Kommunalwahlen in Brasilien: „Versenkung der Arbeiterpartei“

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Rund 33 Millionen Wahlberechtigte waren am Sonntag (30.) aufgerufen, in einer Stichwahl die Vertreter für 57 Städte im größten Land Lateinamerikas zu bestimmen (Foto: GoV)
Datum: 31. Oktober 2016
Uhrzeit: 11:45 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Rund 33 Millionen Wahlberechtigte waren am Sonntag (30.) in Brasilien aufgerufen, in einer Stichwahl die Vertreter für 57 Städte im größten Land Lateinamerikas zu bestimmen. Die Abstimmung wurde erneut zum Debakel für die bis vor kurzem regierende linke Arbeiterpartei (PT) der abgesetzten Präsidentin Dilma Rousseff und wird als „Versenkung der Arbeiterpartei“ bezeichnet. Die tief in einen gigantischen Korruptionsskandal verstrickte „PT“ verlor fast zwei Drittel der Bürgermeister – das größte Debakel ereignete sich in São Paulo – während die konservative Partei von Präsident Michel Temer (PMDB) die meisten Bürgermeisterämter gewann.

Besonders polarisiert war der Urnengang in Rio de Janeiro. Dort gewann der ultrakonservative Marcelo Crivella mit 59,36 Prozent der Stimmen. Der 59-Jährige Millionär ist der Neffe von Edir Macedo, einem Unternehmer und Gründer der neo-charismatischen Kirche der Pfingstbewegung „Igreja Universal do Reino de Deus“ (Universalkirche des Königreichs Gottes). Der ehemalige Minister für Fischerei (PRB) führte trotz mehrerer Skandale seit Wochen alle Umfragen an. Crivella hatte als Missionar Anhänger animistischer Religionen aus Afrika „exorziert“, Homosexualität bezeichnete er als „schreckliche Übel“ und den Katholizismus als „dämonische Lehre.“

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    Martin Bauer

    In Deutschland werden wieder haufenweise „kritische Bürger“ dies als „von den USA gesteuerte Verschwörung reaktionärer Kräfte der Oligarchie“ bezeichnen. Selbst die Tagesschau sprach vor einiger Zeit von einem Putsch gegen Roussef, in den NACHRICHTEN!, nicht als Kommentar. Genau so handhabte das SED Regime die Verbreitung der „Wahrheit“, und Moskau praktiziert dies noch heute. An Lateinamerika mag es für einen hier lebenden Mitteleuropäer viel zu kritisieren geben. Doch das natürliche Demokratieverständnis der Bevölkerung ist hier ausgeprägter, als in Europa, wo unzählige Massen noch immer wie die Lemminge radikalen Verführern auf den Leim gehen. Zumeist denen von Links, denn die sind sehr viel breiter aufgestellt, besser organisiert und finanziert, als die rechten.

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