Yoani Sánchez: Regime auf Kuba ohne Venezuela nicht überlebensfähig

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Datum: 23. April 2013
Uhrzeit: 10:18 Uhr
Leserecho: 14 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Diktatur wird den Tod seiner Führer nicht überleben

Nach rund 20 vergeblichen Ausreiseversuchen in fünf Jahren hat Kubas weltberühmte Bloggerin Yoani Sánchez Anfang dieses Jahres infolge gelockerter Reisebestimmungen einen Pass erhalten und durfte Mitte Februar 2013 ihre erste Auslandsreise seit fast zehn Jahren antreten. Sánchez, vom kommunistischen Regime der Karibikinsel gerne als „Söldnerin der USA“ betitelt, besucht nun knapp drei Monate lang zwölf Länder.

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Sánchez ist innerhalb weniger Jahre zur international bekanntesten unabhängigen Stimme ihres Lands geworden. Auf ihrem Blog Generación Y beschreibt sie seit 2007 ungeschönt den Alltag im Reich Fidel und Raúl Castros – einschließlich Versorgungsengpässen, Verkehrschaos und Perspektivlosigkeit. Gerade weil diese Skizzen subjektiv ausfallen, fängt Sánchez mit ihnen die Probleme und Gefühle vieler Kubaner ein. Zugleich scheut sie sich nicht, politische Missstände zu benennen oder die Regierung mit Aktionen wie einem Online-Interview mit US-Präsident Barack Obama zu provozieren.

Die kubanische Regierung versuchte anfangs, Sánchez‘ Blog für Leser im eigenen Land zu sperren. Doch angesichts Dutzender Übersetzungen, einer nach Millionen zählenden Leserschaft im Ausland, Dutzender Auszeichnungen und Gastbeiträgen in Zeitungen rund um den Globus erwies sich diese Strategie als nicht haltbar. Mittlerweile setzt die Regierung bevorzugt darauf, die Bloggerin als Söldnerin des Auslands darzustellen, die Lügen über die Situation im Land verbreite.

In einem Interview in Madrid wies Yoani darauf hin, dass die kubanische Regierung die Bedeutung der Internets noch immer nicht erkannt habe. Sie verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sie während ihrer Tour durch mehrere Länder den „Mythos“, welchen das kommunistische Regime geschaffen hat, erfolgreich entwirrte.

Sánchez warnte, dass das Regime in Havanna sein Überleben auf die Beharrlichkeit seiner aktuellen Führer stützt. „Das Regime wird den Tod seiner Führer nicht überleben. Das beste Beispiel ist Venezuela, wo den Menschen ein falsches Gefühl der Kontinuität vorgegaukelt wird. Ich glaube nicht, dass Venezuela nach dem Tod von Chávez noch lange in seiner jetzigen Form existieren wird. Kuba wäre ohne die politische und wirtschaftliche Hilfe aus Venezuela schon längst kollabiert“, so die 32-jährige.

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  1. 1
    Der Bettler

    Genau so wird es kommen.Es braucht nur alles seine Zeit.Hinweg mit dem Pack,daß die Menschenwürde,mit Füßen tritt,und über Leichen geht für den
    Machterhalt.

  2. 2
    Boris

    Yoanni trifft sich nicht rein zufällig mit profaschistischen Kräften, ich finde sie ekelhaft. Auch die andere gekaufte Sölderin der „Damen in Grün“ ist durchaus für die Batista-Diktatur zu haben. Für die Menschenrechte…

    • 2.1
      Annaconda

      He ,die Batista Diktatur ist schon seit 1959 tot.Was wühlt ihr denn ständig in der Vergangenheit rum….nimm dir mal ein Lexikon zur Hand,damit du siehst, wer hier die Faschisten sind.Die Welt benötigt Neue Modelle welche pragmatischer die heute existierenden Probleme angeht.

      • 2.1.1
        Ortwin B.

        Ihr Zweifel ist natürlich berechtigt, hier kommt davon tatsächlich nicht allzu viel an – und wenn, dann höchstens gefiltert und vorinterpretiert. Das ist aber hier wie in jedem Blog auch nicht viel anders. Was sagen sie denn vor Ort ganz konkret? Von Pauschalverurteilungen, egal aus welcher Richtung, halte ich nämlich gar nichts. Vielen Dank übrigens, dass sie sich von meinen nicht gerade freundlichen Worten nicht gar zu sehr aus der Fassung haben bringen lassen. So ist das leider bei solchen virtuellen Diskussionen. Das ändert aber zunächst einmal nichts daran, dass ihre beiden Aussagen über Vergangenheit recht widersprüchlich sind, oder? Soll man nun, oder soll man nicht, Ihrer Meinung nach?

