Verzweifelte Maßnahme angesichts des Dollarmangels in Argentinien

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Wenige Stunden vor dem "Black Friday" erfuhren Tourismusunternehmen und Argentinier von einer neuen wirtschaftlichen Maßnahme, die sich auf ihre Geschäfte und ihr Leben auswirken wird (Foto: Nomad)
Datum: 26. November 2021
Uhrzeit: 18:48 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Wenige Stunden vor dem „Black Friday“ erfuhren Tourismusunternehmen und Argentinier von einer neuen wirtschaftlichen Maßnahme, die sich auf ihre Geschäfte und ihr Leben auswirken wird: Die Zentralbank „Banco Central de la República Argentina“ verbietet den Kauf von Tickets im Ausland in zinslosen Raten. Die „BCRA“ teilte mit, dass der Erwerb von Tickets im Ausland, die mit Kreditkarten gekauft wurden, in bar oder in Raten mit einem Mindestzinssatz von dreiundvierzig Prozent beglichen werden müssen. Die Maßnahme soll nach Angaben der Bank von Auslandsreisen „abhalten“, die zwischen 2012 und 2020 ein Defizit von 47,8 Milliarden US-Dollar auf dem Reisekonto anhäufen. Dies ist eine weitere Verzweiflungsmaßnahme angesichts des Dollarmangels in dem lateinamerikanischen Land.

Auffallend ist, dass die Maßnahme in einer offiziellen Erklärung in der Nacht zum Donnerstag angekündigt wurde und um 00:00 Uhr an diesem Freitag in Kraft trat, als der „Black Friday“ begann, ein Ereignis, das von den seit Beginn der Pandemie schwer getroffenen Tourismusunternehmen sehnlichst erwartet wird. „Finanzinstitute und Nicht-Finanzinstitute, die Kreditkarten ausgeben, dürfen die von ihren Kunden – natürlichen und juristischen Personen – mit Kreditkarten getätigten Käufe von Tickets im Ausland und anderen touristischen Dienstleistungen im Ausland (wie Unterkunft, Autovermietung usw.) nicht in Teilbeträgen finanzieren, unabhängig davon, ob diese Käufe direkt mit dem Dienstleistungsanbieter oder indirekt über Reisebüros und/oder Tourismusbüros, Internetplattformen oder andere Vermittler getätigt werden“, so die „BCRA“ in dem Dokument.

Es stimmt zwar, dass man mit einer Kreditkarte zu einem Zinssatz von dreiundvierzig Prozent finanzieren kann, aber dieser Prozentsatz käme zu den anderen Gebühren hinzu (dreißig Prozent PAIS-Steuer und fünfunddreißig Prozent der Behörde für die Erteilung der elektronischen Rechnungsnummer AFIP), was Auslandsreisen für die meisten Argentinier praktisch unmöglich macht. Die Maßnahme soll vom Kauf von Pauschalreisen im Ausland abhalten, da Argentinien zwischen 2011 und 2020 ein erhebliches Handelsbilanzdefizit in der Tourismusbilanz verzeichnete, was zu einem beträchtlichen Devisenabfluss führte.

Ein weiterer Schlag ins Kontor für die Unternehmen des Tourismussektors

„Wir stehen alle unter Schock. Die Banken, die Fluggesellschaften, die Agenturen…. Auslandsreisen können Sie nicht zinslos in Raten finanzieren, sondern nur mit einer Kreditkarte mit einem Mindestzinssatz von dreiundvierzig Prozent. Das ist verrückt, denn es handelt sich um einen Wirtschaftszweig, der bereits zu fünfundsechzig Prozent besteuert wird und jetzt wollen Sie die Finanzierung verbieten. Dies ist praktisch ein Schlag ins Herz des Auslandsreiseverkehrs. Aus wirtschaftlicher Sicht bedeutet dies die Schließung der Grenzen. Niemand in der Branche kann das glauben“, so eine Quelle in der Tourismusbranche.

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