Kolumbien: Außenminister Steinmeier zur Übergabe des Friedensnobelpreises

santos

Im Zusammenhang mit seinen Bemühungen um den Friedensprozess in Kolumbien wurde Santos der Friedensnobelpreis für das Jahr 2016 zuerkannt (Foto: presidencia)
Datum: 10. Dezember 2016
Uhrzeit: 14:21 Uhr
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Redaktion
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Deutschland setzt sich seit 2007 nachdrücklich für den Friedensprozess in Kolumbien ein. Dazu gehört auch das persönliche Engagement des Beauftragten des Außenministers für den Friedensprozess, Tom Koenigs. Im Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla wird Deutschland explizit gebeten, im Bereich der Übergangsjustiz und Versöhnung Hilfe zu leisten. So beteiligt sich die Bundesregierung etwa an einem VN-Stabilisierungsfonds für Kolumbien mit insgesamt 5 Mio. Euro aus Mitteln der Krisenprävention, Stabilisierung und Konfliktnachsorge.

Am 12.12. wird in Brüssel im Beisein von Präsident Santos die Gründungsvereinbarung für einen EU-Treuhandfonds für Kolumbien unterzeichnet, zu dem Deutschland einen Betrag von 3 Millionen Euro aus Mitteln der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit beiträgt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte anlässlich der Übergabe des Friedensnobelpreises an Präsident Juan Manuel Santos in Oslo heute (10.12.)

„Ich gratuliere Präsident Santos von Herzen zu dieser ehrenvollen und verdienten Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis. Und ich wünsche ihm, dass ihm der Friedensnobelpreis Kraft und Ansporn gibt, weiterhin mit vollem Einsatz für einen dauerhaften Frieden in Kolumbien zu arbeiten.

In Zeiten, in denen blutige Konflikte überall auf der Welt toben, setzt Kolumbien ein Zeichen der Hoffnung. Aber immer noch warten enorme Aufgaben auf das Land: Es gilt nicht nur, zügig die rechtliche Basis zur Umsetzung der Friedensvereinbarungen zu schaffen, es müssen auch die großen gesellschaftlichen Gräben überwunden werden, die der politische Konflikt um das Friedensabkommen gerissen hat. All dies wird nicht von heute auf morgen gelingen. Umso wichtiger ist es, keine Zeit zu verlieren, um den Menschen, die so sehnlich auf ein friedlicheres Leben warten, zu beweisen, dass der Friedensschluss mit den FARC nicht nur auf dem Papier existiert.

Schon jetzt müssen Projekte in Angriff genommen werden, die die Lage in den Konfliktgebieten stabilisieren und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort sichtbar verbessern. Deutschland hat Kolumbien auf dem Weg des Friedens die letzten 10 Jahre begleitet – unsere Unterstützung gilt erst recht für die kurvige Straße, die jetzt vor Kolumbien in der Umsetzung des Abkommens liegt!“

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  1. 1
    Martin Bauer

    Der kollektive Schwachsinn feiert mal wieder Triumphe. Die FARC ist ein von Havanna und Caracas aus gestütztes und gelenktes Drogenkartell, das nun eingeladen wird, im kolumbianischen Parlament Platz zu nehmen, während es in Venezuela staatlich gefördert weiter mordet, Menschen entführt und Schutzgelder erpresst, sowie tonnenweise Drogen nach Europa und Noramerika exportiert.

    Das romantische Geschwätz um gerechte Landverteilung hält sich hartnäckig seit der kubanischen Revolution. Damals war dies wenigstens noch einigermassen aktuell und stichhaltig. LDoch lngst ist das soziale Problem in Kolumbien und Nachbarländern die Landflucht und rasende Vermehrung von mittellosen Menschen ohne Bildungs- und Berufschancen, die alles Mögliche, aber niemals Kleinbauern sein wollen. Aber die linken Agitatoren haben in den letzten 60 Jahren versäumt, mal ihre Propaganda Texte umzuschreiben, den epochalen Veränderungen der zeit entsprechend. Die FARC zwingt Kleinbauern zum Drogenanbau und verkauft die Produkte auch in die orientierungslosen Massen in den Metropolen.

