„Schmerz in Schönheit“: Pandemie-Abfall in Kunst verwandelt

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Nach seinen Worten ist es das erste Mal, dass keines der ausgestellten Kunstwerke verkauft werden muss (Foto: marcelotoledo)
Datum: 26. März 2021
Uhrzeit: 14:37 Uhr
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Marcelo Toledo schafft normalerweise Skulpturen und Schmuck aus Metall. Jetzt arbeitet der international bekannte argentinische Künstler mit einem neuen Material: Abfallmasken und Spritzen aus der COVID-19-Pandemie. Damit gestaltet er eine Ausstellung, die sich mit den schmerzhaften Auswirkungen des Virus beschäftigt. Toledo, der bereits Schmuck für das Broadway-Musical „Evita“ und Unikate für Barack Obama und Madonna angefertigt hat, war einer der ersten in Argentinien, der vor einem Jahr an COVID-19 erkrankte und acht Tage lang mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus lag.

Wie viele andere Menschen mit einem ähnlichen Krankheitsverlauf war Toledo nach der Entlassung aus dem Krankenhaus extrem geschwächt. Diese Erfahrung mit Covid-19 hat ihn stark geprägt. Die Konfrontation mit dem Virus löste dann eine Flut von Kunstwerken aus, unter anderem eine vierzehn Meter langen Maske mit der argentinischen Flagge. Diese platzierte er auf dem ikonischen Obelisken in Buenos Aires, um das Bewusstsein für Organspenden während der Pandemie zu erhöhen.

Für seine neue Ausstellung „Museum of the After“ sammelt Toledo recycelte Coronavirus-Abfälle, die von Krankenhäusern, Labors und verschiedenen Personen eingesandt wurden. Dazu gehören unter anderem medizinische Gegenstände und Zeitungsausschnitte über die Pandemie, die das südamerikanische Land über Monate lahmlegte.

„Ich bin begeistert, Schmerz in Schönheit umwandeln zu können und diese Ausstellung ist genau das. Sie fängt alles ein, was uns als Gesellschaft widerfährt“, so der 45-Jährige gegenüber „Reuters“ in seiner Werkstatt im Stadtteil San Telmo von Buenos Aires. Toledos Kunstwerke, die ab September in einem öffentlichen Raum in der Innenstadt von Buenos Aires zu sehen sein werden, sind alle aus „Wegwerfmaterialien oder Müll, den mir die Leute schicken“.

Nach seinen Worten ist es das erste Mal, dass keines der ausgestellten Kunstwerke verkauft werden muss/soll. „Es wird alles eingeschlossen oder in Kapseln verpackt, weil wir das nie vergessen sollten. Die Idee ist also, dass alles über die Zeit konserviert werden kann.“ Wie bei der Riesenmaske, die in Ländern wie den Vereinigten Staaten und Japan nachgebaut wurde, träumt der Künstler davon, die neue Ausstellung in anderen Städten auf der ganzen Welt zu reproduzieren.

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