Das internationale Ausstellungsprojekt „Bauhaus Imaginista“

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SESC Pompéia in São Paulo, Brasilien (Fotos: GoetheInstitut)
Datum: 13. November 2017
Uhrzeit: 11:50 Uhr
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Autor: Redaktion
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Das Bauhaus stand mit Institutionen in vielen Ländern in Kontakt. Es traf dort auf ähnliche Bewegungen, die unabhängig von ihm entstanden waren und dem Bauhaus selbst starke Impulse gaben. Das internationale Ausstellungs- und Forschungsprojekt „Bauhaus Imaginista“ erkundet ab März 2018 diese Verflechtungen. Es wird realisiert von der Bauhaus Kooperation, dem Goethe-Institut und dem Haus der Kulturen der Welt gemeinsam mit den Kurator*innen Marion von Osten (Berlin) und Grant Watson (London) sowie Partnern etwa in China, Japan, Russland oder Brasilien. Die einzelnen Ausstellungskapitel von „Bauhaus Imaginista” werden von März bis Juni 2019 anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums in einer großen Gesamtschau in Berlin vereint. Gefördert wird das Programm von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Auswärtigen Amt und der Kulturstiftung des Bundes.

Die Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe „Bauhaus Imaginista“ hebt die Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte des Bauhauses vor dem Hintergrund der großen geopolitischen Veränderungen im 20. Jahrhundert hervor. Vier dezentral konzipierte Ausstellungen werden ab März 2018 an verschiedenen Kunst- und Designmuseen sowie Kunstinstitutionen in Japan, China, Russland und Brasilien gezeigt. Die Ausstellungen werden gemeinsam mit den lokalen Goethe-Instituten organisiert und durch Veranstaltungen wie Workshops und Symposien in Indien, den USA, Marokko und Nigeria erweitert.

„Bauhaus Imaginista“ setzt dabei den wechselseitigen Dialog und den Austausch des Bauhauses, seiner Studierenden und Lehrenden, mit außereuropäischen Modernen in den Fokus. Die Bauhaus-Ideen verbreiteten sich über ein Netzwerk weltweit und wurden in die jeweiligen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexte übersetzt und dort weiterentwickelt. Sie korrespondierten dabei mit ortsspezifischen Bewegungen sowie laufenden Prozessen der Dekolonialisierung. Erstmals wird in diesem Umfang die Rezeptionsgeschichte des Bauhauses untersucht, deren globale Wirkung bis heute anhält. So soll die Basis für eine neue transnationale Forschung und Diskussion geschaffen werden.

Kuratiert und künstlerisch geleitet wird „Bauhaus Imaginista“ von Marion von Osten und Grant Watson, die das Projekt in Zusammenarbeit mit einem Team aus internationalen Forscher*innen, Künstler*innen und Gestalter*innen entwickeln.

Vier Kapitel, die aus unterschiedlichen Formaten wie Ausstellungen, Workshops, Konferenzen oder Podiumsdiskussionen bestehen, gehen jeweils von einem spezifischen Bauhaus-Objekt aus: dem Bauhaus-Manifest von 1919, einer Werbeanzeige von Marcel Breuer, einer Zeichnung von Paul Klee und einem reflektorischen Lichtspiel von Kurt Schwerdtfeger. Diese Objekte sind Ausgangspunkte für spezifische Fragestellungen von „Bauhaus Imaginista“, über die transnationale Bezüge, Kontexte, Querverweise zu zeitgenössischen Debatten geschaffen werden.

Im Kapitel „Correspondence“ (Kyoto, Tokyo und New Delhi) beschäftigt sich eine Ausstellung im National Museum of Modern Art in Kyoto (4. August bis 8. Oktober 2018) mit den pädagogischen Ansätzen des Bauhauses. Als Parallelgeschichten moderner Bildungsreformen des frühen 20. Jahrhunderts werden dazu zwei zeitgleich praktizierende, avantgardistische Kunstschulen in Japan und Indien in Bezug gesetzt. Das Kapitel „Designing Life“ (Hangzhou, Moskau, Lagos) legt den Fokus auf die gestaltungstheoretischen Debatten am Bauhaus und ihre Übersetzung in andere kulturelle und politische Kontexte wie etwa in der damaligen Sowjetunion und China. Das Ausstellungskapitel wird gemeinsam mit dem neu eröffneten China Design Museum in Hangzhou (8. April bis 8. Juli 2018) sowie dem Garage Museum of Contemporary Art in Moskau realisiert (11. September bis 30. November 2018). Das dritte Kapitel „Learning From“ (São Paulo, New York, Rabat) zeigt mit einer Ausstellung im SESC Pompéia in Brasilien (10. Oktober 2018 bis 10. Januar 2019) das Interesse des Bauhauses an vormodernen handwerklichen Produktionsweisen und stellt diesem moderne Bewegungen in Nordafrika, Brasilien und Nordamerika gegenüber, die ebenfalls eine Synthese von Handwerk, Kunst und Design verfolgten.

All diese lokal entwickelten Ausstellungen und Veranstaltungen werden in Berlin im Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 erstmals zusammengeführt, erweitert und in einer großen Gesamtschau im Haus der Kulturen der Welt gezeigt. Teil dieser Gesamtschau wird das vierte Ausstellungskapitel „Undead“ sein. Es erkundet das experimentelle Arbeiten mit Licht und Ton, Film und Fotografie am Bauhaus sowie dessen Nachwirkungen für die Visualisierung von Daten, für experimentelle Formen der Gegenwartskunst und für die Popkultur.

Darüber hinaus werden die Künstler*innen Kader Attia, Luca Frei, Wendelien van Oldenborgh, The Otolith Group und der Architekt Zvi Efrat neue, auf die Themen der Ausstellung bezogene Arbeiten produzieren. Die Ausstellungen werden begleitet von einem Programm aus Workshops, Seminaren und Symposien mit internationalen Kurator*innen, Wissenschaftler*innen und Kulturschaffenden. Ein Online-Magazin, redaktionell betreut von den „Bauhaus Imaginista“-Forscher*innen, wird Erkenntnisse des Projekts vorstellen und die Veranstaltungsreihen und Ausstellungen begleiten.

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