Kuba: Demokratie-Aktivisten und Journalist aus Deutschland verhaftet

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Die Pfarrei Santa Rita im Stadtteil Miramar in Havanna ist ein Treffpunkt der "Damen in Weiß (Fotos: Damas de Blanco)
Datum: 25. Januar 2016
Uhrzeit: 13:42 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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Staatssicherheit und Polizei haben am Sonntag (24.) mehr als 150 Demokratie-Aktivisten aus verschiedenen kubanischen Oppositionsgruppen festgenommen. Dies berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und weist darauf hin, dass sich unter den Verhafteten auch ein deutscher Journalist befindet, der in Havanna das gewaltsame Vorgehen gegen die friedlich protestierenden „Damen in Weiß“ beobachtet hatte. Die regimekritischen Gruppen, darunter die „Damen in Weiß“ und die Bewegung UNPACU nahmen am Sonntag an den 38. Protestmärschen im Rahmen der Kampagne „Todos marchamos“ („Wir alle marschieren“) für die Freiheit der politischen Gefangenen auf Kuba teil. Der deutsche Journalist und Lateinamerika-Experte Dr. Benedikt Vallendar wurde dabei auf dem Bürgersteig vor der Kirche Santa Rita in Havanna Miramar verhaftet und mehrere Stunden lang verhört.

verhaftungenaufkuba

Vallendar hatte zuvor den Gottesdienst in der Kirche Santa Rita besucht und dann die gewaltsame Auflösung einer Demonstration der „Damen in Weiß“ beobachtet. Vallendar schreibt für mehrere katholische Medien, darunter die in Würzburg erscheinende Zeitung „Tagespost“ und die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). Vallendar berichtete nach seiner Freilassung zunächst einem evangelischen Pastor über die Vorkommnisse. Danach kehrte er laut IGFM in sein Hotel zurück, wo er sein Zimmer aufgebrochen und durchwühlt vorgefunden habe; es habe jedoch nichts gefehlt. Der Journalist wird am Mittwoch in Deutschland zurückerwartet.

Die Pfarrei Santa Rita im Stadtteil Miramar in Havanna ist ein Treffpunkt der „Damen in Weiß“. Sie sind ein Zusammenschluss von Frauen, deren Männer und Söhne wegen Eintretens für die Meinungs- und Pressefreiheit verhaftet wurden. Gegründet wurde die Bewegung als Reaktion auf den kubanischen „Schwarzen Frühling“ 2003, bei dem zahlreiche Regimekritiker festgenommen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Die IGFM, die auch auf Kuba mit einer Sektion vertreten ist, berichtete bereits am Sonntag vor einer Woche über die vorübergehende Festnahme von 250 Demokratie-Aktivisten, die an Protesten teilgenommen hatten. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, sieht in den jüngsten Übergriffen den Beweis für „die Angst des Regimes vor den Protesten der Demokratie-Aktivisten. Anstatt friedliche Proteste zu dulden und damit der Weltöffentlichkeit zu zeigen, dass die kubanische Regierung reformbereit ist, wird jeder Protest unterdrückt. Das ist eine schlechte Basis für den Dialog mit Europa über europäische Investitionen auf Kuba!“

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  1. 1
    VE-GE

    Genau deshalb bin ich der Meinung das was die USA gemacht hat ist falsch. Kuba hat sich nicht geaendert !

    • 1.1
      Martin Bauer

      Auf was bezieht sich deine Kritik? Auf das ewige Embargo oder die Versuche der Anäherung durch Obama?

      • 1.1.1
        VE-GE

        Beides !!

      • 1.1.2
        Martin Bauer

        Dem kann ich nur zustimmen. Das Embargo war eine weitgehend sinnlose Massnahme, ohne die Kuba mit seiner Verbrecher-Regierungun der sterbenden Sowjet-Union auch nicht auf die Füsse gekommen wäre. Verbockt hat den ganzen Mist seinerzeit die CIA nebst Militärs, die Präsident Kennedy nach Strich und Faden belogen haben, um dessen Unterschrift für den Operationsbefehl „Schweinebucht“ zu bekommen, ohne ihn über die Natur dieser Massnahme aufzuklären, der er ansonsten nie zugestimmt hätte. Darüber hinaus waren und sind die U.S. amerikanischen Geheimdienste, genau wie der BND, stets zu blöd gewesen, sich effizient gegen Kontraspionage zu schützen. Die russiche Regierung wusste deren Operationen früher und genauer Bescheid als die eigene. So wurde die „Schweinezbucht“ zum Desaster für die USA und letztendlich auch für Kuba. bezeiten ordentlich aufgeräumt, mit dem mörderischen Kommunistenpack, und Kuba könnte ein wirklich blühendes Paradis sein. Und damit meine ich, ohne Mafia-Puffs für Amis und All-Inclusive-Gettos für Europäer!

