Auswandern nach Tobago: Ich hatte meinen Traum bereits verloren

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Datum: 16. April 2011
Uhrzeit: 07:59 Uhr
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Traumwetter! Blauer Himmel, leichte Brise, aus den Palmen vor unserer Terrasse ertönt Vogelgezwitscher in allen Tonlagen, und an den Blüten der Sträucher flattern mit schnellem Flügelschlag die kleinen bunten Kolibris. Es ist so ein typischer Karibiktag zum Träumen. Das ist das Tobago, welches mich immer wieder verzaubert.

Wir beschließen, nach dem Frühstück zur „Englishman’s Bay“ zu fahren. Dies ist eine meiner Lieblingsbuchten. Der Strand ist links und rechts jeweils begrenzt von einer Felsformation, die bis ins Wasser hinein reicht. Bei ruhiger See kann man entlang dieser Felsen schnorcheln. Doch meist herrscht ziemlicher Wellengang, da die karibische See dort gleich recht tief wird und es kein vorgelagertes Riff gibt. Man findet auch stets ein Schattenplätzchen, da der gesamte Strand gesäumt wird durch hohe Kokospalmen. Ich liebe es, im Schatten der Palmen zu liegen, und auf das in der Sonne glitzernde Wasser zu blicken. Dieses Panorama ist so schön, dass es einem fast die Tränen in die Augen treiben kann.

Auf der Fahrt zur „Englishman’s Bay“ verfahren wir uns prompt wieder einmal. Dies passiert uns fast jedes mal. Oft gabelt sich die Straße, ohne dass die Richtung ausgeschildert ist. Wenn man sich dann noch unterhält, oder die Landschaft bestaunt, befindet man sich ganz schnell auf irgendeiner schmalen Dschungelstraße, die ganz woanders hinführt. Und so ergeht es uns wieder einmal. Anstatt auf der Karibikseite entlang dem Meer nach Norden zu fahren, sind wir auf einmal im tiefsten Regenwald. Die Straßenverhältnisse werden immer schlechter, bis nur noch ein Feldweg weiter führt. Nach etwa einer Stunde beschwerlicher Fahrt entdecken wir, dass wir quer über die ganze Insel gefahren sind, und uns nun auf der Atlantikseite befinden. Die Fahrt durch den Dschungel war jedoch sehr faszinierend und beeindruckend. Mit Hilfe unserer Karte, die wir nun zu Hilfe nehmen, schaffen wir es auf Umwegen doch noch, unser Ziel zu erreichen.

Unterwegs entdecken wir am Straßenrand ein Schild „Land for Sale“. Ein Stück Land, welches sich „Little Englishman’s Bay“ nennt, wird hier verkauft. Es handelt sich um ein Grundstück, direkt an einer kleinen Bucht, vom Regenwald herunter fließt ein kleiner Fluss in diese Lagune, und direkt dahinter erstreckt sich das dichte Grün des Dschungels. Das ganze erinnert mich an den Film „Die blaue Lagune“. Dieses kleine Paradies stellt für mich eine echte Verführung dar. Vorsichtshalber fotografiere ich das Schild, denn darauf steht eine Telefonnummer. Heimlich nehme ich mir vor, dort anzurufen, um den Preis zu erfahren.

In Gedanken male ich mir bereits aus, wo der schönste Platz für ein Haus wäre. Natürlich mit einer großen Terrasse, direkt vor dem flachen Sandstrand. Aus Sicherheitsgründen müsste ein hoher Zaun um das gesamte Grundstück herum gezogen werden. Doch genau dieser Gedankengang bringt mich auf den Boden der Tatsachen zurück.

Ein zweites mal würde ich mir das doch nicht antun! Diesen Kampf hatte ich bereits vor zehn Jahren einmal verloren, als ich Tobago verließ.

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In „Abenteuer auf Tobago“ erzählt Solveigh Köllner von all den Abenteuern und Gefahren, aber auch von der einzigartigen Natur der Insel im karibischen Meer und den faszinierenden Eindrücken einer fremden Kultur.

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