    Dass selbt ein Mann wie Steimeier diesem billig inszenierten Affentheater auf den Leim geht, oder gar auf höhere Anweisung gute Miene zu bösem Spiel macht, ist eine Schande für Deutschland. Und auch der Firedensnobelpreis ist längst zu einem Preis der Schande verkommen. Man braucht sich nur die Liste der Empfänger der letzen 4 Jahrzehnte anzuschauen. Da finden sich nur wenige ehrenvolle Preisträger.

    • 1.1
      Bono

      Mensch Martin, halt doch einfach mal die Klappe!!!

      • 1.1.1
        Martin Bauer

        Schmerzt die Wahrheit oder das Tropenfieber?

  2. 2
    Bono

    Nein, was schmerzt ist Ihre allzeit negative Einstellung und Ihr schwarz/weiß denken.

    • 2.1
      Martin Bauer

      Nicht meine EInstellung ist negativ, sondern das Geschehen. Ich wünschte, es wäre positiver. Zur Sache selber habe ich bereits alles gesagt. Es bleibt jedem freigestellt, anderer Ansicht zu sein. Deshalb werde ich aber meine Klappe nicht halten.

  3. 3
    Bono

    Würde Sie gerne mal live treffen, um zu diskutieren.

    • 3.1
      Martin Bauer

      Ich glaube, sie wären sehr überrascht. Denn „live“ befasse ich mich weitgehend damit, Dinge positiver zu gestalten. Hier dagegen kritisiere ich in erster Linie, da unser zentrales Theme der Horror ist, den Havanna in der Region inszeniert, und wir tagtäglich direkt davon betroffen sind, während man dies in Deutschland versucht, zu vertuschen oder zu romantisieren.

  4. 4
    Bono

    Es geht doch hier um einen Konflikt, der jahrzehnte andauernd zu beenden. Da ist links und rechtst scheiß egal. Frieden ist wichtig!

    • 4.1
      Martin Bauer

      Offensichtlich ist es mir nicht gelungen, den Kern des Geschehens verständlich zu machen. Ich bin doch nicht gegen Frieden! Aber davon kann bei den Vorgängen in Kolumbien keine Rede sein. Es geht um politische Macht für Kuba im Land, bei der Santos ein williger Helfer von Castro & Co. ist, nicht anders als Maduro in Venezuela. Hier ist etwas höchst Gefährliches am Werk, und in Deutschland darf man dies nicht laut äussern, ohne ausgebuht oder zum Schweigen gebracht zu werden. In Kolumbien und Venezuela dagegen erkennen zumindest 2 von 3 Bürgern die Zusammenhänge, man vermag sich aber nicht dagegen zu wehren.

      Die FARC ist und war niemals eine national kolumbianische politische Bewegung, die aus dem Untergrund heraus für soziale Gerechtigkeit kämpft. Wer dies glaubt, sitzt kommunistischer Propaganda auf. Die FARC wurde 1964 von Havanna auf den Kontinent geschickt, um die Revolution dorthin zu tragen und, zumindest in Kolumbien, eine weitere kommunistische Diktator zu installieren. Gleiches geschah in mehreren Ländern in Lateinamerika und in Afrika. In Angola und Mosambique nannten sie sich FRELIMO, inszenierten gleich zwei „Bürgerkriege“ und waren deutlich erfolgreicher. Während Mozambique sich nach Jahrzehnten des kommunistischen Terrors von der kubanisch unterstützen FRELIMO befreien und sich endlich seiner Unabhängigkeit erfreuen konnte, setze Kuba in Angola, neben FRELIMO, auch reguläre Truppen und ihre gefürchteten „Schwarzen Wespen“ ein, die 2014 auch auf uns in Venezuela gehetzt wurden.

