Erotischer Huaco wird zu einer Touristenattraktion der Moche

moche

Der erorische Huaco befindet sich in der Nähe des Touristenzentrums des Bezirks (Foto: Grupo Moche)
Datum: 03. Januar 2022
Uhrzeit: 11:34 Uhr
Ressorts: Peru, Welt & Reisen
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Bezirksgemeinde Moche (Municipalidad Distrital de Moche) hat einen riesigen erotischen Huaco eingeweiht. Das Denkmal überraschte sowohl die Gemeindemitglieder als auch die Touristen, die die Moche-Gemeinde besuchten, denn es zeigt einen männlichen Phallus in Anspielung auf die Moche-Kultur. César Arturo Fernández, Bürgermeister des Bezirks Moche, wies darauf hin, dass es sich um die Spende eines plastischen Künstlers handelte, der sein Talent zeigen und zur Kultur des Sektors beitragen wollte. „Ein plastischer Künstler hat um die Erlaubnis gebeten, sie dort aufzustellen. Wir Mochicas haben uns schon immer durch zwei Arten von Huaco ausgezeichnet: den huacoretrato und den erotischen. In unserer Kultur steht sie nicht für Erotik, sondern für die Gottheit, die sich Gott zuwendet, wenn es viel regnet“, so Fernández.

Das drei Meter hohe Denkmal hat bei den Einheimischen eine gewisse Kontroverse ausgelöst, doch ist dies nicht das erste Ereignis dieser Art. Im Jahr 2019 äußerten das Departement La Libertad und die Einwohner des genannten Gerichtsbezirks „mangelndes Urteilsvermögen“, als erotische Huacos, die die Kultur repräsentieren, an einem der Haupteingänge des Bezirks aufgestellt wurden. Der Grund für die Unstimmigkeiten war, dass sie an einer Mauer an einer Hauptzufahrtsstraße angebracht waren, die Schüler aller Altersgruppen auf dem Weg zu ihren Einrichtungen passieren. Außerdem gab es hauptsächlich Beschwerden von Kindern, die an der Mauer vorbeikamen und ihre Eltern darauf ansprachen, was für die Familien unangenehm war.

Keramik macht einen starken Anteil unter den Fundgegenständen der Moche-Kultur aus und ist so lebensnah, dass sie als „keramisches Bilderbuch“ bezeichnet wurden (1. Jahrhundert bis zum 8. Jahrhundert an der Nordküste Perus). Berühmt sind die Steigbügelgefäße, die in ihren lebendigen und realistischen Darstellungen insbesondere bestimmte Menschen, daneben Tiere, Pflanzen, Dämonen, allerlei Tätigkeiten, Krieg, Liebesleben, Rituale und Mythologie bildlich darstellen. Unklar ist, ob es sich bei den vielfältigen Darstellungen erotischer Gegenstände und überlebensgroßer Geschlechtsteile um spontane, lebensbejahende Äußerungen handelt, oder ob auch dieser Zweig, wie viele andere, in den Bereich von Ritus und Religion gehört, wobei namentlich häufige Darstellungen hetero- und homosexueller Analerotik Fragen aufwerfen.

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