Lateinamerika: Venezuela driftet immer mehr in Richtung Diktatur

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Maduro geht in Havanna in die Lehre (Foto: Archiv)
Datum: 26. Februar 2014
Uhrzeit: 08:27 Uhr
Leserecho: 9 Kommentare
Autor: Redaktion
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Venezuelas Präsident Maduro hat dem kommunistischen Bruderstaat Kuba in seiner knapp einjährigen Amtszeit mehr Besuche abgestattet als Vorgänger Chávez in zehn Jahren. Dass sich der selbst innerhalb Lateinamerikas als unfähig bezeichnete Nachfolger des bolivarischen Führers dort Instruktionen abholt, ist ein offenes Geheimnis und pfeifen nicht nur die Spatzen in Caracas von den Dächern. Die Castro-Greise haben Erfahrung, wie man ein Volk für dumm verkauft und „Andersdenkende“ einschüchtert. Kuba hängt am Tropf Venezuelas, ohne die Milliardengeschenke hätten die Diktatoren schon längst den Staatsbankrott anmelden müssen. Maduro geht in Havanna in die Lehre, hat aus der Vergangenheit anscheinend nichts gelernt.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Regierungspolitik Maduros nur in Ländern wie Argentinien, Ecuador, Kuba, Bolivien und Nicaragua auf Unterstützung trifft. Diese begreifen das politische System, in dem die Regierungspartei die Justiz und die Wahlbehörde völlig kontrolliert und manipuliert, die elektronischen Medien mundtot gemacht, den Printmedien das Zeitungspapier entzieht und das Parlament durch ein Notstandsgesetz ausgehebelt hat, als funktionierende Demokratie. Alle Proteste gegen das Regime werden als Umsturzversuche tituliert und finden geifernde Begeisterung bei linken/kommunistischen Verschwörern im In- und vor allem im nördlich gelegenen Ausland.

machado

Ein deutliches Beispiel für die fortschreitende Diktatur in Venezuela lieferte das Regime einmal mehr am Dienstag (25.). Oppositionspolitikerin María Corina Machado Parisca, der vor mehreren Monaten durch Regierungspolitiker bereits die Nase gebrochen wurde, sprach in der Nationalversammlung über die Studentenproteste und Fälle von Folter durch die Polizei und Militär. Dies behagte dem selbstgefälligen Regierungsklüngel nicht – die Mikrofone wurden abgeschaltet. Machado wies darauf hin, dass ihre Stimme weiterhin auf der Straße zu hören sein wird und schloss folgerichtig jede Diskussion über die Einstellung der Proteste gegen die Regierung aus.

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  1. 1
    Bono

    Heil Maduro! Du Dummpfbacke bist ja sowas von vor die Schleuse geschwommen!!! :-(

  2. 2
    MM

    @Bono: Mit wem reden Sie?

    • 2.1
      Bono

      mit dem Busfahrer,der meint, er müsste Presidendt spielen!

  3. 3
    Martin Bauer

    Maduro driftet nicht in Richtung Diktatur. Da ist er schon lange angekommen. Er driftet in Richtung Abgrund.

  4. 4
    Alba

    Ja, hat den Anschein, als ob er seinen Widersacher und zugleich alten Kumpel Adolf den Gröfatz begrüsst, anscheinend ist ihm mal wieder ein Gepenst erschienen. Heil dir du Stalinimitator (wegen seinem Schnauzbart hat er eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm).
    Ja, bald können wir dann Urlaub in der Räteteilrepublik von Grosskuba, im Landesteil Vzla. machen. Mein Gott, wenn es ihn denn gäbe, wie lange muss man denn dieses Affentheater noch ertragen, wann endlich muss aus finanziellen Gründen diese Regierung den Schirm zu machen? Es dauert leider schon sehr lange, eigentlich zu lange. Wie lange kann sich diese Bande aus Absahnern und selbstverliebten Dauerrednern noch am Ruder halten? Wann begreifen die unteren Chargen endlich, dass sie nur Mittel zum Zweck sind? Wann geht ihnen ein Licht auf, benötigen die noch mehr Details über ihre feine Regierung? Haben sie denn genügend Mittel um sich über Wasser und einen einigermassen anständigen Lebensunterhalt leisten zu können? Kann ich mir nicht vorstellen dass die da Oben mit einigen Wenigen von da Unten teilt, brüderlich.
    Nun, wenn sie es begriffen haben, dann jagen sie ihren feinen Genossen hoffentlich übers Meer ins Kubanische Reich.

