Mexiko: Auf Entdeckungsreise durch Campeche

Urwald_Campeche

Datum: 03. März 2012
Uhrzeit: 09:42 Uhr
Ressorts: Mexiko, Welt & Reisen
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► Natürliche Schatzkammer

Campeche im Schnelldurchgang? Das geht nicht! Das Bundesland im Südosten ist fast 57.000 Quadratkilometer groß. Im Westen und Süden grenzt es an Tabasco und Guatemala, im Osten an Quintana Roo und den Staat Belize, im Norden an Yucatán und mit 525 Kilometern Küstenlinie an den Golf von Mexiko. Mindestens eine Woche sollte man sich für eine Entdeckungsreise durch Campeche gönnen. Der Bundesstaat mit seinen insgesamt sechs Naturschutzreservaten gilt mit seiner reichhaltigen Flora und Fauna auch als natürliche Schatzkammer Mexikos.

Dies gilt vor allem für das rund 725.200 Hektar umfassende Unesco-Biorsphärenreservat von Calakmul mit seiner zum Teil unberührten Flora und Fauna, die nur vom Amazonas-Gebiet in Brasilien übertroffen wird. Hier leben einige vom Aussterben bedrohte Tiere wie Ozelot, Puma, Jaguar und Brüllaffe. sowie mehr als 290 Vogelarten, darunter Schleiereule, Tukan und diverse Papageienarten. An manchen Tagen lassen sich die Brüllaffen nicht nur hören. Hoch oben in den Bäumen hangeln sie sich von Ast zu Ast und scheinen ihrerseits die wenigen Besucher zu beobachten. Hier wachsen zahlreiche Edelhölzer wie Mahagoni und mittelamerikanische Zeder, der Zapote-Baum, der Redwoodund natürlich der Ceiba (Kapokbaum), der heilige Baum der Mayas und seltene Orchideenarten, die nur auf der Halbinsel Yucatán vorkommen.

Die Küstengewässer sind Heimat unter anderem von Pampano, Adlerfisch, Krackbarsch, weißer Garnele, Languste, Schildkröten und der Blauen Schnecke. Das Meer ist hier ruhig, eine stets frische Brise macht das ansonsten heiße Klima erträglich. Im Naturschutzgebiet der Laguna de los Términos lebt eine Vielzahl von Vögeln; im Waldgebiet kann man Jaguare und Ozelots, Weißschwanzhirsche, Wildschweine, Gürteltiere und Waschbären, Brüllaffen, Stachelfüchse und Pecaris beobachten. Im Sumpf- und Morastgebiet gibt es Krokodile sowie den endemischen Pejelagarto-Fisch. Gleichzeitig ist die Lagune die Kinderstube für Flaschennasendelfin, Seekuh und der Weißen und Karettschildkröte.

Höhlen, Wasserfälle, Flüsse und Lagunen:
Ideal für Wassersportler

Südlich von Campeche an der Laguna de Términos lockt die Isla Aguada mit zauberhaften Landschaften. Die Lagune gilt als Geheimtipp für Angler, die sich hier ihr Abendessen selbst fischen können. Seybaplaya und Sabancuy sind besonders bei Seglern und Windsurfern beliebt. Die Strände von Sabancuy gehören neben denen von Ciudad del Carmen zu den schönsten des Landes.

Ein Geheimtipp ist Playa Bahamitas, nur 16,5 Kilometer von Ciudad del Carmen, entfernt. Mit kristallklaren Wassern wie in den Bahamas (daher auch der Name „Klein Bahamas“), feinem Sand und tropischen Bäumen bietet Bahamitas ein Naturerlebnis von wirklich außerordentlicher Schönheit: Ein Farbenspiel in den Tönen Grün, Weiß und Blau. Playa Bahamitas ist ideal zum Schwimmen, Tauchen, Skysurfen, Windsurfen und für die Sportfischerei. Nördlich von Campeche liegt das Naturreservat Los Petenes mit Punta Nimún und Isla Arena, die an das Biosphären-Reservat von Celestún in Yucatán grenzen.

