Evo Morales: Chile ist eine Bedrohung und eine Gefahr für die Region

ch

Datum: 02. Oktober 2012
Uhrzeit: 08:20 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Bolivien will das Meer zurück

Nach Ansicht des bolivianischen Präsidenten Evo Morales ist Chile nicht nur eine Bedrohung für Bolivien und Peru, sondern für die ganze Region. Das Staatsoberhaupt des südamerikanischen Binnenstaates reagierte mit seiner Aussage auf die Äußerungen des chilenischen Außenministers Alfredo Moreno, der die Forderungen von Morales nach einem direkten Zugang zum Meer abgelehnt hatte.

Morales hatte seinen Auftritt auf der Generalversammlung der UNO in New York unter anderem dazu genutzt, auf die nach dem Krieg gegen Chile (1879 bis 1880) verlorenen Küstengebiete aufmerksam zu machen. „Es gibt einen seit mehr als 100 Jahren voll gültigen Vertrag, der auch weiterhin eingehalten werde“, so Moreno. Chiles Präsident Sebastian Piñera bekräftigte die Worte seines Außenministers. „Chile wird seine Rechte mit allen erforderlichen Maßnahmen verteidigen“.

Der Salpeterkrieg (Guerra del Pacífico) wurde zwischen Chile, Peru und Bolivien um die Gebiete Región de Arica und Parinacota, Región de Tarapacá und Región de Atacama, im heutigen Norden Chiles in den Jahren 1879 bis 1884 geführt. Peru und Bolivien hatten sich vor dem Krieg in einem geheimen Vertrag gegen Chile verbündet. Am 4. April 1884 kam zwischen Chile und Bolivien der Vertrag von Valparaíso zustande. Darin erhielt Chile die Küstenregion um Antofagasta, was Bolivien neben dem Verlust einer Provinz auch den Zugang zum Pazifik kostete. Bolivien wurde dadurch wieder zu einem Binnenstaat. Hafenstädte wie Antofagasta, Iquique und Arica wurden endgültig ins chilenische Staatsgebiet eingegliedert.

Erst 1904 wurde der bis heute gültige Friedensvertrag zwischen Chile und Bolivien unterzeichnet, in dem Bolivien die Zugehörigkeit der Atacamaregion zu Chile bestätigte. Im Gegenzug gewährte Chile Bolivien den zollfreien Zugang zu den Häfen von Arica und Antofagasta und den Bau einer Bahn, die die Hauptstadt La Paz mit der Küstenstadt Arica verbinden sollte.

„Verträge können geändert werden und vieles hängt vom politischen Willen ab. Wenn die Vereinigten Staaten den Panama-Kanal an das panamaische Volk zurückgeben konnten, dann kann Chile das Meer an Bolivien zurückgeben“, betonte Morales.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!