Machu Picchu: Verborgener archäologischer Schatz entdeckt

herrlich

Einige der überwucherten Strukturen, die mit LiDAR-Scanning identifiziert wurden (Fotos: D. Sieczkowska/scienceinpoland-MinistryofEducationandScience)
Datum: 24. Januar 2022
Uhrzeit: 15:22 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien, Peru
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Tief im Dschungel und unter dichtem Blattwerk verborgen, hat ein Archäologenteam in den Ruinen des archäologischen Komplexes von Machu Picchu in Peru eine Reihe von Strukturen entdeckt, die seit Jahrhunderten vergessen waren. Weniger als zehn Kilometer von den Überresten der Inka-Stadt aus dem 15. Jahrhundert entfernt, am Rande einer zeremoniellen Stätte namens Chachabamba, identifizierten sie etwa ein Dutzend kleiner Strukturen, so eine im „Journal of Archaeological Science“ veröffentlichte Studie. Die Entdeckungen, zu denen auch Teile eines durch das Gebiet verlaufenden Wassersystems gehören, werfen ein neues Licht auf die Inka-Zivilisation und die Funktion von Zeremonialanlagen. „Nur sehr privilegierte Menschen konnten nach Machu Picchu gelangen, es war ein ganz besonderer Ort“, erklärte Dominika Sieczkowska, stellvertretende Direktorin des Zentrums für Andenstudien an der Universität Warschau, die die Untersuchung leitete. „Man musste in Chachabamba anhalten, um ein spirituelles Bad zu nehmen und sauber und rein zu sein, um nach Machu Picchu zu gelangen“, fügte sie hinzu. Im Zentrum von Chachabamba im Vilcanota-Tal steht ein Hauptaltar aus Stein, der von vierzehn sogenannten Bädern umgeben ist, die laut Sieczkowska wahrscheinlich für rituelle Waschungen genutzt wurden.

Das Wasser, das die Stätte erreichte, floss durch ein komplexes Netz von Kanälen, die vom Urubamba-Fluss gespeist wurden. Der Fundort ist schwer zu erforschen, da das Gebiet zugewachsen ist und die archäologischen Ruinen tief im Dschungel liegen. Um herauszufinden, was sich unter dem dichten Blätterdach befindet, setzten Sieczkowska und Wissenschaftler der „Wroclaw University of Science and Technology“ (Polen) und des peruanischen Kulturministeriums Drohnen ein, die mit speziellen Lasern ausgestattet waren, um das Laub zu durchdringen.

Es ist nicht einfach, das Laub zu durchschneiden, aber solche Funde werden dank der Kombination zweier Technologien immer häufiger: Laser, die durch Hindernisse hindurchsehen können und Drohnen, die den Archäologen helfen, Orte zu erforschen, die für Menschen manchmal nicht leicht zu erreichen sind. Die Wissenschaftler setzten eine Technologie ein, die als „Light Detection and Ranging“ (Lidar) bekannt ist und bei der Laserimpulse von Oberflächen zurückgeworfen werden, um Merkmale zu erkennen und ihre Konturen zu verfolgen. Die Lidar-Scans ergaben etwa zwölf Strukturen, die sich alle innerhalb eines Radius von sechzig Fuß (18,288 Meter) um den wichtigsten zeremoniellen Teil von Chachabamba befinden. „Sie waren sehr nah und wir wussten nicht einmal, dass sie da waren“, freute sich Sieczkowska. Die Scans zeigten auch Steinkanäle, die teilweise unterirdisch verliefen und ganz Chachabamba mit Wasser versorgten. Die Forscher entwickelten dann Modelle, die auf dem Gefälle und der Tiefe der Kanäle basierten, um nachzustellen, wie das Wasser zu den verschiedenen rituellen Bädern geflossen sein könnte.

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