      • 2.1.2
        Annaconda

        Warum sollte ich mich aus der Fassung bringen lassen,in Venezuela schwimme ich schon lange gegen den Strom und somit ist man harte Worte gewohnt.Als 1998 Chavez gewählt wurde,versprach er eine Neue Gesellschaft aufzubauen .Korruption,Armut ,soziale Ungerechtigkeit zu beenden.Berechtigte Zielsetzung,dennoch warnte ich davor einen Militär zum Präsidenten zu wählen,zumal man einen Zivilisten zwar militärisieren ,aber einen Militär nie zivilisieren kann.Leider habe ich recht behalten und die Gesellschaft wurde zunehmend militarisiert und die Regierung immer totalitärer.Die Ideologie dient nur noch zum Stimmenfang und die Wahlen sind zum Make-up verkommen.Aus der Vergangenheit wurde leider in Venezuela nicht gelernt und man fiel wieder einem demagogischen Populismus zum Opfer,welcher das Land geteilt und ruiniert hat.Die positiven Änderungen fanden nicht statt und es hat sich verschlimmert.Im Falle Venezuela war die Medizin (der sog.Sozialismus des XXI Jahrhunderts) schlimmer als die Krankheit (Neoliberalismus der 4.ten Republik). Um auf Kuba zurückzukommen,wenn man sich mit den meisten Kubanern unterhält,muss man deren Angst, eine eigne Meinung zu äussern, zunächst abbauen.Mehr als 50 Jahre zu erleben,dass Andersdenken negative Folgen hat,verinnerlicht man.Aber wenn mal die Angst überwunden ist,so zeichnen sie ein Bild von ihrem Land,welches Armut,Elend und viele Engpässe in der Nahrungsversorgung,öffentlicher Service widerspiegelt.Ich denke auch in Kuba wurde für die Meisten,der Traum vom sozialitischen Paradies zum Albtraum.

  3. 3
    J. Senkenberg

    Der Großteil der Menschheit findet solche Typen wie Boris ekelhaft.

    • 3.1
      Ortwin B.

      Die Bewussten der hier Mitlesenden werden wohl solche Typen wie J.Senkenberg ekelhaft finden, der/die sich anmaßt, für den Großteil der Menschheit zu sprechen. Ich befürchte, so ganz gleichgeschaltet ist die Masse doch noch nicht.
      Und was die Anakonda betrifft, die statt im Wasser zu bleiben hier Gedankenblitze absondert – ihr kann ich nur sagen: Wer aus der Vergangenheit nichts lernt, hat die Zukunft nicht verdient.

      • 3.1.1
        Annaconda

        Gerade weil hier nicht aus der Vergangenheit gelernt wurde,haben wir ein Regime welches die Zukunft der Menschen hier verbaut(ich meine Venezuela,Kuba kenne ich nur aus zweiter Hand,da wir viele Kubaner hier kennen).Ich bezweifle ,dass sie die Äusserungen der momentan in Venezuela Regierenden kennen oder anhören,dass ist eindeutig faschistischer Sprachgebrauch.

      • 3.1.2
        alexandro

        Schreiben Sie sich Ihren letzten Satz am besten selbst hinter die Ohren, denn aus Ihren Statements ist nicht zu erkennen,das Sie aus der Vergangenheit irgend etwas gelernt haben.Solche Linkstheoretiker habe ich in meinem langen Leben schon viele kennen gelernt um nach Jahren festzustellen wie sie zu Kapitalisten mutierten

      • 3.1.3
        el rótulo rojo

        @alexandro
        Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung. Richtig so, waschen sie den Leuten nur tüchtig das Gehirn, dann denken sie hoffentlich, sie sind nicht unsere fünfte Kolonne und tun etwas für sich selber. Wir haben es dann leichter und müssen nicht so tief in die Trickkiste greifen. Es wäre ja nicht auszudenken für uns, wenn jemand tatsächlich etwas aus der Vergangenheit lernen und nicht mehr das Wichtigste ignorieren würde, nämlich genau den Machterhalt! Oder sind sie etwa auch jemand von denen, die glauben, Wahlen hätten irgendetwas mit demokrati(sti)scher Willensbekundung durch das Volk zu tun? „Wahlen ändern nichts, sonst wären sie ja verboten“. Um das zu erkennen, hilft auch kein „langes Leben“, denn irgendwann soll es da mit der Erkenntnis auch wieder bergab gehen.

      • 3.1.4
        Annaconda

        @el rotulo rojo…..was wäre die Alternative?Keine Wahlen?

  4. 4
    Daniel

    Leider liegt Yoanni in diesem Punkt falsch. Raul ist durchaus ein größerer Reformer als sein großer Bruder Fidel. Mit den Exporthäfen, dem Tourismus und der Pharmaindustrie wachsen zur Zeit wesentliche wirtschaftliche Standbeine Kubas signifikant, um auf Sicht auch ohne die Ölhilfen aus Venezuela lebensfähig zu sein. Darüber hinaus hat Raul mit Miguel Díaz-Canel den perfekten Nachfolger bereits in der Hinterhand. Das Regime in seinen Grundformen wird somit noch einige Jahre bestehen bleiben.

    • 4.1
      Fideldödeldumm

      Dem Tourismus? Der ist mittlerweile schweineteuer, dass so gut wie gar keiner mehr dorthin will. Den Exporthäfen? Für Zigarren und Rum reicht ein Exporthafen! Die Pharmaindustrie verkauft fast nur an die 3. Welt, wo es nicht viel zu verdienen gibt. Waren Sie überhaupt schon mal auf Cuba?

  5. 5
    Daniel

    Danke der Nachfrage, ich war bereits mehr als einmal in Cuba. Dazu bin ich studierter Touristiker, und bei Aussagen wie „schweineteuer, dass so gut wie gar keiner mehr dorthin will“ muss ich dann doch etwas schmunzeln.

    Die Wachstumszahlen im Kuba-Tourismus liegen jährlich bei rund 5% (davon können einige Destinationen in Europa nur träumen), die Nachfrage der Kanadier (als deren Mallorca der Karibik) ist ungebrochen und die Zuwächse aus D, FRA und ITA sind zum Teil zweistellig per anno: http://en.wikipedia.org/wiki/Tourism_in_Cuba

    Sollte sich zudem die kumulierten Zahlen aus dem ersten Quartal 2013 für das ganze Jahr bestätigen, könnte Kuba sogar in diesem Jahr noch die 3 Millionen-Marke knacken: http://latina-press.com/news/149776-kuba-ueber-eine-halbe-million-auslaendische-touristen/

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