Exodus der Kubaner ist echte „Migrationskatastrophe“

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Die Anzahl von Kubanern, die in meist behelfsmäßigen Booten in die USA gelangen wollen, ist in den zurückliegenden Monaten stark gestiegen (Foto: US Coast Guard)
Datum: 17. September 2022
Uhrzeit: 08:02 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die US-Küstenwache hat seit Oktober 2021 bis heute 5.689 „Balseros“ aufgegriffen und festgehalten. Dies ist eine echte „Migrationskatastrophe“, wie der in Brasilien lebende kubanische Virologe Amilcar Pérez-Riverol in seinem Blog beschreibt. Die Zahl der „Balseros“, die bei ihrem Versuch, die USA zu erreichen, abgefangen werden, übersteigt die Gesamtzahl der letzten fünf Jahre“, erinnert sich Pérez-Riverol. Den Terminus Balsero – er leitet sich vom spanischsprachigen Wort balsa für „Floß“ ab und ist in etwa mit „Flößer“ zu übersetzen – benutzt man für jene Kubaner, welche versuchen, die Floridastraße von Kuba aus zu überqueren und die Küsten der Vereinigten Staaten zu erreichen, um dort ein besseres Leben zu suchen. Die 180.000 Kubaner, die auf dem Landweg in die USA eingereist sind, übersteigen bereits die der Mariel-Krise (125.000) und die der Balseros (35.000) zusammengenommen, bekräftigte Pérez-Riverol, der sagte, dass diejenigen, die diese Situation als nicht ernsthaft betrachten, weil sie sie als „Tausende weitere“ für die Insel sehen, „falsch liegen“. Im Gegenteil, fügte er hinzu, als das „am stärksten alternde Land Lateinamerikas“ mit rund 21,5 Prozent der Bevölkerung über sechzig Jahren und kaum 64 Prozent im erwerbsfähigen Alter seien „diese Zahlen eine echte Katastrophe“.

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die illegale Ausreise auf dem Seeweg eine Gefahr für die Kubaner darstellt. Angesichts des unaufhaltsamen Migrationsstroms meldeten die US-Behörden am vergangenen Sonntag, dass sie die Überwachung in der Straße von Florida verstärkt hätten und warnten, dass „Personen, die versuchen, illegal auf dem Seeweg einzureisen, abgefangen und in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden“. An diesem Donnerstag meldete die Küstenwache zudem die Bildung des Tropensturms „Fiona“, der Auswirkungen auf die gesamte Karibik haben wird und warnte kubanische Flößer, die sich zur illegalen Einwanderung in die USA entschließen“, dass es dieses Mal nicht darauf ankommt, ob Menschenleben verloren gehen, sondern „wann“, wenn sie dies unter diesen Bedingungen tun.

Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums wird „Fiona“, der sich etwa 135 Meilen östlich der Karibik befindet und sich mit einer Geschwindigkeit von 14 Meilen pro Stunde (mph) nach Westen bewegt, zu einem Hurrikan mit maximalen Windgeschwindigkeiten von 75 mph werden, wenn sich der Sturm den Bahamas nähert.

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