedrückt werden. Gleichzeitig wird vorgeschrieben, auch in chilenischen Pesos zahlen zu können. Der Vorschlag zielt darauf ab, die Debatte über Bitcoin auf makroökonomischer Ebene zu vertiefen. So ist die Tatsache, dass Chile eine solche Regulierungsmaßnahme in Erwägung zieht, von Bedeutung, zumal das Land derzeit über eine neue Verfassung diskutiert. Die politischen und finanziellen Bedingungen des Landes unterscheiden sich jedoch stark von denen anderer Länder in der Region, die sich angesichts ihrer schwachen Wirtschaft und Währungen nun den besten Kryptowährungen zugewandt haben.

Das von einem korrupten und kriminellen Regime ausgeplünderte Venezuela hat die höchste Inflationsrate der Welt. Argentinien ist die zweitschlechteste Volkswirtschaft in der Region und El Salvador, das Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt hat, verfügt über keine eigene Fiat-Währung und hat einen hohen Bedarf an internationalen Überweisungen. Chile hat eine ziemlich stabile Wirtschaft mit anerkannten Finanzinstitutionen und einer Inflation innerhalb normaler Parameter, so dass es keinen großen Bedarf für Bitcoin als finanziellen Zufluchtsort und nicht als reines Spekulationsobjekt geben würde. Experten schließen die Möglichkeit aus, dass Bitcoin in Chile zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt werden könnte und argumentieren, dass das Land wahrscheinlich einem Modell wie Japan folgen würde, wo Bitcoin-Zahlungen legal akzeptiert werden, aber nicht viel darüber hinaus – zumindest nicht im Moment.

Inzwischen erwägt die chilenische Regierung auch die Ausgabe einer eigenen digitalen Zentralbankwährung (CBDC), die im Wesentlichen eine digitale Version des chilenischen Peso ist. Ende September setzte die chilenische Zentralbank ein Team ein, das ab 2022 an einer eigenen digitalen Währung arbeiten soll. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Kryptowährung ist ein „CBDC“ das digitale Äquivalent einer herkömmlichen Fiat-Währung, nur mit noch weniger Datenschutz und Sicherheit. Die CBDC-Initiative wird wahrscheinlich mehr politische Unterstützung finden als der Vorschlag zur Regulierung von Bitcoin.

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