Explosion in Erdölraffinerie in Venezuela: Wahrscheinlich über 50 Tote

lückert

Datum: 27. August 2012
Uhrzeit: 13:38 Uhr
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Regierung verschweigt wahres Ausmaß der Katastrophe

Laut dem katholischen Erzbischof von Coro, Monseñor Roberto Lückert, hat die Explosion in der Erdölraffinerie im venezolanischen Bundesstaat Falcón vermutlich mehr als 50 Todesopfer gefordert. In einem Interview wies der Geistliche erneut darauf hin, dass die Regierung das wahre Ausmaß der Katastrophe verschweigt und die Bevölkerung in Falcón total verängstigt ist.

„Es gibt viel mehr Tote und Verwundete, als die Regierung bekannt gibt. Es gibt unzählige Vermisste, die möglicherweise nie mehr entdeckt werden“, so Leon in einem Interview mit der staatlich nicht kontrollierten Tageszeitung La Verdad (Die Wahrheit). Nach seinen Worten zerstörte das Feuer nicht nur die Unterkünfte der Bolivarischen Nationalgarde (GNB), sondern auch die ihrer Familien.

Lückert zeigt sich überzeugt, dass die „nationale Katastrophe“ durch die Nachlässigkeit der derzeitigen Verwaltung ausgelöst wurde. „Sicherheit und Wartung sind die wichtigsten Grundsätze in einer Raffinerie und beide wurden in den letzten 10 Jahren vernachlässigt. Die hochqualifizierten Techniker wurden entlassen, die jetzigen Rothemden haben kein Fachwissen und können die notwendigen Voraussetzungen zum Betrieb dieser Anlagen nicht erfüllen“.

Der Bischof berichtet, dass die ganze Region unter einem Mangel an Medikamenten und Personal leidet. Er forderte die Menschen im ganzen Land (einschließlich der Politiker) dazu auf, Medikamente und Materialien für diejenigen bereitzustellen, die bei der Katastrophe ihr Hab und Gut verloren haben. „Die Regierung akzeptiert keine Hilfe. Wir versuchten vergeblich, mit Minister Rafael Ramírez und Vizepräsident Elias Jaua zu sprechen“, so Leon.

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  1. 1
    Linus Bracher

    Nach nicht offiziellen Quelle, deshalb 1.000 mal vertrauenswürdiger wie die Regierung, gibt es über 80 Tote. Das wird dem Drecksack endgültig das Genick brechen. Selbst wenn er sich nach den Wahlen zum Sieger ausruft, werden sie ihn und seine Lumpenbande meucheln.

  2. 2
    Der Bettler

    Mich wundert ja sehr,daß er bisher noch nicht gemeuchelt wurde.Sogar in so einer traurigen Situation,lügen sie noch der Bevölkerung das blaue vom Himmel runter.Gut an der Sache ist,daß ihm das schwer schadet,und jetzt auch sein wahres ich ans Tageslicht kommt.Wenn ein Erzbischoff solche Vorwürfe hervorbringt,wird wieder ein Teil von den“ ist mir egal“ Menschen
    aufwachen.Es wird alles gut.

  3. 3
    Annaconda

    Da schreibt doch einer der Foristen(ich glaube Rene) socialismo ,patria o muerte(Sozialismus,Vaterland oder Tod)…….disco rayado….es heisst nun socialismo, patria Y muerte(Sozialismus,Vaterland UND Tod)1.Die Ereignisse,Konsequenz einer unverantwortlichen Regierungspolitik haben in der Tat Tod(muerte) über das Land gebracht.Die letzten sind die Opfer einer unglaublichen Nachlässigkeit von Seiten der Verantwortlichen in der Erdölraffinerie Amuay.Wie immer wird mit Lügen und Zynismus auf die Tragödie reagiert.Der Regierung ist alleinig ihr Machterhalt mit allen Mitteln wichtig,deswegen haben sie auch in Amuay und in der gesamten Petroindustrie vor Jahren ca.20000 Fachkräfte entlassen um diese Stellen mit „regimetreuem“ Personal zu besetzten,die Folgen sind eine enorme Steigerung der Unfälle.Aber die Konsequenzen bezahlt das venezolanische Volk.Wie ist es möglich ,dass eine der grössten Raffinerien nicht automatisch die Ventile geschlossen werden,wenn das Sicherheitssystem(sollte doch existieren?)Gasaustritt registriert.Dem „Raffineriesupergau“ gingen im letzten Jahr an die 100 Zwischen- und Unfälle vorraus.Die umliegende Bevölkerung(auch viel zu nahe Wohngebiete)reklamierte schon am Freitag einen starken Gasgeruch und nichts geschah, bis um Mitternacht die Katastropohe ausbrach.Es ist das Grundproblem,dass im ganzen Land nicht in Prävention und Sicherheit gesteckt wird und die verstaatlichte Erdölindustrie nur noch den Parteiinteressen unterliegt.Der Energieminister reagierte wie üblich mit Zynismus und Lügen und versuchte die Katastrophe lapidar herunterzuspielen und Chavez wiederum belästigt mit geschwollenen Reden(„die gefallenen Soldaten sind nun Helden der Revolution und postmortum befördert).Soviel Taktlosigkeit,Unverantwortlichkeit und Zynismus ist eine Beleidigung der Opfer und deren Familienangehörigen.Ihr „geliebtes Volk“ schert sie einen Dreck und ist nur Mittel zum Zweck.Der Staat ist verpflichtet seinen Bürgern das LEBEN zu garantieren: 150000 Tote durch Mord 1999-2012,511 Mordopfer Juli 2012 Caracas,550 ermordete Gefangene in einem Jahr,kürzlich 22Tote in Gefängniss Merida,28 Tote in Yare Gefängniss und jetzt ca.50 Tote(zahl wird sich leider noch erhöhen)in Amuay,nicht gerechnet die vielen Todesopfer durch Verkehrsunfälle wegen zusammenbrechenden Brücken und kolapsierter Infrastruktur,Gesundheitswesen am Boden……etc.!! Ja eben SOZIALISMUS, VATERLAND, UND TOD !!!!!

