Antigua: Verbot gleichgeschlechtlicher Handlungen für verfassungswidrig erklärt

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Die beiden Gruppen, Frauen gegen Vergewaltigung und die "Eastern Caribbean Alliance for Diversity and Equality" (ECADE), begrüßten das Urteil gegen das Gesetz über sexuelle Straftaten von 1995 (Foto: Eastern Caribbean Alliance for Diversity and Equality
Datum: 07. Juli 2022
Uhrzeit: 09:20 Uhr
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Autor: Redaktion
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Ein Gesetz, das gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen einwilligenden Erwachsenen auf Antigua und Barbuda unter Strafe stellt, ist für verfassungswidrig erklärt worden. Der Oberste Gerichtshof der Inselgruppe an der Grenze zwischen dem Atlantik und der Karibik entschied am Dienstag (5.), dass das Gesetz gegen die verfassungsmäßig garantierten Rechte auf Freiheit, freie Meinungsäußerung und Schutz der Privatsphäre verstößt. Für die Aktivisten ist dies ein großer Sieg in einem Land, in dem Homophobie weit verbreitet ist. Die Klage wurde von einem schwulen Mann in Zusammenarbeit mit zwei Bürgerrechtsgruppen eingereicht. Die beiden Gruppen, Frauen gegen Vergewaltigung und die „Eastern Caribbean Alliance for Diversity and Equality“ (ECADE), begrüßten das Urteil gegen das Gesetz über sexuelle Straftaten von 1995. Das Gesetz von 1995 hat seine Wurzeln in der britischen Kolonialgesetzgebung, die „Unzucht“ und „Unanständigkeit“ verbietet und man hofft nun, dass das Urteil den Weg für ähnliche Schritte auf den Nachbarinseln ebnen wird.

„Wir hoffen sehr, dass das Urteil aus Antigua andere Rechtssysteme in der Karibik dazu veranlassen wird, ihre Gesetze und Politiken zu überprüfen und zu untersuchen, wie sie sich auf gefährdete Bevölkerungsgruppen auswirken“, erklärte die Präsidentin von „Women Against Rape“, Alexandrina Wong, gegenüber der „BBC“. Laut „ECADE“ gibt es in sieben karibischen Ländern noch immer Gesetze, die gleichgeschlechtliche Intimität verbieten. Obwohl sie selten durchgesetzt werden, sagen die Aktivisten, dass sie LGBTQ-Personen an den Rand drängen und gleichzeitig stillschweigend Gewalt und Diskriminierung gegen sie sanktionieren. Auf Antigua und Barbuda können gleichgeschlechtliche Handlungen, zumindest auf dem Papier, mit fünfzehn Jahren Gefängnis bestraft werden, während auf Barbados lebenslange Haft droht. Die Gruppe kämpft für die Aufhebung der Anti-Homosexuellen-Gesetze in mehreren karibischen Ländern. Weitere Verfassungsklagen auf Barbados, St. Kitts und Nevis sowie St. Lucia werden nach Angaben der „ECADE“ voraussichtlich vor Jahresende abgeschlossen sein.

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