Pleitegeier über Venezuela: „Empresas Polar“ stoppt Produktion

polar

Empresas Polar ist ein Lebensmittelkonzern aus Venezuela. Es ist das zweitgrößte Unternehmen und die größte private Firma des Landes (Fotos: Polar)
Datum: 30. April 2016
Uhrzeit: 14:36 Uhr
Leserecho: 14 Kommentare
Autor: Redaktion
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Venezuelas größtes Privatunternehmen „Empresas Polar“ hat vor einer Woche einen Stopp seiner Produktion angekündigt. Das Regime von Präsident Maduro weist dem Lebensmittelkonzern keine dringend benötigten Devisen für den Kauf von Rohstoffen (Gerstenmalz) zu, Zehntausende Arbeitsplätze sind in Gefahr. Am Freitag (29.) hat der mit einer Marktabdeckung von fast 80 Prozent größte Bierbrauer des südamerikanischen Landes seine Produktion gestoppt. „Heute (Freitag) haben die Schichtarbeiter, die am Morgen zur Arbeit in der Abfüll-Anlage San Joaquín und drei weiteren Betrieben erschienen sind, ihre Arbeit in allen vier Fabriken unterbrochen/eingestellt“, gab Gewerkschaftsführer Arquímedes Sequera bekannt. Nach seinen Worten belaufen sich die Schulden bei ausländischen Lieferanten auf fast 200 Millionen US-Dollar, sämtliche Kreditlinien sind erschöpft.

Venezuela, eigentlich eines der reichsten Länder Lateinamerikas, steht vor dem Staatsbankrott. Ex-Busfahrer Maduro, politischer Erbe von Hugo Chavez, macht lediglich durch peinliche Auftritte als durch Krisenmanagement von sich reden. Um Währungsspekulationen entgegenwirken und die Preise stabil zu halten, hatte Chavez im Jahr 2003 eine strikte Währungskontrolle eingeführt. Statt Währungsspekulationen entgegenwirken ist das Gegenteil eingetreten. Die Inflation erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von knapp 200 Prozent, die Folgen der Währungskontrolle kann man fast überall beobachten. Keine Devisen, Inflation und leere Regale sind Zeugen planwirtschaftlicher sozialistischer Mangel/Misswirtschaft.

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  1. 1
    Kalli

    na dann: Prost!!!!

  2. 2
    Jochen Meier

    „…Inflation und leere Regale sind Zeugen planwirtschaftlicher sozialistischer Mangel/Misswirtschaft.“

    Und ich dachte immer, das wäre das Ergebnis vom niedrigen Erdöl-Preis. Man muss nur etwas von Wirtschaft verstehen, um die Zusammenhänge zu begreifen.

    Kurzfassung:

    Die venezolanische Landeswährung wurde abgewertet, um in Zeiten der weltweiten Überproduktion von Erdöl auf dem Weltmarkt das eigene Erdöl etwas billiger als die Konkurrenz verkaufen zu können.
    Dadurch verteuern sich natürlich die Importe von Waren und Lebensmitteln, die mit einer überbewerteten Währung noch spottbillig vom Außland eingekauft wurden (billiger als es im Land zu produzieren). Im Ergebnis des billigen Erdöls kommt es über drei Ecken zu einer gewaltigen Inflation.
    Aber diese Zusammenhänge muss man dem einfachen Volk erklären und nicht irgendwelche Floskeln à la Gerhard Schröder (Goldkettchen-Gerd kurz GG) absondern („Gib mir mal ’ne Flasche Bier, sonst streik ich hier!“).
    Dazu ist in erster Linie Bildung das A und O.

    • Mit allem Respekt, was Sie über die „Ursachen der Inflation“ schreiben ist ausgemachter Blödsinn und zeigt, dass es Ihnen an jeglicher Sachkenntnis fehlt, insbesondere bezogen auf die Verhältnisse in Venezuela. Tatsache ist, dass die Verbrecherbande, die in Venezuela seit 17 Jahren die Regierung stellt, das Land von Anfang an systematisch ausgeplündert hat, angefangen mit der PDVSA, der man seit praktisch die gesamten die Brutto Einnahmen entzog und sie auf ausländische Privatkonten leitete. Rechnungen von Zulieferern blieben unbezahlt, Investitionen für Instandhaltung und Ausbau der Förderanlagen blieben aus. Bereits in 2005 waren allein in der Maracaibo Region 20.000 Ölquellen wegen mangelnder Wartung geschlossen. Transport- und Lagereinrichtungen der PDVSA wurden zum weltweiten Drogenschmuggel missbraucht, ihre Finanzverbindungen zur Geldwäsche.

