Argentinien will der zweitgrößte Lithiumproduzent der Welt werden

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Der argentinische Lithiumbergbau verfügt über 10 Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien (Foto: salaresdejujuy)
Datum: 11. Oktober 2022
Uhrzeit: 05:36 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der argentinische Lithiumbergbau verfügt über 10 Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Diese werden eine schrittweise Steigerung der Produktion auf 262.000 Tonnen pro Jahr ermöglichen und sollen das südamerikanische Land bis 2025 zum zweitgrößten Lieferanten dieses Minerals weltweit machen.
Mit zwei in Betrieb befindlichen Projekten, „Salar de Olaroz“ in Jujuy, das dem australischen Unternehmen „Allkem“ (einem Zusammenschluss von Galaxy Resources und Orocobre) gehört und „Fénix“ in Catamarca, das dem US-Unternehmen „Livent“ gehört, ist Argentinien derzeit der viertgrößte Lithiumproduzent der Welt (LCE), hinter Australien, Chile und China und vor Brasilien und Simbabwe.

Mit voraussichtlich 60.000 Tonnen Lithiumkarbonat, die bis Ende 2022 für den externen Markt bestimmt sind, könnte das Land seine Produktion bis 2025 schrittweise auf 262.000 Tonnen pro Jahr steigern, ein Zeitraum, in dem die Erweiterungen der beiden bereits in Betrieb befindlichen Projekte und der anderen acht im Bau befindlichen Projekte in Betrieb genommen werden sollen. Darüber hinaus gibt es 35 Projekte, die sich in den Stadien der Durchführbarkeit, der Vormachbarkeit, der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung und der fortgeschrittenen Exploration befinden und deren – wenn auch nur teilweiser – Eintritt in den Bau und die Produktion eine exponentielle wirtschaftliche Auswirkung auf die Produktion, die Exporte und die Beschäftigung haben würde.

Die Umfrage der argentinischen Bergbaukammer (CAEM) und des Bergbauministeriums geht auch von einem Preisanstieg aus, der durch politische Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität ausgelöst wird und die Nachfrage nach Batterien erhöht. Lithium ist keine Ware, sondern sein Preis wird in privaten Verträgen festgelegt, in denen Faktoren wie die Reinheit den Verkaufspreis bestimmen. Vor zwei Jahren waren es 7.000 US-Dollar, heute sind es rund 70.000 US-Dollar – ein exponentieller Anstieg, der auch die gestiegenen Logistikkosten einschließt. In Argentinien dauert es aufgrund der Art der vorhandenen Ressourcen nach einer beträchtlichen Zeitspanne der Exploration und der Machbarkeitsstudien zwei bis drei Jahre, bis ein Projekt in Betrieb ist und nach der Aufnahme der Produktion weitere drei Jahre, bis die volle Kapazität erreicht ist. In diesem Zeitplan wird die erste neue Erschließung im Dezember dieses Jahres in Caucharí-Olaroz in Jujuy erwartet, wo der Bau des von der chinesischen Firma „Ganfeng Lithium“ und der US-Firma „Lithium Americas“ durchgeführten Projekts mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 741 Millionen US-Dollar für die Produktion von 40.000 Tonnen LCE voranschreitet.

Mit all diesen Projekten soll die wachsende Nachfrage nach dem Mineral befriedigt werden, vor allem in Asien (China, Japan, Südkorea), dem Hauptverbrauchszentrum, auf das derzeit fast 70 Prozent des gesamten Lithiums entfallen und mehr als 90 Prozent, wenn man nur die für die Herstellung von Batterien verwendeten Mengen betrachtet. Am Ende des ersten Halbjahres dieses Jahres waren 33 Prozent der argentinischen Lithiumproduktion für China, 24 für Japan, 14 für Korea und 7 Prozent für die Vereinigten Staaten bestimmt. Die argentinischen Lithiumexporte waren im Juli und August zum ersten Mal höher als die Silberexporte, so dass das Mineral nach Gold der zweitwichtigste Devisenbringer in diesem Sektor ist. Bei Lithium beliefen sich die Ausfuhren im August auf insgesamt 47,1 Millionen US-Dollar, was einen Zuwachs von 191 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutete und damit einen neuen Rekordwert für den Monat August erreichte. Die Silberausfuhren sind nach Angaben des Bergbauministeriums im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent zurückgegangen.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2022 erreichten die Lithiumverkäufe ins Ausland – die 16 Prozent der gesamten Bergbauexporte ausmachen – 394 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von 211 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Exportwert ist der beste in den ersten acht Monaten eines Jahres und liegt 96 Prozent über dem kumulierten Wert des gleichen Zeitraums im Jahr 2018.

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