Prognostiker sagen sehr aktive Hurrikan-Saison voraus

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Die Atlantische-Hurrikansaison beginnt am 1. Juni und endet am 30. November (Foto: NASA)
Datum: 25. Mai 2022
Uhrzeit: 13:56 Uhr
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Autor: Redaktion
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Wissenschaftler des US-Wetterdienstes „NOAA“ (National Oceanic and Atmospheric Administration) haben ihre offizielle Prognose für die Hurrikansaison veröffentlicht, die von Juni bis November dauert. Sie stützen damit die Vorhersagen der „Colorado State University“ und des britischen „Met Office“. Alle Prognosen deuten auf eine überdurchschnittliche Anzahl von benannten Stürmen, Hurrikanen und schweren Hurrikanen hin. Dies folgt auf die drittaktivste Saison des vergangenen Jahres und die aktivste Saison des Jahres 2020, als alle vorher festgelegten Namen ausgeschöpft waren und das griechische Alphabet für die Benennung der Stürme verwendet werden musste. Die Vorhersage für die Saison 2022 würde die siebte überdurchschnittliche Hurrikansaison in Folge bedeuten. Laut Prognosen der „Colorado State University“ besteht eine 70 %ige Chance, dass mindestens ein schwerer Hurrikan (Kategorie 3 oder höher) auf die kontinentale US-Küste trifft. Im langfristigen Durchschnitt liegt die Wahrscheinlichkeit bei dreiundfünfzig Prozent. Die Vorhersagen basieren auf einer Reihe von Faktoren, aber einer der einflussreichsten ist die El Niño Southern Oscillation (ENSO). Dabei handelt es sich um ein natürlich auftretendes Wettermuster im östlichen Pazifik, das Auswirkungen auf das Wetter in der ganzen Welt hat. Es bezieht sich auf wechselnde Passatwinde und Meeresoberflächentemperaturen in dieser Region, wobei El Niño wärmer als der Durchschnitt, La Niña kühler als der Durchschnitt und eine neutrale Phase auftritt.

La Niña kann eine aktivere Hurrikansaison bedeuten, weil es die Windscherung – die plötzliche Änderung der Windgeschwindigkeit und/oder -richtung – hoch oben in der Atmosphäre verringert, wodurch sich tropische Stürme leichter entwickeln können. Die NOAA-Prognostiker gehen davon aus, dass andere Faktoren wie die überdurchschnittlich warmen Meeresoberflächentemperaturen im Atlantik und im Karibischen Meer, die schwächeren tropischen Passatwinde und der verstärkte westafrikanische Monsun zu der erhöhten Aktivität beitragen. La Niña wurde in den letzten beiden Wintern beobachtet, was in der meteorologischen Fachwelt als Double-Dip bezeichnet wird. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 ist dies nur acht Mal vorgekommen. Nach den Prognosen der „NOAA“ und des „Australian Bureau of Meteorology“ besteht eine Wahrscheinlichkeit von fast 60 Prozent, dass La Niña während der gesamten Hurrikansaison anhält oder leicht neutral wird. Einige Computermodelle deuten sogar auf einen neutralen oder La-Niña-ähnlichen Zustand bis zum Winter auf der Nordhalbkugel hin, so dass es sich um ein sehr seltenes „Triple-Dip“ handelt. Dies ist seit Beginn der Aufzeichnungen erst zweimal vorgekommen und wird sich auf die Hurrikansaison 2023 auswirken. Da La Niña auch andere Wettermuster auf der ganzen Welt beeinflusst, wird es auch weiter entfernte Folgen haben.

La Niña war einer der Hauptfaktoren für die verheerenden Überschwemmungen im Osten Australiens in diesem Jahr und für die Schwere der anhaltenden Dürre in Kalifornien. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass ein dreifacher La Niña zwar möglich erscheint, die Genauigkeit der ENSO-Prognosen im Frühjahr jedoch fragwürdig und keineswegs sicher ist. Da eine weitere aktive Saison erwartet wird, könnten sich viele fragen, ob der Klimawandel eine Rolle spielt. Da die Hauptantriebskraft für die Entwicklung von Tropenstürmen und Hurrikanen das natürliche Muster der El-Niño-Südlichen Oszillation ist, gehen Wissenschaftler davon aus, dass der Klimawandel nicht ausschlaggebend für die Zunahme von Stürmen ist.
Der andere Faktor für die Entwicklung von Stürmen, die überdurchschnittlich warmen Meeresoberflächentemperaturen im Atlantik und in der Karibik, könnte sich jedoch auswirken. Je wärmer die Ozeane sind, desto mehr Treibstoff steht einem Sturm zur Verfügung, um sich schnell zu entwickeln und zu verstärken. Nach Angaben des „IPCC“ besteht eine „hohe Wahrscheinblichkeit“, dass der Anteil intensiver tropischer Wirbelstürme mit zunehmender Erwärmung weltweit zunehmen wird.

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