Erste legale Cannabis-Ernte in Ecuador

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Drei junge ecuadorianische Geschäftsleute setzen auf die Produktion von Hanf für unterschiedliche Verwendungszwecke (Foto: Misael Valtierra / Cuartoscuro)
Datum: 17. Juli 2021
Uhrzeit: 07:00 Uhr
Ressorts: Ecuador, Panorama
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Autor: Redaktion
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Ecuador setzt auf den Cannabis-Sativa-Markt. Seit die Nationalversammlung am 24. Dezember 2019 nicht-psychoaktives Cannabis mit weniger als ein Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) entkriminalisiert hat, sind einige ecuadorianische Blumenfirmen am meisten daran interessiert, in diesen Sektor einzusteigen. Das ist der Fall von Klaus Graetzer, Felipe Norton und Alfredo López, drei jungen Unternehmern, die als Partner einer lokalen Blumenfirma auf die Produktion von Hanf für verschiedene therapeutische, pharmakologische, textile und sogar kosmetische Anwendungen setzen. Sie haben vom ecuadorianischen Landwirtschaftsministerium sieben Lizenzen erhalten und kultivieren neun Hektar Cannabis in der kleinen Stadt Tabacundo, die im Land als Welthauptstadt der Rosen bekannt ist, sechzig Kilometer von Quito, der Hauptstadt des Andenlandes, entfernt.

Tabacundo liegt im ecuadorianischen Hochland auf 2.877 Metern über dem Meeresspiegel und genießt mit einer Durchschnittstemperatur von fünfzehn Grad Celsius ein perfektes Frühlingsklima für diese Aktivität. Hier wurde „CannAndes“ gegründet, das erste Unternehmen des Landes, das formal alle offiziellen Genehmigungen für den Anbau dieser Pflanze in Ecuador erhalten hat. Cannabis sativa ist eine krautige Art aus der Familie der Cannabaceae. Es gibt mehrere Arten von Pflanzen in dieser Familie. In den Anden Südamerikas wächst zum Beispiel Libertia, eine blühende Pflanze mit einer charakteristischen cremefarbenen Farbe, die niemand mit der psychoaktiven Wirkung von Marihuana in Verbindung bringen würde. Diese Unterscheidung ist genau der Unterschied zwischen Hanf und Marihuana, zwei Sorten der gleichen Cannabis-Pflanze.

Es ist der Prozentsatz an Tetrahydrocannabinol oder THC, der die Psychoaktivität von Cannabis bestimmt. In einigen Ländern muss der erlaubte Anbau dieser Pflanze unter 0,3 Prozent oder 0,2 Prozent dieser Komponente liegen. In Ecuador sind es ein Prozent. Die psychoaktive Cannabinoid-Wirkung beim menschlichen Konsum bezieht sich auf die Fähigkeit, das zentrale Nervensystem zu beeinflussen und Veränderungen der Stimmung, Angst, Stress oder Modifikationen der kognitiven Prozesse hervorzurufen. Wenn die Cannabinoid-Wirkung psychotrop ist, wird davon ausgegangen, dass die Wirkungen beim menschlichen Verzehr mit denen von Betäubungsmitteln gleichzusetzen sind. Dies unterscheidet Hanf von Marihuana. Erstere hat keine psychoaktiven oder psychotropen Wirkungen und wird unter anderem für Lebensmittel, Textilien und medizinische Zwecke verwendet. So sucht „CannAndes“ nach einem Markt, auf dem es Produkte aus Hanf oder nicht-psychoaktivem Cannabis anbieten kann, wie Papier, Biodiesel, Hanfsamen, Stoffe und sogar Nahrungsergänzungsmittel. Die Bandbreite ist groß, so die Experten.

Für Hana Gabrielová Konopí, Forscherin an der Abteilung für Chemie am Institut für Chemische Technologie in Prag, sind Hanf und Marihuana Cousins, aus der gleichen Familie, aber sie sind verschiedene Sorten der gleichen Pflanze. Hanf gibt es schon seit Beginn der Menschheitsgeschichte. Christoph Kolumbus hätte Amerika nicht entdeckt, wenn er seine Karavellen nicht mit Segeln und Seilen aus Hanf angetrieben hätte. Die Han-Dynastie in China im 2. Jahrhundert v. Chr. hätte ohne die Erfindung des Hanfpapiers weder kaiserliche Erlasse kommunizieren noch ihre Grenzen so effizient erweitern können.

Gabrielová behauptet, dass Cannabidiol mit niedrigem THC-Gehalt aus Hanf bei der Behandlung einiger Krankheiten als Antipsychotikum, Anxiolytikum, Antitumormittel, Antikonvulsivum, Neuroprotektivum, Analgetikum, entzündungshemmend und sogar zur Verringerung des Verlangens nach Heroin, Kokain und Alkohol, unter anderem, wirksam ist.

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