Backpacking durch Südamerika – allein oder gemeinsam die schönsten Orte erkunden

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Datum: 21. August 2013
Uhrzeit: 15:13 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Exemplarische Backpacking-Route entlang der Panamericana

In Südamerika können Alternativreisende ihren Traum vom ausgedehnten Reisen auf wochen-, oder sogar monatelangen Backpackertrips leben. Nur mit dem Nötigsten ausgestattet erkunden sie die Geheimnisse des Kontinents auch abseits abgetretener Touristenpfade. Die Reiserouten führen entlang alter Indiopfade, Wasserstraßen und Kultstätten der Inka. Hier kommt man den Ursprüngen einer versunkenen Kultur nahe und erlebt gleichzeitig die ungezähmte Lebensfreude der Südamerikaner. Tropischer Regenwald trifft auf trockene Wüste. Manchmal sogar noch an der Küste.

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Warum ist Backpacking ein typischer Single-Urlaub?

Die Strecke entlang der Anden kann auch allein bestritten werden. Der Solo-Urlaub hat einige Vorteile: Die Wahl der Route, die anvisierten Sehenswürdigkeiten und Hotels – all das bestimmt der Backpacker selbst. Wer das Backpacking als Pärchen angeht, muss sich immer an die Geschwindigkeit des anderen anpassen und kompromissbereit sein. Alleinreisend steht der Freiheitsgedanke, auf den das Backpacking schließlich baut, im Vordergrund.

Sind Singles im Urlaub glücklicher?

Singles gewinnen dem Alleinreisen viel Positives ab. Laut einer aktuellen Studie der Singlebörse FriendScout24 zum Thema „Urlaub 2013“ glaubt jeder dritte Single, dass sie allein mehr erleben als zu zweit oder mit der Familie. Jeder zweite schätzt, dass die Wahrscheinlichkeit, mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen, allein größer ist. Mit gutem Grund: Es sind genügend Traveler unterwegs, von deren Erfahrung sie profitieren können. So werden sie schnell Teil der rastlosen Backpacker-Community, erweitern ihren Horizont und bekommen Inspiration für neue Reiseziele. Trotzdem glauben 40% der befragten Verheirateten, dass im Single-Urlaub der Erfahrungsaustausch mit anderen fehlt.

Sie stehen dem Thema grundsätzlich skeptisch gegenüber. Nur einer von zehn glaubt, dass man allein mehr erlebt. Kritisch sehen sie auch den Kostenfaktor. 44% der Verheirateten glauben, dass Singles einen teureren Urlaub erleben, wenn sie etwa für Ein-Zimmer-Unterkünfte Aufschläge zahlen müssen. Das sehen 40% der Singles zwar auch so. Dem steht aber auch ein hoher Freiheitsgewinn gegenüber, da sie ungebunden in den Urlaub fahren können. Für 30% ist das ein entscheidendes Argument. Der geringe Sicherheitsfaktor beim Single-Urlaub lässt sich hingegen nicht so schnell wiederlegen. 33 Prozent der Frauen, aber nur 10% der Männer, halten das Sicherheitsrisiko für hoch. Sie denken auch häufiger als Männer, dass sie belächelt werden, wenn sie alleine verreisen (weitere Ergebnisse finden Sie hier).

Eine exemplarische Backpacking-Route entlang der Panamericana

Die Panamericana ist 45.000 Kilometer lang und für eine normale Backpacking-Tour etwas zu groß. Sie führt vom Norden Nordamerikas in Alaska, bis zum Süden Südamerikas nach Argentinien. Unsere exemplarische Tour führt nur durch den Teil in Südamerika und somit von Panama bis nach Argentinien.

Panama – Beim Provinzort Chiriqui kann ein Umweg über Tole eingelegt werden. Dort zeigen die ansässigen Indianer ihre Arbeiten im Kunsthandwerk. Von hier geht es in die Provinz Coclé – eine der schönsten Abschnitte Panamas. An Stränden wie dem Playa Santa Clara ist man endlich an der pazifischen Küste angekommen, kann in tiefblaues Meer eintauchen oder einfach nur die Aussicht auf die blauen Cordillera-Berge genießen. Nicht weit vom Strand entfernt gibt es eine kleine Vulkanstadt, deren Wälder Wasserfälle und Thermalbecken durchziehen.

Der nächste Punkt auf der Panamerica-Route liegt im kolumbianischen Cartagena de Indias. Die Küstenstadt ist besonders für das architektonische Erbe im Kolonialstil seiner frühen Siedler bekannt. Dazu zählen die Wallanlagen der Altstadt sowie die Verteidigungsanlage auf dem Lazaro-Hügel. Eine Reise mit einem Pferdegespann sollte auf der Tour nicht fehlen.

