„Lula muss sterben“: Alle Grenzen der Vergeltungssucht und des Sensationsjournalismus überschritten

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Ein Gericht befand Lula bereits der Korruption für schuldig (Foto: Archiv)
Datum: 13. November 2017
Uhrzeit: 14:58 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Brasilien hat die linksgerichtete Arbeiterpartei „Partido dos Trabalhadores“ (PT) rechtliche Schritte gegen die Wochenzeitung „Istoé“ eingeleitet. Diese hatte einen Artikel mit dem Titel „Lula muss sterben“ (Lula debe morir) veröffentlicht, was laut einem Sprecher der PT Anstiftung zur Kriminalität ist. Die Führung der Partei warnt in einer Pressemitteilung, dass der Artikel in der am Samstag (11.) erschienenen Ausgabe der Zeitung ein Beweis dafür ist, wie weit der brasilianische rechte Flügel bereit ist zu gehen um Lula davon abzuhalten, an den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr teilzunehmen.

„Die Zeitschrift Istoé hat mit der Veröffentlichung des Artikels ‚Lula debe morir‘ alle Grenzen der Vergeltungssucht und des Sensationsjournalismus überschritten“, so die Parteiführung. Der Autor des Artikels ist Mario Vitor Rodrigues, ein Schriftsteller, der in verschiedenen brasilianischen Medien Kolumnist ist und in einer Stellungnahme klarstellt, dass er sich auf Lulas „politischen“ Tod bezieht. Demnach muss Luiz Inácio Lula da Silva bei den Abstimmungen an der Urne besiegt werden. Nach seinen Worten muss verhindert werden, dass ein wegen Korruption verurteilter Politiker zu einem „Mythos“ wird.

Der ehemalige Präsident, der wegen Korruption von einem Gericht zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, führt alle Umfragen für die im Oktober nächsten Jahres stattfindenden Präsidentschaftswahlen an. Lula hat mehrfach den Wunsch geäußert, an den Wahlen teilzunehmen. Seine Teilnahme ist allerdings höchst unwahrscheinlich: sollte ein Gericht in zweiter Instanz seine Verurteilung bestätigen (was in den kommenden Monaten als wahrscheinlich gilt), darf der 72-jährige kein politisches Amt mehr ausüben.

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  1. 1
    Caratinga

    Vor dieser Zeitung muss man den Hut ziehen, das Sterben ist richtig beschrieben, bei der nächsten Präsidentenwahl.
    Bei anderen wissen die oberen der PT das sie klagen müssen. Bei sich selber , korrupt angefangen bei Lula, weiter mit Gleisi werden andere als Verbrecher dargestellt.
    Es ist erwiesen, seit die PT an der Macht, stieg die Korruption um ein Vielfaches, und die Demokratie wird von der PT unterwandert, den richtigen gesponserten Richter an richtigen Stelle, und es verschwindet alles in Schubladen.
    Noch einmal Lula oder Gleisi heißt Kommunismus in Vollendung, arme Brasilaner die dann nicht Linientreu sind.

  2. 2
    DonMarkus

    Ach Caratinga,
    du verstehst doch so gut wie nichts von Brasilien und der Situation dort, also halte dich besser mit Kommentaren zurück bevor du dich lächerlich machst…

    • 2.1
      Caratinga

      Ach DonMarkus,
      argomentieren sie doch meine Fehler, bevor sie sich lächerlich machen.

    • 2.2
      Caratinga

      Ach DonMarkus,
      wer macht sich denn hier lächerlich, ihr dummer Kommentar.
      Zerplatzt wie eine Seifenblase.
      Oder auch einer PT Anhänger die am Tropf der PT gehangen haben ?

  3. 3
    Cäsar

    Carantinga hat natürlich Recht: die PT ist korrupt wir alle anderen Politiker auch. Ich selber kenne Brasilien seit 1982 und habe sehr lange dort gelebt. Das Land ust durch die Korruption und Vetternwirtschaft dem Untergang geweiht. Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis der nicht schon mindestens einmal überfallen worden ist. Man kann dort nicht mehr leben, es sei den man ist sehr reich und hat sich abgeschottet mit Sicherheitsdiensten, bauliche Massnahmen, etcc..schade. Brasilien ust ein sehr schönes Land und die Menschen sind positiv und freundlich. Aber auch dies hat nachgelassen durch die wieder steigende Armut und Ungerechtigkeit in diesem Land: bist du braun oder schwarz hast du keine Chance. Brasilien sagt zwar immer das es keinen Rassismus gibt, das stimmt aber nicht: der Rassismus ist versteckt, so hat ein Farbiger gegenüber einem weissen Brasilianer ksum eineChance bei einer Bewerbung. Alles traurig dort. Deswegen bin ich auch zurück nach Europa: aber vor allen Dingen wegen der ausufernden Gewalt, was hier in Europa aber auch leider langsam kommen wird.