Ecuador: „Upcycling“-Produktion in der Schmuckherstellung

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Wenn ein Fenster geöffnet wird, erhalten wir neue Möglichkeiten - dies ist der Gedanke, der diese Ohrringe inspiriert hat (Fotos: mjcordovez)
Datum: 31. Mai 2021
Uhrzeit: 13:52 Uhr
Ressorts: Ecuador, Panorama
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Beim „Upcycling“ werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Diese Praxis der Kreislaufwirtschaft wird in immer mehr Bereichen angewandt, auch bei Schmuck und Modeschmuck. In Ecuador sind die Accessoires-Marken „MJ Cordovez Jewelry“, „Mina Upcycle Eco Shop“ und „Fábrega“ sogennannte „Suprarecycler“. „MJ Cordovez“ ist die Firma der Schmuckdesignerin und Goldschmiedin María José Cordovez. Sie begann vor zehn Jahren mit exklusiven Designs mit Edelmetallen und Steinen, im Jahr 2013 änderte sich ihre Vision. In jenem Jahr stürzte eine Textilfabrik in Bangladesch ein, wobei 1.134 Menschen starben und weitere 2.437 verletzt wurden. In diesem Gebäude, genannt Rana Plaza, wurden Kleidungsstücke von bekannten Marken wie „El Corte Ingles“, „Mango“ und „Benetton“ hergestellt. „Dies löste ein weltweites Bewusstsein für die Bedeutung der Einhaltung von Best Practices aus“, reflektiert Cordovez. Die Designerin sah diese veränderte Denkweise als eine Chance. Sie hat sich mit „Conecta“, einer ecuadorianischen Softwarefirma, zusammengetan, um Platinen aus ausrangierten Geräten für ihre Stücke zu verwenden. Mit diesem technologischen Material schafft sie Schmuck mit einer eleganten und kybernetischen Ausstrahlung.

Diese Arbeit brachte ihr einige Anerkennung ein. Im Jahr 2017 gehörte „MJ Cordovez“ zu den besten Solid Waste Management-Projekten des „Green Latin America Award“. Zwei Jahre später nahm sie erneut an dieser Auswahl teil, allerdings in der Kategorie „Responsible Production and Consumption“. In der Woche zuvor war sie außerdem eingeladen, ihre Erfahrungen und Vorschläge auf der „International Sustainable Fashion Week“ in San Francisco, USA, vorzustellen. Seit einem Jahr versorgt auch ein Recycling-Manager Cordovez mit technischen Geräten. „Die Platinen/Motherboards sehen für mich erstaunlich aus. Sie haben ein besonderes und einzigartiges Design, aber abgesehen davon, dass sie schön aussehen, ist der Hintergrund Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und verantwortungsvolle Produktion“, so Corodovez.

„Mina Upcycle Eco Shop“ hingegen ist eine Schmuckmarke, die als Hobby der Designerin Adriana Terán entstanden ist. „Eines Tages nahm ich die Accessoires, die ich nicht mehr benutzte, auseinander und kreierte neue Dinge“. Ihre Freunde und Familie begannen sich für ihre Produkte zu interessieren. Dies ermutigte sie, 2018 eine Instagram-Seite zu starten. Auf dieser Plattform stellt sie ihre Stücke aus und bittet um Spenden von ausgedientem Modeschmuck und Juwelen. Kunden erhalten für die Lieferung zehn Prozent Rabatt auf ihren nächsten Einkauf. Einer der Vorteile dieser Methode, sagt Terán, ist, dass alle Produkte einzigartig sind, da das Rohmaterial unterschiedliche Eigenschaften hat.

Eine weitere Form des „Suprarecyclings“ ist heute die Wiederverwendung von Metallen und Edelsteinen. Die Designerin und Goldschmiedin María José Fábrega schlägt ihren Kunden vor, ausgedienten Schmuckstücken neues Leben einzuhauchen, den Preis des Endprodukts um bis zu fünfzig Prozent zu senken, den Kauf neuer Materialien zu vermeiden und die Umweltbelastung durch den Abbau von Materialien in Ökosystemen zu reduzieren. Außerdem gibt es einen sentimentalen Wert. Fábrega erzählt, dass einer ihrer Kunden ihr Goldschmuck gab, um daraus Eheringe zu machen. „Sie waren wunderschön. Mein Kunde war glücklich mit der Idee, sich von Altem zu lösen, das Material wiederzuverwenden und etwas Neues zu schaffen“.

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