  2. 2
    Frank

    Das nur immer gegen Kuba schlecht und einseitig berichtet wird finde ich nicht in Ordnung.
    Kuba ist ein schönes Land mit seinen eigenen Regel, auch nicht vergleichbar mit dem Rest der Welt. Und Demokratie ist auch so eine Sache sowie Journalist, na ja braucht man ja nur mal bei uns schauen was hier los ist. Und dieses Embargo hat Kuba nie verdient.

  3. 3
    Martin Bauer

    „Kuba“ schlecht oder gut? „Kuba“ hat verdient oder nicht? Was soll das? Wen oder was meinen Sie mit „Kuba“?

    Niemand hat etwas gegen das Land oder das Volk. Aber die Mörderbande and der Macht gehört zum Bestialischsten, was die jüngere Menschheitsgeschichte hervorgebracht hat. In keinem Land, wo ich jemals hin kam, sehen die Menschen dies anders, mit einer einzigen Ausnahme. In Deutschland mal wieder finden sich Leute, die selbst den Terror sadistischer Mörder noch schön reden. Darin hat unser Volk ja Tradition, genauso wie im Nest beschmutzen.

  4. 4
    Manuel

    Ich nehme mal an dass der IGFM Journalist mit einem normalen Touristenvisum eingereist ist. Eine Kontrolle/Verhör ist als gerechtfertigt, da ein Journalist ein spezielles Visum braucht. (wie in jedem anderen Land auch) Vor allem wenn man bedenkt um was es sich bei der IGFM für eine Organisation handelt. Eine die in verschiedenen sozialistischen Ländern die Opposition finanziell und operativ unterstützt hat, um einen Regime Change zu provozieren. Man stelle sich das umgekehrt vor. Kubanische „Journalisten“ reisen mit Touristenvisum nach Deutschland und unterstützen operativ verfassungsfeindliche antikapitalistische Gruppen finanziell und operativ. Die würden sofort ausgeschafft/verhaftet.

    Etwas muss man mir jedoch noch erklären: Wie kommt es, dass Demos von „Todos Marchamos“ so schlecht besucht sind? In Kuba kommt ihr vermutlich mit dem „Repressions“ Argument. Was habe ihr jedoch für eine Erklärung, warum diese Demos in Miami nur jeweils 20-30 Personen besuchen? In Miami leben über 1 Millionen Kubaner. Nach Meinung der USA sind das alles politische Flüchtlinge, die jetzt in der Freiheit sind. Da sollten Sie sich doch nun alle „TodosMarchamos“ in Miami anschliessen und gegen die „Diktatur“ in Kuba auf die Strasse gehen?!

    • 4.1
      Martin Bauer

      Sie tun ja gerade so, als seien „sozialistische Länder“ legitime Gebilde, in denen Gesetze und Menschenrechte respektiert würden! Es sind bestialische Konzentrationslager, betrieben von mörderischen Verbrechern, die einer längst versunkenen Epoche angehören. Ebenso wie jeder, der diesen menschenverachtenden Schwachsinn schön zu reden versucht.

      • 4.1.1
        Manuel

        hahaha, ich kann nicht mehr vor Lachen! Meinen Sie das wirklich ernst, oder ist das ein ironischer Beitrag? :-)

      • 4.1.2
        Martin Bauer

        Sie lachen über das Elend der Opfer des Sozialismus. Bravo! Sie sind wohl einer Versammlung der LINKE entsprungen…?

  5. 5
    Frank

    Es sind bestialische Konzentrationslager, betrieben von mörderischen Verbrechern, die einer längst versunkenen Epoche angehören. Ebenso wie jeder, der diesen menschenverachtenden Schwachsinn schön zu reden versucht. „“ Ebenso der wo so ein zeug schreibt.

    • 5.1
      Martin Bauer

      Dann wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie die Praxis mal von der Seite der Unterdrückten und Verfolgten kennenlernen! Verteidigen Sie mal Nacht für Nacht Ihr Heim und Ihre Familie gegen angreifende, kubanische Berufsmörder! Ich habe das mitgemacht, mich meiner Haut gewehrt und zum Glück überlebt. Und aus der unsäglichen SBZ konnte mein Vater auch nur ganz knapp lebend entkommen. Urteilen Sie besser nicht wie ein Blinder über die Farbe! Im Namen des Sozialismus wurde und wird mehr Unheil angerichtet, als in dem irgend einer anderen Ideologie oder Religion. Nicht mal eine Bestie wie Hitler konnte da mithalten.

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