Am Dienstag (14.) beginnt ein neues Verfahren zum Tod der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona. Sieben Mitglieder seines medizinischen Teams sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, fast ein Jahr nachdem ein vorheriges Verfahren mit einem Processexit gescheitert war. Maradona, dessen Präsenz in Argentinien allgegenwärtig ist – von riesigen Wandgemälden bis hin zu Tattoos, starb am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt, während er sich von einer Gehirnoperation zur Entfernung eines Blutgerinnsels erholte. Ein Gericht in San Isidro bei Buenos Aires wird die Aussagen von knapp 100 Zeugen anhören, während es Maradonas Ärzteteam wegen angeblicher Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dem Tod des Weltmeisters von 1986 vor Gericht stellt.
Sein medizinisches Team bestreitet jegliches Fehlverhalten. Die Angeklagten sind die Psychiaterin Agustina Cosachov, der Neurochirurg Leopoldo Luque, der Psychologe Carlos Angel Diaz, die Ärztin Nancy Edith Forlini, der Krankenpfleger Ricardo Almiron, der Oberschwester Mariano Ariel Perroni und der Arzt Pedro Pablo Di Spagna. Eine achte Angeklagte, die Krankenschwester Dahiana Madrid, wird in einem separaten Schwurgerichtsverfahren vor Gericht stehen, für das noch kein Termin festgesetzt wurde. Zwei Monate nach Beginn des ersten Prozesses, der im vergangenen März startete, wurde ein Fehlprozess erklärt, als eine der drei Richterinnen, Julieta Makintach, zurücktrat, nachdem ein Video aufgetaucht war, das sie im Rahmen einer Dokumentation in den Fluren des Gerichtsgebäudes und in ihrem Büro von einem Kamerateam interviewt zeigte – ein Verstoß gegen die richterlichen Vorschriften.
Die Wiederaufnahme des Verfahrens erfordert, dass sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung ihre Strategien neu überdenken, nachdem im ersten Prozess Fotos, Videos, Tonaufnahmen und forensische Beweise vorgelegt wurden. Viele Zeugen, darunter Maradonas Kinder und seine ehemalige Ehefrau Claudia Villafane, haben bereits ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte im ersten Prozess, dass medizinisches Fachpersonal gegen Behandlungsprotokolle verstoßen habe und dass das Haus, in dem sich Maradona von seiner Operation erholte, einem „Horror-Theater“ gleichkam, in dem die notwendige Pflege nicht geleistet wurde. Die Verteidigung hielt dem entgegen, dass sein Tod angesichts seiner langjährigen Gesundheitsprobleme unvermeidlich gewesen sei. Maradona kämpfte jahrzehntelang mit Kokain- und Alkoholabhängigkeit.
Die Vorwürfe der Fahrlässigkeit kamen 2021 auf, nachdem die Staatsanwaltschaft eine medizinische Kommission eingesetzt hatte, um Maradonas Tod zu untersuchen. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass sein medizinisches Team „unangemessen, mangelhaft und rücksichtslos“ gehandelt habe.







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