Indigene Gemeinschaft in Ecuador lehnt Bergbau auf ihrem Land ab

indi

Das ecuadorianische Verfassungsgericht entschied im September, dass die 2011 erteilte Umweltgenehmigung für das große Kupferprojekt "San Carlos Panantza" eine Konsultation der Shuar Arutam-Gemeinschaft erfordert, die jedoch nicht durchgeführt wurde (Foto: Funai)
Datum: 19. November 2022
Uhrzeit: 06:39 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Das indigene Volk der Shuar Arutam in Ecuador hat am Freitag (18.) erklärt, dass es keinen Bergbau auf seinem Territorium zulassen wird. Damit ist ein großes Kupferbergbauprojekt in dem Andenland bedroht, nachdem ein Gericht entschieden hat, dass die Rechte der Indigenen auf vorherige Konsultation verletzt wurden. Das ecuadorianische Verfassungsgericht entschied im September, dass die 2011 erteilte Umweltgenehmigung für das große Kupferprojekt „San Carlos Panantza“ eine Konsultation der Shuar Arutam-Gemeinschaft erfordert, die jedoch nicht durchgeführt wurde. Die in Puyo versammelten Anführer der indigenen Gemeinschaft argumentierten, dass das Gerichtsurteil die Umweltlizenz von „ExplorCobres SA“, einer Einheit des chinesischen Unternehmens „CRCC-Tongguan Investment“, für ungültig erklärt. „Die Unternehmen müssen nicht erst weiterhin Konzessionen auf unserem Land erteilen, da wir keine weiteren Eingriffe in unsere Gebiete akzeptieren“, so die Gemeindevorsitzende Josefina Tunki. „Wir werden immer bereit sein, unser autonomes Land zu verteidigen.“

Ecuadors konservativer Präsident Guillermo Lasso setzt auf den Bergbausektor, um die Wirtschaft anzukurbeln und rechnet in diesem Jahr mit Exporten in Höhe von drei Milliarden US-Dollar. Allerdings haben Gerichtsurteile und Volksabstimmungen zugunsten der örtlichen Gemeinden die Pläne behindert. Das Urteil vom September verpflichtete die Regierung, innerhalb von sechs Monaten eine Konsultation mit dem Volk der Shuar durchzuführen und das Umweltministerium zu einer öffentlichen Entschuldigung für die Erteilung der Umweltgenehmigung zu verpflichten. Nathaly Yepez, eine Anwältin von „Amazon Watch“ vertitt die die Gemeinden, die seit Jahren einen juristischen Kampf führen. Nach ihren Worten können spätere Konsultationen nicht gleichbedeutend damit sein, die Fehler des Unternehmens zu korrigieren“.

Die Regierung und die indigenen Führer arbeiten derzeit an einem Entwurf für ein Gesetz zur Konsultation der Gemeinden, das Teil der Vereinbarungen ist, die nach den von den Indigenen angeführten Protesten im vergangenen Juni getroffen wurden. Zu den Vereinbarungen gehört die Aussetzung von Bergbaukonzessionen in Gebieten, die als historisch und generationenübergreifend wertvoll gelten.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2022 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Für diese News wurde noch kein Kommentar abgegeben!

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass meine eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden. Weitere Informationen zu Akismet und Widerrufsmöglichkeiten.