Zahlreiche Wasserlöcher, unterirdische Lagunen (Cenotes) und Höhlen im Landesinnern warten auf Entdeckung. Dazu zählt vor allem die Höhle mit dem für Fremde unaussprechlichen Namen Xtacumbilxunaan (“Versteck der Prinzessin“) etwa 110 Kilometer nordöstlich von Campeche (Nationalstraße 281) mit ihren in Tausenden von Jahren vom Wasser geformten Stalagmiten und Stalaktiten. Hier fließen zwei unterirdische Flüsse, außerdem gibt es eine unterirdische kleine Lagune. Der Ort ist ideal zum Höhlentauchen und Rappel. Zu den beeindruckendsten Wasserfällen gehört Salto Grande bei Candelaria (zu erreichen über die Nationalstraße 186 von Escárcega Richtung Villahermosa und weiter die 221), in dessen Becken man schwimmen und tauchen kann.

Koloniale Schätze

Sehenswerte Orte auf einer Rundreise durch Campeche sind neben der zauberhaften Hauptstadt die Städte Calkiní, berühmt für ihre Hüte und Korbwaren, und Hecelchakán auf dem Weg von Mérida nach Campeche. Etwa 30 Kilometer südlich von Campeche Richtung Edzná liegt die restaurierte ehemalige Sisal-Hazienda Uayamón. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und gilt als eine der First-Class-Adressen auf der Halbinsel Yucatán – nicht nur für „Honeymooners“. Die Anlage ist auch bei Unternehmen sehr beliebt für Seminare und Tagungen.

Die Ex-Hazienda Blanca Flor (zwischen Calkini und Hecelchkán nordöstlich von Campeche) ist ein Geheimtipp. Die Hazienda, in der vor etwa 150 Jahren Charlotte, die Frau des mexikanischen Kaisers Maximilian von Habsburg einst auf ihrem Weg nach Mérida übernachtete, stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist heute ein zauberhaftes Hotel mit 20 Zimmern. Sie ist nicht so luxuriös aufgepeppt worden wie Hacienda Uayamón, aber um so sympathischer und obendrein erschwinglicher. Hier bekommt man noch eine Vorstellung über das frühere Leben auf dem Lande. Die Hazienda – die auch heute noch landwirtschaftlich betrieben wird und Selbstversorger ist – gehört Dr. Roberto Casillas Hernández, einst Privatsekretär des ehemaligen Präsidenten José López Portillo Anfang der 80er Jahre und Autor bedeutender juristischer Fachbücher und spannender Dokumentationen (u. a. über die Odyssee des Schahs von Persien Reza Pahlewi ins zeitweise mexikanische Exil). Wer Glück hat, sitzt mit ihm und seiner sympathischen Frau Gilda Castellanos beim Essen am Tisch oder abends vorm Kamin und kann sich auf hochinteressante intellektuelle Gespräche mit dem Schriftsteller einstellen.

Auf dem Weg von Campeche nach Ciudad del Carmen liegt der sympathische Küstenort Champotón, wo der gleichnamige Fluss in den Golf von Mexiko mündet. Ciudad del Carmen liegt auf einer Insel zwischen dem Golf von Mexiko und der Laguna de Términos. Die neue Küstenstraße nach Ciudad del Carmen ist traumhaft schön – sie führt direkt am Meer entlang und bietet streckenweise eine spektakuläre Sicht auf das smaragdgrün leuchtende Meer. Restaurants an den kilometerlangen weißen Sandstränden locken zu einer Rast.

Tipps: In Campeche ist das Klima überwiegend heiß und feucht. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 26 Grad C. In der Trockenzeit steigen die Temperaturen auf 32 Grad und mehr. Die Trockenperiode dauert etwa von November bis Mai.

Autorin: Herdis Lüke

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