„Weltwassertag 2013“: Brasilien muss bis 2050 über 300 Milliarden US-Dollar aufwenden

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Datum: 25. März 2013
Uhrzeit: 11:18 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Nur knapp zwei von zehn Litern Frischwasser nutzbar

Der Weltwassertag wird seit 1993 jährlich am 22. März begangen und ist das Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. Der „Weltwassertag 2013“ steht unter dem Motto „Wasser und Zusammenarbeit“, zugleich Thema des Weltwasserjahres 2013. UN-Studien zufolge wird der globale Wasserverbrauch weiter ansteigen, auch weil bis 2050 die Weltbevölkerung von heute sieben auf neun Milliarden Menschen wächst. In Brasilien, dem grössten Land Lateinamerikas, sind nur knapp zwei von zehn Litern Frischwasser nutzbar. Um das Defizit Abwasserentsorgung zu halbieren, sind laut Experten in den nächsten 12 Jahren 50 Milliarden US-Dollar notwendig. Für die vollständige Beseitigung bis zum Jahr 2030 werden rund 330 Milliarden Dollar aufgewendet werden müssen.

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In vielen Weltregionen zeichnet sich eine ernste Wasserkrise ab. Um diese Krise zu lösen, braucht es in allen Staaten mehr Zusammenarbeit zwischen den oft getrennten Politikfeldern Wasser, Energie und Landwirtschaft. Zugleich müssen die Staaten international enger zusammenarbeiten. Darauf machte die Deutsche UNESCO-Kommission zum Weltwassertag am 22. März aufmerksam. Derzeit haben rund 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, mehr als 2,5 Milliarden Menschen haben nicht einmal einfache sanitäre Anlagen. Neben dem Bevölkerungswachstum und den veränderten Konsummustern tragen auch eine ineffiziente Landwirtschaft, die Klimaerwärmung und Energieversorgung zur Wasserknappheit bei.

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Brasilien hat eine beeindruckende Anzahl von Wasserreserven, das größte Reservat ist das Amazonas-Becken und der Großteil der Bevölkerung lebt nicht in dieser Region. Die größte Herausforderung für die Regierung in den kommenden Jahren wird deshalb das Wasser-Management sein. Interessenkonflikte bei der Verwendung des kostbaren Nasses sind ausreichend vorhanden. In mehreren brasilianischen Bundesstaaten kommt es regelmässig zu Rechtsstreitigkeiten zwischen der landwirtschaftlichen Industrie und privaten Verbrauchern. Zur Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch sind 15.000 Liter Wasser erforderlich, die Gewinnung von einem Kilo Reis benötigt 3.500 Liter. Ein Bericht der UN bestätigt, dass 70% des vom Menschen verzehrten Frischwassers in die Landwirtschaft geht.

Das grösste Land Südamerikas hat dabei mehrere Probleme. Der flächen- und bevölkerungsmäßig fünftgrößte Staat der Erde ist in mehrere Regionen unterteilt. Brasiliens Landschaft ist von ausgedehnten Regenwäldern des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirgen im Süden geprägt. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes im Süden und in den Savannengebieten des Mittelwestens (Cerrado) liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.

Das Wasserkraftpotenzial im Amazonasbecken wird hauptsächlich für die Stromerzeugung genutzt. Im Nordosten des Landes (Sertão) ist die Dürre die größte Herausforderung für die Behörden. Im Süden und Südosten des Landes ist das Problem der Umweltverschmutzung in der Nähe großer Städte gravierend, eine umfangreiche Abwasserentsorgung verschlingt Milliarden US-Dollar.

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