Brasilien: Sicherstellung einer Rekordmenge an Kokain erwartet

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Die brasilianische Bundespolizei "Polícia Federal" hat in diesem Jahr bisher zweiundsiebzig Tonnen Kokain im südamerikanischen Land beschlagnahmt (Foto: © Programa VIGIA/Ministério da Justiça e Segurança Pública)
Datum: 10. Oktober 2022
Uhrzeit: 06:35 Uhr
Ressorts: Brasilien, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die brasilianische Bundespolizei „Polícia Federal“ hat in diesem Jahr bisher zweiundsiebzig Tonnen Kokain im südamerikanischen Land beschlagnahmt. Der Bundesbeauftragte Fabrício Martins von der Generalkoordination für die Bekämpfung von Drogen, Waffen, Eigentumsdelikten und kriminellen Vereinigungen glaubt, dass in diesem Jahr ein Rekord bei der Beschlagnahmung der Substanz erreicht wird. Der noch bestehende Rekord wurde 2019 aufgestellt, als einhundertvier Tonnen Kokain beschlagnahmt wurden. In den Jahren 2020 und 2021 lag die Zahl bei rund neunzig Tonnen. Der Sicherstellung umfasst alle Beschlagnahmungen durch die föderale Polizei und andere Behörden (wie die föderale Steuerbehörde und die föderale Autobahnpolizei), die das Rauschgift eingesammelt und an die föderale Polizei geliefert haben.

Martins weist jedoch darauf hin, dass der Kampf gegen den illegalen Handel nicht nur durch die Beschlagnahme von Drogen erfolgen sollte. „Ist die Beschlagnahme von Drogen an sich effizient? Nein. Im Rahmen der Verluste der kriminellen Organisationen wird bereits berechnet, wie viel sie durch die Beschlagnahmungen verlieren werden. Die Kartelle werden weiterhin Gewinne machen und diese Gewinne sind sehr hoch“, argumentierte er und wies darauf hin, dass die föderale Polizei seit 2012 einen anderen Ansatz verfolgt: die Dekapitalisierung von Menschenhändlern und ihren Organisationen. „Die Beschlagnahmungen beseitigen einen finanziellen Aktivposten [der Bande] und zeigen auch, dass das Geld [der Drogenhändler] aus Drogen stammt. Von dort aus können wir die Vermögenswerte beschlagnahmen“, sagte er. Nach Angaben der Bundespolizei wurden in den vergangenen drei Jahren im Rahmen von Operationen wie „Enterprise“ und „Rei do Crime“ Vermögenswerte in Höhe von rund sechshundert Millionen US-Dollar von Drogenhändlern beschlagnahmt.

„Heutzutage kann man keine Ermittlungen zum Drogenhandel durchführen, ohne auch die Geldwäsche zu untersuchen. Wir führen Steuer-, Bank- und Vermögensanalysen durch. So können wir die Sperrung von Konten und die Beschlagnahmung von Vermögenswerten beantragen. Wenn man die Vermögenswerte wegnimmt, hat die kriminelle Struktur keine Handlungsmöglichkeit mehr. Wir versuchen, die Organisation durch Dekapitalisierung zu demontieren“, erklärte er. Martins wies auch darauf hin, dass Brasilien an die drei größten Kokainproduzenten der Welt (Kolumbien, Peru und Bolivien) grenzt und mehr als fünfzehntausend Kilometer Landgrenze mit seinen südamerikanischen Nachbarn hat (einschließlich der Produzenten und Paraguay, das als sogenannte Lagerstätte fungiert). Daher ist Brasilien nicht nur ein Hauptabnehmer der Droge, sondern auch ein wichtiger Transitpunkt für Kokain, das nach Afrika, Europa und Asien gelangt.

Der Export hat sich als sehr lukrativ erwiesen. Ein Kilogramm Kokain wird an der brasilianischen Grenze zu den südamerikanischen Nachbarn für 2.500 US-Dollar gekauft und in den großen Städten des Landes für das Vierfache (10.000 US-Dollar) weiterverkauft. Erreicht die Ladung jedoch Europa, kann sie dreißig bis vierzigtausend Euro einbringen. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) erkennt den Hafen von Santos als einen der wichtigsten Transitpunkte für Kokain in der Welt an. Und die Häfen im Norden und Nordosten wurden als neue Anlaufstellen für den Versand der Droge ins Ausland genannt. „Im Norden des Landes wurden vermehrt Segel- und Fischerboote [zum Transport von Kokain] eingesetzt. Allein auf einem Segelboot wurden sechs Tonnen beschlagnahmt“, so Martins abschließend.

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