Ein unabhängiges Gremium ist von der UN mit der Suche nach der Ursache für den Cholera-Ausbruch in Haiti beauftragt worden. Dies hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am gestrigen Donnerstag bekannt gegeben.
Das vierköpfige internationale Team wird von dem Mexikaner Alejandro Cravioto, Internationales Zentrum für Durchfallerkrankungen in Bangladesch, geleitet. Er wird von Claudio Lanata aus Peru, Daniele Lantagne, Harvard University USA und Balakrish Nair, Institut für Cholera und Darmerkrankungen in Indien, unterstützt. Alle ermittelten Informationen und Daten werden ausgewertet und der Regierung von Haiti vorgelegt.
In Haiti steigt die Zahl neuer Cholera-Opfer weiter an. Nach den jüngsten Zahlen des nationalen Gesundheitsministeriums MSPP (1. Januar 2011) starben bislang landesweit 3.651 Menschen an der bakteriellen Infektion. Die Seuche brach im Oktober vergangenen Jahres in der Nähe eines Stützpunkts von UN-Truppen aus Nepal aus. Beweise dafür, dass Blauhelm-Soldaten die Cholera eingeschleppt haben, gibt es bislang nicht.
In der Dominikanischen Republik sollen die Infektionen über die Neujahrfeiertage auf 148 angestiegen sein. Internationale Experten bezweifeln allerdings die dominikanischen Angaben, da sie ihrer Meinung nach beschönigt werden. Die Behörden der Dominikanischen Republik haben innerhalb von 24 Stunden bis zu 3.000 undokumentierte haitianische Staatsbürger nach Haiti zwangsdeportiert.
Viele von ihnen waren vorher erst durch Schmiergeldzahlungen an die dominikanischen Einwanderungsbehörden in das Land gelangt. Bei den nun Festgenommen wurde nach Angaben von Augenzeugen nicht einmal der Aufenthaltsstatus überprüft. Ebenfalls soll es Misshandlungen und mindestens ein Todesopfer gegeben haben.

Leider kein Kommentar vorhanden!