    • 4.1
      Martin Bauer

      Die haben Milliarden. Nur linke Romantiker ohne Bezug zur Realität behaupten, von den Öleinnahmen käme etwas beim Volk an. Seit 2002 kommen die Petrodollars erst gar nicht ins Land.

  5. @ alba:

    Einstein hat einmal gesagt, dass das Universum und die Dummheit der Menschen unbegrenzt sei, aber im Falle vom Universum nicht sicher sei.

    Das sagt schon alles aus.

    solange die armen und recht einfaeltigen Bewohner Venezuelas, die Kriminalitaet, die Versorgungsengpaesse und die rasende Inflation ignorieren, wird sich nicht viel aendern. Sie bekommen jeden Tag gebetsmuehlenartig mitgeteilt, dass nur die faschistische Opposition daran Schuld ist. Diese verbrecherischen Demagogen sind nicht am Wohl des gesamten Volkes interessiert, sondern nur an ihrem eigenen Wohlbefinden. Sie haben so viele Dollars „gebunkert“, dass sie im Falle des Abdankenmuessens, sich fluchtartig ins Ausland absetzen koennen.

    Sehe noch lange keinen Sieg fuer die Opposition :-((

  6. 6
    lama felix

    mal ne Frage, MB:

    Du besitzt doch sicherlich ein Fahrzeug ? Oder faehrst du von Valencia nach Caracas immer mit dem Fahrrad oder Bus?

    Bezahlst du freiwillig einen Dollar fuer den Liter Sprit, damit der Staat nicht so bluten muss ? Nein, du nimmst die Geschenke auch dankbar an. Denn das gibt es nirgendwo auf der Welt, dass die „Kapitalisten“ gratis fahren koennen. Die Ghettobewohner, also die „minderwertige Mehrheit“, wie du es an anderer Stelle ausgedrueckt hast, haben nix vom billigen Benzin, denn sie besitzen keine dicken Autos, nicht einmal Kleinfahrzeuge.

    d.h. am meisten profitieren die Wohlhabenden und Reichen vom „Sozialismus des 21.Jahrhunderts“. Von den 2.5 mio Barrel pro Tag, bleiben nur 1,2 mio zum Verkauf zu Weltmarktpreisen. Der Rest fliesst in Staaten, die man sich „erkauft“ hat und wird zur eigenen Versorgung benoetigt. Diese Weihnachtsmannpolitik kann nicht funktionieren. Geschenke wohin man blickt. Schliesslich muss das korrupte Militaer noch bezahlt werden. Also irgendwo her muss das Geld kommen. Und das sind die Mrd. Dollars aus dem Oelexport.

    Der Tourismus wird auch bald zum Erliegen kommen, wenn die Welt mitbekommt, was hier im Augenblick los ist.

    Mal sehen, wie lange wir Nicolas noch geniessen duerfen ??

    hellau allerseits.

  7. 7
    lama felix

    und noch wat:

    um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, bei der Opposition handelt es sich nur um verkannte Heilige.

    All jene, die das Maul am weitesten aufreissen, haben durch die Politik der Sozialisten bestialisch gut verdient. Es geht schon bei den Privatgeschaeften los. z.B. Lebensmittel.

    Da koennen die Jungs Waren zum offiziellen Dollarpreis aus dem Ausland beziehen, verkaufen es aber mit 10 fachen Gewinn zum Schwarzmarktpreis weiter. Vor einem Jahr, also vor der Wahl Maduros, kostete 1 Kilo Rosinen 30 Bolivares. Drei Monate spaeter durften wir 250-300 Bolos hinblaettern. Das sind fast 1000 % Reibach. Jede Woche stieg der Preis um 100 %. Und so zieht sich das durch alle Sparten. Ich habe einen guten Freund in Valencia, der in Porto Cabello eine grosse Fabrik besitzt, in der er „Petroltubos“ fuer die PDVSA herstellt.

    Ich fragte ihn, wie die Geschaefte gehen, wo es doch momentan so schlecht in Venezuela aussieht. Er: ich kann nicht klagen, die laufen bestens, weil er in Dollar bezahlt wird. Und dieser Mann hat 2002 gegen Chavez rebelliert und die Lieferung eingestellt. Er waere um ein Haar seine Fabrik los geworden. Dann besann er sich eines besseren und macht mit den Chavistas die besten Geschaefte. Und so geht es vielen Unternehmern.

    Die Kritiker werden natuerlich benachteiligt, das weiss ich auch.

    tja. Man sollte nicht so einaeugig sein und so tun, als ob die „Guten“ nur bei der Opposition zu finden sind. DAS ist ein grosser Irrtum !!

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