      Längst interessiert der Weltmarktpreis für Rohöl die PSUV-Bande nicht mehr so brennend, da ihre Einnahmen aus Drogenschmuggel, Geldwäsche, legalisierte und illegale Ausbeutung verstaatlichter Gold- und Edelsteinminen sowie noch wertvollerer Metalle, Schmuggel von Uran in Schurkenstaaten und mehr, das mögliche Volumen des Ölgeschäfts längst übersteigen.

      Anderen Wirtschaftszweigen erging es unter der PSUV Herrschaft eher noch schlechter. Auslandstelefonate sind nicht mehr möglich, weil die im Land kassierten Gebühren nicht an ausländische Telefongesellschaften überwiesen wurden. Das Gleiche gilt für Flugtickets. Die Nationalbank empfängt Gelder vom Volk und der Wirtschaft und behält sie, anstatt sie in Devisen zu wechseln und weiterzuleiten.

      Ich empfehle Ihnen, zur Abwechslung mal die Realität in der Welt mit dem zu vergleichen, was linke Ideologen zum Besten geben oder auf linken Parteitagen an Mist zusammengeschwafelt wird. Die Diskrepanz ist frappierend, und das seit den Tagen von Lenin und Stalin.

      • 2.1.1
        Insel-Kalle

        Dem kann man nur zustimmen, schon der erste Satz enthält sehr viel Wahrheit!!!

        Und wenn sie mir jetzt noch erklären können, warum Venezuela „seit Jahren“ vor dem Staatsbankrott steht (lt. latina-press) und immer noch nicht pleite ist, dann wäre ich Ihnen sehr dankbar (und latina-press könnte vielleicht eine andere Formulierung wählen, als diese gebetsmühlenartig vorgetragenen Wiederholungen derselben Textbausteine).

      • 2.1.2
        Martin Bauer

        Nun, ich denke, das geht aus meinem obigen Kommentar hervor. In Kurzform: Das Land ist pleite, weil es völlig ausgeraubt wurde und per Gesetzesgewalt daran gehindert wird, zum Leben und Überleben notwendige Aktivitäten und Geschäfte zu betreiben, sofern es sich nicht um Raub, Entführung oder Drogengeschäfte handelt. Die PSUV-Bande dagegen schwimmt im Geld, hortet Reichtümer in aller Welt, nur nicht in Venezuela. Es liegt nun an jedem selbst, zu entscheiden, wen er als „den Staat“ betrachten will, das Volk oder die Regierung. Letztere ist alles andere als pleite, allerdings zunehmend in die Enge getrieben. Offensichtlich bereiten sie sich auf ein Ende vor, denn sie transferieren ihre illegalen Vermögen zunehmend in Diamanten. Wie aber das Ende genau aussehen wird und wann es denn dazu kommt, weiss wohl keiner. Wenn ich unverbindlich schätzen sollte… 1-2 Jahre. Mehr nicht.

  3. 3
    Insel-Kalle

    „Venezuela … steht vor dem Staatsbankrott.“ Das mag ja stimmen, aber ich lese genau diesen Satz schon seit über einem Jahr und „dem Staat“ geht es offensichtlich immer noch sehr gut bzw. die Regierung macht munter weiter. Bei der Bevölkerung sieht das schon anders aus. Wer erklärt denn mal diese Situation den Lesern hier (möglichst ohne sinnfreie Hinweise auf europäische Politiker oder linke Theorien)?

    • 3.1
      Jens

      Venezuela ist pleite, weil es seine Staatsschulden nicht mehr aus den eigenen Einnahmen z. B. aus dem Verkauf von Erdöl decken kann( Zinsen und Tilgung). In der Vergangenheit wurde diese technische Pleite durch die Verpfändung der Goldreserven und der Aufnahme von Einzelkrediten aus China und Russland vermieden.

      Sollte das technische KO eintreten, steht VZ in der gleichen Situation wie Argentinien, sprich Öllieferungen und Auslandsvermögen können beschlagnahmt werden. Das könnte doch kleinere Auswirkungen auf der politischen Ebene haben.

      • 3.1.1
        Martin Bauer

        Die Mitglieder der Regierung, ihre Familien und Freunde, sind absulut nicht pleite. Sie verfügen über einen vierstelligen Milliardenbetrag, den sie dem Land geraubt haben. Die Erlöse aus dem Verkauf von Erdöl etc. gingen ja direkt in deren private Taschen, niemals ins Land. Auch durch „Verpfändungen“ erhaltene Kredite kamen zum allergrössten teil nie im Land an, sondern flossen in besagte Privattaschen oder in Waffenkäufe. Würde das in 17 Jahren geraubte Vermögen beschlagnahmt und dem Land zurück gegeben, wäre Venezuela von heute auf morgen saniert. Und selbst wenn nichts davon zurück käme, aber die PSUV-Bande morgen einfach weg von der Bildfläche, könnte das Land innerhalb von Monaten saniert sein, eine geschickte Polotik der neuen Regierung vorausgesetzt. Macri hat in Argentinien gezeigt, dass und wie dies gehen kann.

