Seismologen warnen vor erneuten Erdbeben in der Karibik

Datum: 24. Januar 2010
Uhrzeit: 13:38 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Fotos verstümmelter Leichen von Männern, Frauen und Kindern, die zum Teil unter Platten aus Beton und Stahl begraben wurden, sind eine bleibende Erinnerung an das verheerende Erdbeben in Haiti. Experten warnen indessen vor einem weiteren, mächtigen Beben in dieser Karibik-Region.

Laut Derek Gay, Ingenieur und Seismologe an der Universität der Westindischen Inseln (UWI), erlebt die Karibik, insbesondere Trinidad und Tobago, eine Reihe „kleinerer, aber regelmäßiger Erdbeben, die darauf hindeuten, dass die Erde in dieser Region besonders in Bewegung ist“. Fast täglich sind in der Region Erdbeben zu verzeichnen, die wegen ihrer geringen Intensität von den Bewohnern nicht wahrgenommen werden.

Durch das Beben in Haiti wurde eine Menge Spannung freigesetzt. Trotzdem ist diese Aussage nicht allzu beruhigend für die Karibik-Staaten. Die Region liegt auf einem aktiven seismischen Störungs-System. Den Regierungen wurde nach den jüngsten Ereignissen geraten, sich auf einen sogenannten „Big Bang“ vorzubereiten, auf ein Erdbeben mit einer Stärke größer als das von Haiti.

In den letzten 500 Jahren wurden in der in der Nähe von Puerto Rico, den Jungferninseln und der Insel Hispaniola mehrere Erdbeben mit einer Stärke von 7.0 Grad auf der Richterskala aufgezeichnet, die auch manchmal Tsunamis erzeugten.

Das letzte Ereignis trat im Jahre 1946 durch ein Erdbeben von 8,1 Grad in der Dominikanischen Republik auf. Damals starben mehr als 1.600 Personen.

Das Beben in Haiti löste eine heftige Debatte unter den Wissenschaftlern auf regionaler und internationaler Ebene aus. Eine Studie der American Geophysical Union, bereits vor sechs Jahren im Journal of Geophysical Research veröffentlicht, warnte damals vor einem erhöhten Risiko eines Erdbebens der Stärke 7.5 oder höher in Puerto Rico und auf der Karibikinsel Hispaniola.

„Eine besondere Gefahr besteht weiterhin für das südliche Kuba, für große Ballungszentren wie Port au Prince, Kingston und Santiago de Chile“, teilte Paul Mann, University of Texas Austin (USA), mit.

Laut Tim Dixon, Professor für Geophysik an der Rosenstiel Universität in Miami (USA), könnte ein weiteres Erdbeben sehr bald geschehen: „Die Segmente wurden nicht vollständig gebrochen. Sie sind mit Spannung geladen. In den kommenden Jahren, vielleicht im nächsten Jahrzehnt, besteht die große Möglichkeit eines schweren Erdbebens in der Region. “

Gleichzeitig warnte der U. S. Geological Service am Freitag vor einem hohen Risiko erneuter Beben in den nächsten 30 Tagen für die ganze Karibikregion.

Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die dramatische Zunahme der Besorgnis über das Potenzial künftiger Erdbeben in Haiti und der umliegenden Region.

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