Es geht weiter nach San Gil. Beim Wandern in der Bergregion gibt es häufig Gelegenheiten, spontan zum Höhlenforscher zu werden oder auf der Durchreise ein Bergdorf zu besuchen. Hier kommen alle auf ihre Kosten, die sich an einer Extremsportart versuchen möchten. Die einzigartige Flusslandschaft ist der ideale Startpunkt für eine Raftingtour. Weite Seen, Wasserfälle und Flussbrücken sind beliebte Stationen fürs Bungee-Jumping oder Paragliding. In den Galerien des benachbarten Bogotá und den Museen der Hauptstadt werden farbprächtige Gemälde angesehener politischer Größen ausgestellt. Im Nachtleben (beim „rumbear“) der ehemaligen Kolonialstadt ist nichts mehr vom künstlerischen Ernst hinter diesen Ausstellungen zu spüren. Die Clubs spielen Salsa Colombiana Rhythmen; dazu gibt es cervecitas oder tragos aguardientes.

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Kolumbien nach Ecuador – In Otavalo ist jeder Tag Markttag. Selbstgemachte Hüte und Ponchos sind Zeugnis der lebendigen Indiokultur. Ein unüberschaubares Obst- und Gemüseangebot zeugt von der ertragreichen und vielseitigen Landesvegetation, die die Otavalesen dem gleichmäßig frühlingshaften Klima ihrer Region verdanken. Von hier geht es auf dem Hochlandweg zum Cotopaxi Nationalpark und seinem berühmten Vulkan. Noch heute zeugt der weitläufig trockene Boden von den Lavamassen, die hier einst entlangflossen. Zurück im Zentrum kann man in 4h mit dem Bus nach Banos reisen. Das malerische Städtchen gilt als Tor zum Amazonasgebiet. Inmitten grüner Berglandschaften beherbergt es heiße Quellen und Thermalbäder. Wer die Tiefebene einmal aus ganz neuer Perspektive betrachten möchte, begibt sich am besten auf eine Wanderung ins Naturschutzgebiet Llanganates und steigt den Hike Cerro Hermoso hinauf.

Ecuador nach Peru – Surfer und Party-Freunde werden sich in Máncora über den idyllischen Strandabschnitt des Fischerdorfs freuen. Denn er bietet ganzjährig ausgezeichnete Bedingungen zum Surfen und Schwimmen. Máncora grenzt direkt an Perus Hauptstadt an. Lima wurde an einem Abhang in Richtung Pazifik errichtet. Das Klima ist hier schon etwas rauher und verhüllt die Bergspitzen im Winter schon mal in einen Nebelschleier. Hier treffen tausend Jahre alte Lehmpyramiden am Caral-Komplex auf hochmoderne Wolkenkratzer mit Glasfront. Klöster, Kathedralen und präkolumbianische Architekturmuseen prägen das Stadtbild. Die wahren Touristenmagnete Limas sind jedoch die zahllosen Katakomben im San Francisco Kloster.

Peru nach Bolivien – Der Höhepunkt auf dem Weg ins benachbarte Bolivien ist ein Besuch beim bedrohten Titicaca-See mit seinen vielen Binneninseln. Inmitten idyllischer Terrassenfelder und leuchten-gelber Schilfhäuschen von Uros herrscht ein lebendiges Dorfleben. Jetzt ist es nicht mehr weit bis in den winzigen Ort Copacabana, nicht zu verwechseln mit der berühmtesten Strandpromenade der Welt in Rio de Janeiro. Von hier fahren Ausflugsschiffe in nur einer Stunde zur Isla del Sol. Eine halbstündige Fahrt in den Norden der Insel führt zu ihrem Herzstück, dem Puma-Felsen am Palacio-Labyrinth. Der Berg ist das Heiligtum der Inkas und gilt als Geburtsstätte ihrer Kultur. Zurück auf dem Festland geht es ein paar Kilometer in Richtung La Paz, der Hauptstadt Boliviens. Im Zentrum floriert der Handel auf indigenen Märkte. Man begegnet Paceñas mit kleinen Verkaufsständen und passiert zahlreiche Cafés, Lokale und Restaurants.

Bolivien nach Chile – Das Oasendorf San Pedro de Atacama führt einen schnurgeraden Highway entlang direkt zur Atacama-Wüste. Die Salzwüste um die Laguna Chaxa, Flamingos im Sonnenuntergang und die geschwungenen Sandformationen der Valle de la Luna sind eindrucksvolle Naturschauspiele in der Hochebene Atacamas. Weiter südlich entlang der Pazifikküste geht es zum nächsten Routenpunkt: Die Gartenstadt Viña del Mar mit ihrem Botanischen Garten inmitten des Stadtparks.

Chile nach Argentinien – Die Region um Mendoza ist für ihren hervorragenden Wein bekannt und ebnet gleichzeitig den Weg für den Aufstieg auf den Aconcagua. Der Berg kann zwar ohne technische Hilfsmittel bezwungen werden; die Ansprüche, die er an die Kondition stellt, sind jedoch enorm. Ein Tagesausflug ist für dieses Vorhaben eher nicht geeignet. Für Entspannung sorgt ein Abstecher nach Cordoba. Buntes Treiben in der Fußgängerzone und immerwährender Sonnenschein auf der Plaza San Martin geben der Stadt einen gemütlichen Flair und machen den Stadtbummel zu etwas Besonderem.

Für diese Backpacking-Tour brauchen Backpacker gewöhnlich 6 – 12 Monate, da sie sich bei einigen Stationen erfahrungsgemäß länger als einen Tag aufhalten.

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