      • 3.1.2
        Insel-Kalle

        Seit mehreren Jahren kann Venezuela beispielsweise die Schulden bei ausländischen Fluggesellschaften nicht bezahlen. Die einzige Auswirkung war, dass Flüge reduziert oder eingestellt wurden (beispielsweise Canada Air, Alitalia) und nur noch in Dollar bezahlt werden können. Das interessiert die Regierungsclicque wenig, denn die haben ja Dollars. Ist Venezuela deswegen Pleite? Das stimmt so nicht, mein lieber Jens.

    • 3.2
      Cato

      Vielleicht bin ich auf dem Holzweg aber wenn die „Regierungsclique“ Dollars hat kann die Regierung trotzdem pleite sein, da es nicht das Selbe ist. Die Deutschen haben auch Geld, die Rothschild auch aber die sind eben nicht „die“ Regierung oder „der“ Staat.

      • 3.2.1
        Martin Bauer

        Aber selbstverständlich ist das so! Ich wollte nur herausstellen, dass die Regierung permanent pleite sein muss, weil deren Mitglieder jeden Dollar, Euro oder Bolivar, welcher der Staatskasse zusteht, als ihr persönliches Eigentum betrachten und ihn deshalb oft erst gar nicht hereinlassen, sondern schon im Vorfeld abzweigen. Andernfalls wäre die Staatskasse übervoll. Das Geld ist ja nicht weg, halt nur eben nicht in der Staatskasse, sondern in denen seiner Regierungsmitglieder. Wenn man die – sinnbildlich – auf den Kopf stellt und schüttelt, hat man die Kohle des venezolanischen Staates wieder. – Die Rothschilds dagegen haben und hatten stets ihr eigenes Geld, was nicht immer jedem gefiel. Deshalb wurde ihnen ja seinerzeit in Frankfurt sehr übel mitgespielt, und sie haben sich ins Ausland gerettet.

      • 3.2.2
        Cato

        Schon klar, ich bezog mich auf den Kommentar von Insel-Kalle welcher wenn ich ihn nicht falsch verstanden habe behauptet, dass Jens Aussage (3.1) so nicht stimmt.
        Auf den Kopf stellen und schuetteln ist gut, hat man das mit Mussolini nicht auch gemacht? Zumindest war er letztendlich in der unguenstigen Lage…

    • 3.3
      Jens

      Mein lieber Insel- Kalle, Sie wollten ja eine Aussage ohne Polemik.Von daher ist es Bockwurst wie es den ausländischen Fluggesellschaften geht. Ja, Stand heute ist VZ im technischen Sinne nicht pleite, da sie noch zahlungsfähig sind.

      Entscheidend ist, ob der Staat Venezuela seine internationalen Verpflichtungen einhalten kann und zwar auf absehbare Zeit. Und hierzu gibt es diese tollen Analyse- Institute und Wirtschaftsverbände die sich nur mit Zahlen beschäftigen. Und heißt es ringsum. Es sieht schlecht aus. Und die Zukunft sieht noch schlechter aus.

      Was eine Staatspleite Venezuelas für Lateinamerika bedeutet, unter Berücksichtigung ausbleibender Öllieferungen für die Staaten des PetroCaribe, ja hopla.

      Das sich vereinzelt Personen der Regierung Gelder auf deren Privatkonten transferiert haben, ist sicher unschön, spielt aber hier keine Rolle. Es ist auch uninteressant, ob Herr Maduro Busfahrer oder Kolumbianer oder mit der Straßenbahn ins Amt gekommen ist.

      Es zählt nur- kann der Staat seine Schulden zahlen.

  4. 4
    Der Bettler

    Ha,ha wie soll das Regime seinen Schulden bezahlen,wenn nur mehr 12.618 Milliarden Reserven vorhanden sind, und über 120 Milliarden Auslandsschulden anliegen.Was heißt hier noch zahlungsfähig sind? Die Verbrecher zahlen ja nichts,rein gar nichts an Schulden,darum bekommen sie auch nichts mehr geliefert.Warum glauben Sie Jens,daß das Volk kaum noch was zu futtern bekommt,jeden Tag stundenlang Stromausfall hat ,und alle 24 Stunden 1/2 Stunde Wasser bekommt?
    Man kann schon seine geistreichen Aussagen zu Papier bringen,wenn man weit weg ist vom Geschehen,aber ich sage Ihnen momentan ist es die Hölle hier zu leben.Es sind keine vereinzelte Personen die Gelder umgeleitet hat,sondern der ganze Regierungsmob,und die rücken die abermilliarden von Dollars nicht raus.

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