Feuer in Venezuelas größter Öl-Raffinerie endlich gelöscht

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Datum: 28. August 2012
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Leserecho: 19 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Anlage soll noch in dieser Woche wieder in Betrieb gehen

Nach mehreren Tagen intensiver Bemühungen ist das Feuer in der Öl-Raffinerie in Amuay in Venzuela am Dienstag (28.) gelöscht worden. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte die Behörden bereits zweimal den Sieg über die Flammen vermeldet, kurz darauf waren die Brände wieder aufgelodert. Die Verantwortlichen zeigten sich danach überzeugt, noch in dieser Woche die zweitgrösste Raffinerie der Welt wieder teilweise in Betrieb nehmen zu können. Bei der durch ein Gasleck verursachten Explosion waren am Samstag mindestens 48 Menschen ums Leben gekommen.

Die staatliche Ölgesellschaft PDVSA rechnete am Dienstag damit, nur rund 50 Stunden für einen erneute Inbetriebnahme zu benötigen, nachdem die Flammen vollständig gelöscht waren. Der Komplex kann 645.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeiten, operative Teile der Anlage sind nach letzten Informationen durch die Explosion und das anschliessende Feuer nicht beschädigt worden. Eine schnelle Wiederaufnahme der Produktion könnte zudem den Benzinmarkt wieder entspannen, am Montag hatte die Preise aufgrund des Stillstands der Anlage und der zeitgleichen Beeinträchtigung durch Hurrikan Isaac im Golf von Mexiko deutlich angezogen.

Während rund um die Anlage kilometerweit noch Trümmer verstreut sind, finden die Anwohner nach dem Verlöschen der Flammen allmählich wieder etwas Ruhe. Die zahlreichen ausgebrannten Häuser stehen jedoch für viele als Zeichen von „Misswirtschaft“ und „Fehlen jeglicher Ethik“ des Staatsunternehmens und der Regierung Chávez. Das Unglück ist eines der schlimmsten in der Geschichte und wird nur durch einen Unfall im indischen Visakhapatnam übertroffen, wo 1997 insgesamt 56 Menschenleben zu beklagen waren. Der letzte große Unfall in einer Raffinerie hatte sich 2005 in Texas in den USA ereignet, wo 15 Mitarbeiter ums Leben kamen.

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In Venezuela ist deshalb rund sechs Wochen vor den Präsidentschaftswahlen und damit mitten im Wahlkampf eine leidenschaftliche Debatte über das bestehende System aufgeflammt. Nach den zahlreichen Zeugenaussagen, dass bereits 16 Stunden vor dem Unglück starker Gasgeruch in der Umgebung wahrgenommen und augenscheinlich seitens des Unternehmens nichts unternommen wurde, wird die Kritik an der „Verantwortungslosigkeit“ und dem „Fehlverhalten“ im Umgang mit der Katastrophe immer lauter. Die Opposition nutzte dabei die Gelegenheit und beschuldigte die PDVSA, nicht genügend in die Sicherheit der Anlage investiert zu haben, was diese umgehend dementierte. Analysten gehen jedoch davon aus, dass sich das Unglück nicht auf das allgemeine Wahlverhalten auswirken wird.

Staatspräsident Hugo Chávez hat unterdessen am Montag die Einrichtung eines Hilfsfonds für die Opfer der Katastrophe angekündigt. Mit den insgesamt 100 Millionen Bolivar – umgerechnet rund 18,5 Millionen Euro – soll den betroffenen Familien bei der Reparatur ihrer Häuser und der Wiederbeschaffnung ihres von Brand vernichteten Eigentums geholfen werden.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    patriot

    so so, 50 Stunden…, hier fallen die Wunder wirklich vom Himmel…

    • 1.1
      Steffen

      He, es waren nur ein paar Öl-Silos die in Flammen aufgingen, weil eins explodiert ist!

      • 1.1.1
        Martin Bauer

        …und über 100 Menschen, die verkohlt sind.