      Die FARC ist im Laufe der Jahrzehnte zum reinen Drogenkartell verkommen, ohne politische oder soziale Ambitionen. Erst nachdem in Venezuela der Kuba hörige Chávez an die Macht kam, wurde die FARC erneut als Werkzeug Havannas aktiv. Nun will man aus ihnen in Kolumbien eine politische Partei mit Sitzen im Parlament machen, während sie auf venezolanischem Territorium weiterhin als Drogenkartell auftreten, weiterhin morden, rauben, entführen und Schutzgeld erpressen. Dies ist längst ein Multi-Milliarden Unternehmen mit klar definierten Zielen und Unterstützung von europäischen Linksradikalen. Ich male nicht Schwarz/Weiss, einige Individuen aus Holland und Deutschland sind persönlich bekannt.

      Und wenn die FARC in Kolumbien tatsächlich die Waffen abgibt, was sie in Venezuela nicht tun werden, und dafür im Parlament Platz nimmt, daraus soll FRIEDEN werden? Ein Frieden, dessen „Schmiede“, Castro und Maduro, zwei der skrupellosesten Diktatoren und Massenmörder der Gegenwart sind? – Diese Form von Frieden hat Kuba seit 60 Jahren in ein menschenverachtendes gefängnis verwandelt, dieser Form von Frieden hat Venezuela rund 250.000 ermordete Menschen zu verdanken, in nur 18 Jahren unter der PSUV-Herrschaft, ohne „Bürgerkrieg“! Was sind dagegen 100.000 Tote durch die FARC in Kolumbien in 50 Jahren? Allein an Zigaretten sterben dort jedes Jahr mehr. Da soll nicht zynisch klingen und ist keine Schwarz/Weiss Malerei. Es soll die Augen für die Realität öffnen: Santos geht es nicht um Frieden, er will dem Castro-Regime in Kolumbien zu politischer Macht verhelfen. Die Politik und die Medien in Europa versuchen alles, um dies zu verschleiern.

  5. 5
    Bono

    Lieber Martin, hier in Deutschland versucht niemand was zu vertuschen. Südamerika ist weit weg und deshalb in der Öffentlichkeit nicht so auf dem Schirm. Trotzdem bin ich genauso interresiert wie Sie, dass sich die Dinge in Venezuela möglichst bald wieder zum Guten wenden.Kenne das Land noch vor Chavez. Es bedarf konstruktive und gelassene Weitsicht, sich mit seinen politischen Gegnern zu streiten, sie aber nicht von vorherein zu verteufeln.
    Ja. die PSUV ist der Teufel und trotzdem müssen sich die Venezulaner mit demokratischen Mitteln dem Problem entgegen stellen. Montagsdemos DDR, Es geht, wenn man will. Hoffe, das Ganze geht ohne Bürgerkrieg über die Bühne,

    • 5.1
      Martin Bauer

      Die Montags Demos in der SBZ wurden von der evangelischen Kirche ins Leben gerufen, lange NACHDEM Reagen und Gorbatschow die friedliche Auflösung des kommunistischen gewaltregimes beschlossen hatte. Andernfalls hätte es die Montagsdemonstrationen nie gegeben, oder sie hätten in einem Massaker geendet, wie 1953. – Man muss einfach aus grausamer Erfahrung heraus erkennen und als tatsache akzeptieren, dass Gewaltregime dieser Natur nicht von unten nach oben zu besiegen sind, sondern nur durch Stärke. Und über die dafür nötige Bewaffnung verfügt kein Volk der Welt. Auch ein Bürgerkrieg würde Venezuela nicht helfen, ohne massive Unterstützung von aussen. Kolumbien ist auf dem Weg in die gleiche Richtung. Dort besteht – noch – Hoffnung, das drohende Elend abzuwenden: Schickt Santos zum Teufel und die FARC hinterher!

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