Perus Suppenküchen haben mit der Inflation zu kämpfen

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Die Inflation in Peru ist so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr und wirkt sich stärker auf die Lebensmittelpreise als auf andere Waren aus (Foto: AlexProimos)
Datum: 17. April 2022
Uhrzeit: 14:09 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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In den hügeligen Armenvierteln der peruanischen Hauptstadt Lima versorgen Suppenküchen einige der ärmsten Menschen des Landes kostenlos mit Essen. In letzter Zeit mussten sie jedoch Proteine wie Fleisch stark einschränken, da die Kosten für Lebensmittel gestiegen sind. Jetzt sagen die Mitarbeiter der Suppenküchen den Bedürftigen, dass sie in der Hühnersuppe kein Huhn finden werden. „Für uns als Suppenküchen hat das Huhn aufgehört zu existieren“, erklärte Jenifer Mondalgo, Vorsitzende einer Suppenküchengruppe in der Region Pamplona Alta. „Der Preisanstieg ist enorm.“ Suppenküchen geben Mahlzeiten an Bedürftige aus. Das Essen ist entweder kostenlos oder wird zu einem sehr niedrigen Preis angeboten. Doch der Krieg in der Ukraine hat die Versorgung mit Düngemitteln und Lebensmitteln unterbrochen und eine horrende Inflation ausgelöst.

Jahrelang haben die Suppenküchen in Lima das Mittagessen für umgerechnet etwa 27 Cent angeboten. Doch nun sahen sich die Verantwortlichen der Gemeinden gezwungen, den Preis auf knapp 50 Cent anzuheben. Mitarbeiter dieser Gemeinschaftsküchen suchen nach kostenlosen Knochen, Häuten oder anderen Teilen, um wenigstens ein wenig tierisches Eiweiß anbieten zu können. In dem Armenviertel von Pamplona Alta suchen die Menschen sogar im Müll nach Lebensmitteln. Nach Angaben der peruanischen Regierung ist der Preis für Pflanzenöl im vergangenen Jahr um fünfzig Prozent gestiegen. Das hat arme Peruaner dazu gezwungen, andere Quellen für Speiseöl zu finden. Einige verwenden tierische Fette, die von früheren Mahlzeiten übrig geblieben sind.

Die Inflation in Peru ist so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr und wirkt sich stärker auf die Lebensmittelpreise als auf andere Waren aus. Die hohen Preise haben bereits zu landesweiten Protesten geführt, die die Regierung veranlasst haben, nach Wegen zur Kostensenkung zu suchen. Der peruanische Präsident Pedro Castillo hat die Verkaufssteuer auf einige Lebensmittel gesenkt, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Im südamerikanischen Land wurde außerdem der Mindestlohn um zehn Prozent erhöht und angeboten, die Kosten für Kochgas für die Armen zu übernehmen. Früher waren Dinge wie Gemüse und Kartoffeln billig – jetzt sind sie super teuer. Kürzlich gab es in einer Suppenküche in Pamplona Alta Reis und Gemüse mit einem immer selteneren Leckerbissen: Hühnersuppe. Die Hühnerknochen stammten von einer Spende, die auf dem Markt abgegeben wurde.

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