Peru verurteilt Staatsstreich in Honduras

peru-staatsstreich honduras

Datum: 10. Dezember 2009
Uhrzeit: 08:16 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

zelayaDie peruanische Regierung verurteilt den Putsch in Honduras, erkennt allerdings die kürzlich stattgefundenen Wahlen und den neu gewählten Präsidenten an.

Anlässlich des bevorstehenden Besuches des Präsidenten von Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva, teilte der peruanische Außenminister José Antonio García Belaúnde mit, dass die Wahlen in Honduras differenziert zu betrachten seien. „Wir verurteilen den Putsch, aber wir akzeptieren den Ausgang der Wahlen. Es gilt zwischen diesen beiden Aspekte zu unterscheiden“, teilte er mit. Belaúnde reagierte damit auf die Forderung des Präsidenten von Venezuela, Hugo Chávez, der anlässlich der Sitzung der Mercosur-Länder die Regierungen von Kolumbien und Peru angesichts der Anerkennung der Wahlen in Honduras heftig kritisiert hatte.

Die vor einer Woche stattgefundenen Präsidentenwahlen stoßen international auf Ablehnung. Außer den USA, Costa Rica, Kolumbien Peru und Panama wurde das Ergebnis der Wahlen von keinem anderen Staat anerkannt. Brasilien, Venezuela, Uruguay und Argentinien verurteilten die Wahlen als nicht legitim und weigern sich das Ergebnis anzuerkennen. Der für heute geplante Besuch des neuen honduranischen Praesidenten Porfirio Lobo in der Dominikanischen Republik wurde kurzfristig abgesagt.

Gleichzeitig gab Belaúnde bekannt, dass der Besuch des brasilianischen Präsidenten hauptsächlich der Vertiefung und Ausweitung der bestehenden bilateralen Beziehungen dient. Luiz Inácio Lula da Silva wird anlässlich seines Besuches in Lima am Freitag mit seinem peruanischen Amtskollegen Alan Garcia die „Expo Brasil 2009“ in Lima eröffnen.

Derweil hat die Putschregierung in Tegucigalpa keine Genehmigung für eine Ausreise Zelayas erteilt. Der gestürzte Präsident harrt seit dem 21. September in der brasilianischen Botschaft aus und wollte auf Einladung des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón nach Mexiko fliegen. Der Transfer sollte in der gestrigen Nacht zunächst mit einem Diplomatenfahrzeug der US-Botschaft zum Flughafen der honduranischen Hauptstadt erfolgen, wo eine Maschine der mexikanischen Regierung warten wollte. Diese bekam jedoch keine Landeerlaubnis und wartet nun in El Salvador auf weitere Befehle.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2024 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    hafe

    Die Wahlen anzuerkennen ist ja ein Witz! Trotz massiven Druck des Regimes gingen kaum Leute zu der Wahl. Zwar sagte das Putschregime anfangs es hätte eine Beteiligung von über 60% gegeben, aber selbst das Regime hat zugeben müssen, dass die Wahlbeteiligung unter 50% lag. Auch die nicht ganz unabhängigen Beobachter konnten die ersten Zahlen der Putschisten nicht bestätigen.

    http://www.youtube.com/watch?v=1O_0uJqoVtI

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!