Ayaca und Gaita: Karibische Weihnachten auf Aruba

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Die Weihnachtstraditionen auf der Karibikinsel Aruba sind eine bunte Mischung aus holländischen, südamerikanischen und karibischen Bräuchen (Fotos: Aruba Tourism Authority)
Datum: 04. November 2016
Uhrzeit: 10:50 Uhr
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Autor: Redaktion
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Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für Weihnachtsbräuche. Die Karibikinsel Aruba hat Einwohner aus über 90 Nationen, dementsprechend vielfältig sind auch ihre Traditionen. Bereits Mitte November läutet der Besuch von Sinterklaas – dem holländischen Nikolaus – die Vorweihnachtszeit ein. Gemeinsam mit seinem treuen Kumpan Zwarte Pieten, dem „schwarzen Peter“, legt er auf der Insel an, wo er mit einer Parade empfangen wird. Die beiden Weihnachtsvorboten reiten hoch zu Ross über die Insel, je näher der 6. Dezember kommt, desto erwartungsvoller stellen die Kinder abends ihre Schuhe vor die Tür und hoffen, dass sie von Sinterklaas mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken gefüllt werden. Zwarte Pieten mit seinen bunten Hosen und dem gefiederten Hut hat, wie unser Knecht Ruprecht, einen Sack mit Geschenken für die artigen und eine Rute für die frechen Kinder dabei. Wer nicht brav war, läuft außerdem Gefahr vom „schwarzen Peter“ in sein Heimatland Spanien mitgenommen zu werden.

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In gastronomischer Hinsicht fällt die Vorweihnachtszeit auf Aruba etwas anders aus als hierzulande. Was bei uns die Plätzchen sind, sind auf Aruba die Ayacas, eine venezolanische Spezialität mit karibischem Twist. Bananenblätter werden mit Teig aus Maismehl, Hühner- und Schweinefleisch sowie jeder Menge Gewürze, Pflaumen, Rosinen, Nüssen oder Zwiebeln gefüllt – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Arubaner bereiten die Ayacas in großen Mengen vor und frieren sie dann ein. So ist immer ein Snack für spontanen Besuch oder ein Mitbringsel für Adventsbesuche vorrätig.

Dazu schmeckt beispielsweise die Ponche Crema sehr gut, eine Art Eierlikör, der vor allem zur Weihnachtszeit beliebt ist. Viele Familien auf Aruba bereiten die Ponche Crema aus Eigelb, Sahne, Rum und vielen Gewürzen selbst zu, doch kann sie auch fertig gekauft werden.

Fragt man einen Arubaner, wie für ihn Weihnachten klingt lautet die Antwort bestimmt „Wie Gaita“. Wie die Ayacas kommt auch die Gaita-Musik aus dem nahegelegenen Venezuela. Die Arubaner haben den Musikstil übernommen und mit Texten auf der einheimischen Sprache Papiamiento zu ihrer eigenen Weihnachtstradition gemacht. Der Name stammt vom Wort Gaita, zu Deutsch Ziegenhaut, dem Material der Felle der Trommeln.

Zumeist weibliche Sängerinnen werden begleitet von „Latino-Klängen“ mit exotischen Instrumenten wie der Furuku, eine Art Vorläufer des E-Basses, der Cuarta, einer viersaitigen Gitarre, oder dem Schlaginstrument Tambu. Von Oktober bis Dezember ertönen die tanzbaren Weihnachtslieder in nahezu jedem Gebäude auf der Insel, ob in Restaurants, Einkaufszentren, auf Banken, Ämtern oder Zuhause bei den Arubanern und versprühen vorweihnachtliche Stimmung.

Neben der Gaita-Musik gibt es noch einen weiteren musikalischen Brauch auf der Insel. Sogenannte “Dande-Gruppen“ bestehend aus fünf oder sechs Personen, darunter ein Sänger und mehrere Musiker mit Instrumenten wie Wiri, Tambu oder Raspa, ziehen von Haus zu Haus und wünschen ihren Freunden und Verwandten Glück und Gesundheit für das kommende Jahr. In einem Hut werden Spenden gesammelt, die am Abend unter allen Mitgliedern der Gruppe aufgeteilt werden. Dande bedeutet so viel wie “ausgelassen feiern”, und der Besuch einer Dande-Gruppe ist eine große Ehre.

Auch das Feuerwerk am Silvesterabend hat eine lange Tradition auf Aruba. Eingeläutet wird es von der Pagara: Inhaber von Geschäften auf der Insel zünden an den Tagen vor Silvester eine lange Reihe Chinaböller, die zum Ende hin immer größer und damit lauter werden. Ein beliebtes Spektakel für Groß und Klein! Die Länge der Pangara ist ein Indiz für den geschäftlichen Erfolg im vergangenen Jahr.

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