Krise in Venezuela: Pharmaverband bittet um internationale Hilfe

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In Venezuela herrscht eine äußerst angespannte und katastrophale Versorgungslage (Foto: Archiv)
Datum: 03. Februar 2016
Uhrzeit: 15:00 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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In Venezuela herrscht eine äußerst angespannte und katastrophale Versorgungslage, Plünderungen von Lebensmittel-LKWs sind an der Tagesordnung. Nachdem der Nahrungsmittelriese „Empresas Polar“ um internationale Unterstützung gebeten hat, schloss sich der Pharma-Verband „Pharmaceutical Federation of Venezuela“ (Fefarven) diesem Wunsch an. Demnach fehlen im Links-regierten Staat derzeit rund 70 Prozent der 150 Medikamente, die von der Weltgesundheitsorganisation „WHO“ als wesentlich und obligatorisch bezeichnet werden. Präsident Maduro hatte vor Wochen den landesweiten Wirtschaftsnotstand ausgerufen. Er wolle nach eigenen Worten die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten sicherstellen, die allerdings schon seit Jahren nicht gesichert sind. Der Ex-Busfahrer lebt in einem Paralleluniversum und ist unfähig, die Krise im erdölreichsten Land der Welt zu lösen. Seine unzähligen und stets erfolglosen Dekrete dienen lediglich zur Absicherung seiner Macht. In den vor Propagandaphrasen strotzenden Staatsmedien wird die aktuelle Situation im Land totgeschwiegen, die Opposition warnt seit Wochen vor der Gefahr einer „sozialen Explosion“.

„In Venezuela sterben die Patienten wegen der humanitären Krise. Die Regierung schuldet der Branche vier Milliarden US-Dollar. Ich glaube nicht, dass sich die Regierung weigern wird, die humanitäre Hilfe von Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu empfangen – wenn es um bestimmte wesentliche Medikamente wie den sehr teuren für Krebspatienten geht“, gab Verbandspräsident Freddy Ceballos in einem Interview mit dem Globovision Netzwerk bekannt. Er bekräftigte seine Unterstützung für die Entscheidung der von der Opposition kontrollierten Nationalversammlung, die wegen des Fehlens von Medikamenten und medizinischer Versorgung auf dem Land eine Verhängung des humanitären Notstands fordert.

Nach seinen Worten sind die zu der Fefarven gehörenden Gesellschaften jederzeit in der Lage, dringend benötigte Medikamente aus dem Ausland zu kaufen. Voraussetzung ist allerdings die Zuteilung von Devisen durch die Regierung, da internationale Anbieter nur noch per Vorauskasse liefern. „Bis dahin könnten die dringendsten Probleme mit der Hilfe von internationalen Organisationen gelöst werden“.

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  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Venezuela, ein gescheiteter Staat. Mehr kann man dazu nicht sagen.

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