Ermordeter Student in Venezuela: „Präsident Maduro hat eine rote Linie überquert“

mord

Der 14-jährige Kluiver Ferney Roa Núñezin wurde mit einem Schuss in den Kopf ermordet (Foto: Handout/Internet
Datum: 25. Februar 2015
Uhrzeit: 08:06 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Während Protesten in der Nähe der Katholischen Universität von Táchira (UCAT) ist am Dienstag (24.) der 14-jährige Kluiver Ferney Roa durch einen Schuss in den Kopf getötet worden. Dutzende von Augenzeugen berichten, dass der Schüler von einem Polizisten erschossen wurde. Die Staatsanwaltschaft gab am Dienstagabend (Ortszeit) die Festnahme eines Beamten der Bolivarischen Polizei (PNB) bekannt. Javier Mora Ortiz (23) wird eine Beteiligung am Tod des 14-jährigen in San Cristobal vorgeworfen. Das Regime hat den Soldaten und Polizisten am 27. Januar per Dekret erlaubt, bei einem Einsatz auf Demonstrationen Schusswaffen einzusetzen (Resolution 008610). Sicherheitskräfte können demnach vor Ort und Stelle selbst entscheiden, ob ihr Leben bedroht ist und von der Waffe Gebrauch machen. Der Minderjährige ist das erste Opfer, seit Maduro den Einsatz von Schusswaffen erlaubte. Oppositionspolitikerin María Corina Machado gab am Dienstagabend bekannt, dass der regierende Ex-Busfahrer eine rote Linie überschritten hat. In mehreren Städten kam es am Abend zu Protesten wegen des Todes des Vierzehnjährigen. Jugendliche errichteten brennende Barrikaden und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

„Wir lassen unsere Kinder nicht durch das Regime ermorden. Herr Maduro, Sie haben eine rote Linie überschritten. Wir werden diesen Herrn und sein Regime von der Macht entfernen – nicht mit Gewalt, sondern durch rechtsstaatliche und demokratische Mittel. Es ist unbeschreiblich, was die Menschen in San Cristóbal an Schmerz und Empörung empfinden. Ich wiederhole: Maduro hat die rote Linie überschritten. Und das nicht nur in Bezug auf die Verletzung der Menschenrechte, Folter … Nun, heute sahen wir einen weiteren traurigen Höhepunkt – den Mord an einem Kind“, so Machado.

erik

„Die gleiche venezolanischen Justiz und die gleiche nationale Polizei, die die öffentliche Ordnung wahren sollen, sind für das Töten von Menschen verantwortlich. Wir sind sehr berührt über den Tod unseres Kindes. Alle Studenten/Schüler im Land müssen vorsichtig sein – die venezolanische Polizei schießt um zu töten. Ich habe keine Worte, um diesen Mord zu beschreiben. Mein Sohn war ein unschuldiger Junge, der nicht an der Demonstration teilnahm und sich nach Beendigung des Unterrichts aus Angst unter einem Auto versteckte. Dabei ist er von der Polizei aus nächster Nähe erschossen worden. Kluiver wurde von der venezolanischen Justiz ermordet“, klagt der Vater des Opfers, Erik Roa.

Die Ministerin für Justiz und Inneres, Carmen Meléndez, drückte ihr Bedauern aus und erklärte, der Polizist habe bereits zugegeben, Gummigeschosse auf den Demonstranten abgefeuert zu haben. Der Polizist werde nicht straffrei davonkommen, versprach sie. Dass Kluiver von einem Gummigeschoss getötet wurde, erscheint zweifelhaft. Fotos, die kurz nach der Tat veröffentlicht wurden und agência latinapress vorliegen, zeigen das ganze Ausmaß des Verbrechens. Demnach wurde Kluiver aus nächster Nähe regelrecht abgeknallt. Die hintere Schädeldecke des 14-jährigen war weggerissen, ein großer Teil des Gehirns ausgetreten.

Während des ganzen Tages kam es zu weiteren Protesten in Táchira. Regionale Rundfunksender setzten aus Solidarität mit dem Getöteten ihr Programm aus. Venezuelas Präsident drückte den Eltern von Kluiver sein Beileid aus und verurteilte die Opposition, einen „Kult der Gewalt“ zu schaffen. Demnach füllt die Opposition, die er mit Sekten verglich, „die Seelen der Jugendlichen mit mit Hass und Rache“. Kurz nach seinen „Beileidsbekundungen“ folgte eine Reihe dümmlicher und primitiver Witze, die den wahren Charakter des gelernten Busfahrers bezeugen.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    alexandro

    Mein aufrichtiges Beileid der Familie, dieses Mordopfers von Maduro und Komplizen. Hoffentlich trift die Justitsministerin auch mal ein solches Gummugeschoss

  2. 2
    Martin Bauer

    Venezuelas Regierung besteht nicht aus Politikern, sondern aus einer skrupellos mordenden Drogenbande. Dementsprechend muss man sie beurteilen und behandeln.

  3. 3
    Venezuela

    „Ermordeter Student in Venezuela“

    Warum schreibt ihr nicht, wie es ist?
    estudiante ist nicht nur Student, sondern auch Schüler, also ein Kind
    und so weit ich weiß, war er nicht einmal an einer Manifestation beteiligt, sondern nur in der Nähe

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!