Unruhen in Venezuela: Militär stürmt Protestlager in Caracas

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Militär räumt Protestlager in Caracas (Foto: Twitter)
Datum: 17. März 2014
Uhrzeit: 07:24 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Am Sonntag (16.) haben Soldaten der Nationalgarde mehrere Protestansammlungen von Anti-Regierungs-Demonstranten in der Hauptstadt Caracas gestürmt. Auf der Plaza Altamira im Osten der Stadt gingen sie mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Hunderte Demonstranten vor, die ihrerseits Steine und Brandsätze warfen. Nach Angaben von Reportern der Nachrichtenagentur „Reuters“ wurden mindestens 19 Personen verhaftet und nach Fort Tiuna (wichtigster Militärstützpunkt und Sitz der Heeresführung am Rand der Innenstadt) überführt.

Augenzeugen berichteten, dass Soldaten auf mindestens 50 Motorrädern anrückten und Dutzende Demonstranten einkreisten. Auf der Plaza Altamira kam es zu einer Massenpanik, Demonstranten wurden zu den Motorrädern gezerrt, Barrikaden zerstört. Präsident Maduro kündigte zugleich vor Anhängern in einem anderen Stadtteil an, „weitere Orte von Demonstranten zu befreien“.

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Die Demonstrationen von Studenten und einem Großteil der Bevölkerung dauern seit Anfang Februar an und richten sich gegen die grassierende Kriminalität, die weit verbreitete Korruption innerhalb aller Institutionen und die allgemeine Wirtschaftsmisere, die täglich zu Engpässen bei Artikeln des täglichen Bedarfs führt. Für Zorn sorgt auch die Präsenz kubanischer Berater in den Reihen der venezolanischen Armee und fast allen staatlichen Einrichtungen. Die Proteste kosteten landesweit bislang mindestens 28 Menschen das Leben, Hunderte wurde verletzt.

Zehntausende marschierten am Sonntagnachmittag (Ortszeit) gegen eine Kubanisierung Venezuelas. An den Demonstrationen beteiligte sich auch die Frau des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López, Lilian Tintori. “Ich werde nicht eher ruhen, bis mein Mann und die politischen Gefangenen und Studenten in Freiheit sind. Ich zweifle nicht eine Sekunde daran, dass wir bald ein besseres Venezuela haben werden”, so Lilian.

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  1. 1
    Alba

    Lilian Tintori, dein Wort in Gottes Ohr!!!!!!!!!!!!!
    Aber es sieht nicht gut aus, es wird zunehmend enthemmter und brutaler von Seiten der Staatsmacht. Wenigstens waren ein paar wenige von der ausl. Presse darunter, sie sollten die Welt mal am Kragen packen und aufrütteln. Aber es kommen immer nur Nachrichten aus der Ukraine, nicht dass ich es denen missgönne, aber etwas mehr Info über die Wahrheit in Vzla. könnte z.B. den dtsch. Medien nicht schaden, aber bitte keine Diskussionen mit Vertretern der Linkspartei, dann erschlage ich den TV, kann das Gewäsch von diesen Leuten nicht mehr anhören.

  2. 2
    annaconda

    „Kubanische Berater“ ist ja schmeichelhaft fuer diese Folterknechte. In Propagandreden von Maduro,werden die Demonstranten als eine laecherliche Minderheit abgewertet. Dem widerspricht aber der Aufmarsch von tausenden schwerbewaffneten Sicherheitskraeften und Militaers.Scheinbar sind es eben doch nicht eine Minderheit von „CIA bezahlten Faschisten“ !5 Wochen taeglich Protestaktionen sollten doch zu denken geben . Und mit Gewalt werden sie die allgemeine Unzufriedenheit nicht unterdruecken koennen. Die einzige Loesung ist der Ruecktritt, des 15 Jahre wie eine Zecke an der Macht haengenden Gruselkabinetts. Solange es keine Justiz fuers Volk gibt, wird es kein Frieden fuer die Regierenden geben!

    • 2.1
      Martin Bauer

      Die werden nicht zurücktreten. Das würden schon die Kubaner nicht zulassen. Ich wünschte, ich sähe einen Weg ohne massives Blutvergiessen. Aber es ist ja schon fast egal, ob man friedlich oder gewaltsam demonstriert. Die Regierung lässt in jedem Fall morden und foltern.

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