  4. 4
    Silvia W

    Ouhhh,Annaconda – nicht aufregen!!

    Du kannst Leuten,die sich in ein fremdes Land verliebt haben [durch Urlaub/Patriotismus/grenzenlose Sympathie??..oder warum auch immer–??] die „andere Realitaet“ durch Erfahrungsberichte nicht nahebringen!!
    Ich haenge seit 10 Jahren im Nahen Osten fest und wollte auch schon des Oefteren einige Unklarheiten beseitigen bzw Diverses richtig stellen – ich machte mit damit nur Feinde-anstatt;Freunde!! Man glaubt einem NIX!!
    Aus einem Forum bin ich sogar gleich rausgeflogen,als ich die Warnungen der dt Botschaft kritisierte…bzw manch andere Dinge richtigstellen wollte!!

    Manch rosarote Brillen kleben einfach fest!!

    • 4.1
      Annaconda

      Ja danke ,es ist schwer sich nicht aufzuregen ,wenn man sieht wie die Wirklichkeit oft verdreht wird.Aber dennoch muss man Misstände aufzeigen,auch wenn es manchmal nur ein Tropfen auf den heissen Stein erscheint.Foristen,welche nicht die Verhältnisse im Land kennen,lohnen sich kaum zu überzeugen.Es geht vielmehr darum,dass man nicht immer indiferent angesichts der Geschehnisse sein sollte.Denn auch der Tropfen peu a peu erweicht den Stein.Ich erinnere mich noch gut an die Debatte in den 70- und 80 ziger Jahre zum Thema Atomkraftwerke.Da wurde man auch als Spinner und Phantast abgetan und alle Proteste als quasi unnütz deklariert.Ja und heute widerspricht fast keiner mehr, den damals als utopisch abgelehnten Argumenten.Es besteht Hoffnung auf Änderung, auch wenn es manchmal und besonders im Falle von Venezuela sehr langsam geht.

  5. 6
    Der Bettler

    Der Brand ist gelöscht,und nach Worten Chavez, am Montag die Raffinerie
    wieder voll in Betrieb.Eine Vernachlässigung der Wartungsarbeiten ist eine Unterstellung der Opposition,und daß eine ganze Stadt schon 16 Stunden
    vor der Explosition Gas gerochen haben, ist eine Lüge.Da haben wir alles wieder mal wie gehabt.Die vielen Toten,die sich mit Sicherheit noch erhöhen werden,das Leid der Hinterbliebenen,und der Geschädigten ist
    wieder mal nur Nebensache.Wenn das alles wieder im Sande verläuft,dann
    ist den Venezolanern und dem Land nicht mehr zu helfen.

  6. 7
    Annaconda

    Ich glaube eher sind die brennbaren Stoffe in den jeweiligen Tanks einfach zu Ende verbrannt,als dass die Superexperten etwas gelöscht haben.Bleiben wie immer viele Fragen offen unter anderem auch,welche Konsequenzen das tagelange Fiasko für Ökologie und Ökonomie haben wird?Herr Bettler,die Menschen sind für diese Skrupelosen nur potentielle Wählerstimmen,mehr nicht.Die werden dann eben,nach ihrem Tode befördert,während sie wahrscheinlich lieber zu Lebenszeiten ein würdiges Daseins gehabt hätten.

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