Grenzstreit Kolumbien – Venezuela: Aschiebepraxis erinnert an Zeit des Nationalsozialismus

vertreibung

Aktuelle Situation im Grenzgebiet von Venezuela und Kolumbien (Fotos: presidenciacolombia)
Datum: 27. August 2015
Uhrzeit: 14:24 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Kolumbiens Generalstaatsanwaltschaft plant eine Beschwerde gegen die venezolanische Regierung vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Grund für dieses geplante Vorgehen sind laut Alejandro Ordóñez „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ während der Deportation von mehr als 1.000 Kolumbianern im venezolanischen Bundesstaat Táchira. Während einer Pressekonferenz legte Ordóñez Fotos vor, die die Zerstörung von Häusern der Deportierten zeigte. Das Vorgehen des venezolanischen Links-Regimes erinnert laut Ordóñez „an die NS-Zeit“.

grenze

Nachdem der vor wenigen Wochen von Caracas initiierte Grenzstreit mit dem Nachbarland Guyana nicht den erhofften Erfolg brachte und aufgedeckte „Mordpläne“ gegen die Tochter von Parlamentspräsident Diosdado Cabello nur bei einigen kommunistisch angehauchten Zeitgenossen Beachtung fanden, startet Präsident Maduro nun offenbar einen weiteren Versuch, um von den Problemen im Land abzulenken. Vor wenigen Tagen ließ der Ex-Busfahrer die Grenze zwischen den beiden Ländern schließen, verhängte den Ausnahmezustand über sechs Verwaltungsbezirke und ließ zahlreiche Häuser der Deportierten mit Bulldozern abreißen. Vor dem Abriss der Behausungen wurde diese markiert – „R“ steht für Prüfung (Revisión) und „D“ für Zerstörung (Demolición und Destrucción).

altermann

Auch die Nichtregierungsorganisation Amnesty International (AI) und die katholische Kirche von Venezuela und Kolumbien zeigten sich tief besorgt über die Berichte von schweren Menschenrechtsverletzungen gegenüber den vertriebenen Kolumbianern. Laut einer Erklärung von AI berichteten mehrere Personen von Misshandlungen während den Zwangsräumungen und der Zerstörung von Häusern. Es ist unbestritten, dass sei Jahrzehnten undokumentierte kolumbianische Staatsbürger in armseligen Siedlungen auf venezolanischem Staatsgebiet hausen. Ebenfalls leben seit Jahrzehnten undokumentierte Venezolaner auf kolumbianischen Staatsgebiet. Es ist nicht davon auszugehen, dass Kolumbiens Präsident Santos die sich illegal in Kolumbien aufhaltenden Bürger des Nachbarlandes über den Grenzfluss Río Táchira treiben lässt.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!