  2. 2
    Der Bettler

    Das wäre Donnerstag Abends 8 Uhr.Wette:nächste Woche um die Zeit ist
    realistischer,und da auch nur halbe Kraft.

  3. 3
    La Luna

    wird doch eh alles wieder nur zusammen „geflickt“
    man kann nur hoffen, dass nicht noch weitere menschenleben auf’s spiel gesetzt werden, nur um die anlage schnellstmöglich wieder in betrieb zu nehmen. :(

  4. 4
    deutschvenezolano

    —–Mit den insgesamt 100 Millionen Bolivar – umgerechnet rund 18,5 Millionen Euro – soll den betroffenen Familien bei der Reparatur ihrer Häuser und der Wiederbeschaffnung ihres von Brand vernichteten Eigentums geholfen werden.—-

    …die opfer werden noch in einem jahr in zelten hausen!!!!!

  5. 5
    Der Bettler

    Es warten noch viele Überschwemmungsopfer vom16 Dez. 1999 auf eine
    anständige Bleibe,dann kann man sich vorstellen,daß die Geschädigten von Samstag keinen Boli bekommen werden,wenn sie keine Parteimitglie-
    der sind,daß allerdings anzunehmen ist,war ja eine staatliche Raffinerie.

  6. 6
    Der Bettler

    He,Steffen, es waren ja nur 50 Tote und über hundert Verletzte,die zur
    falschen Zeit am falschen Ort sein MUSSTEN !!Wäre nicht das Öl in den 3
    Tanks total verbrannt gewesen,würden die heute noch löschen. Träumer,
    und Sie glauben wirklich,daß morgen die Raffinerie wieder in Betrieb ist???

    • 6.1
      Steffen

      „…es waren ja nur 50 Tote…“

      So viel Kinder verhungern auf der Welt durch deine geliebte Weltordnung in nur 150 Sekunden – und diese Scheiße passiert jetzt, jeden verdammten Tag!

      • 6.1.1
        Annaconda

        Ja sag doch deinen revolutionären Vorbildern hier,sie sollen alle die geklauten Dollarmillionen in Hilfsprojekte für Kinder in Not stecken,das wäre eine enorm grosse Hilfe.Der sozialistische Präsident von Uruguay gibt 80% seines Präsidentengehalts für soziale Projekte ab,lebt bescheiden und glaube ich fährt einen VW Käfer(ich lebe nicht in Uruguay aber er scheint mehr das vorzuleben was er predigt).Deine lieben sozialistischen Freunde hier,sind die dreistesten und reichsten Kapitalisten ,welche sich auf Kosten der Armen schamlos bereichern…also es tut mir leid ,aber eine bescheidene Frage,was tut,s du dafür oder gegen den Hunger der Kinder um Personen,die du noch nicht mal kennst solche Sachen an den Kopf zu werfen?Denn deine Vorbilder hier spielen kräftig mit bei dieser „Weltordnung“ und haben noch nichtmal vermocht im eigenen Land ,die soziale Ungerechtigkeit und Hunger zu beseitigen.Und glaube mir ,sie hatten genug Chancen….es fehlte am Willen!!!!!

      • 6.1.2
        Martin Bauer

        Genau! Deshalb kann man in Venezuela ruhig ein paar Hundert Menschen durch Schlamperei verbrennen lassen, 150.000 Menschen in 14 Jahren ermorden lassen, politisch Unbequeme an „Verkehrsunfällen“ sterben lassen, Journalisten und Politiker der Opposition verprügeln, verhaften, ermorden…. Es kommt ja nicht drauf an! Es verhungern ja so viele Kinder in Afrika und Bangladesch, da fallen die paar Hunderttausend aus Europa stammenden Leutchen gar nicht auf, wenn sie massakriert oder gegrillt werden. Den Linksextremen Deutschlands bedeutet das nichts, auf dem Weg zu Socialismolandia Global de los Sueños.

      • 6.1.3
        Steffen

        Ja, das hättet ihr wohl gern, Chavez ungeschützt in einem VW-Käfer.
        Das revolutionäre Venezuela zu wichtig und kann sich durch seine weltgrößten Erdölreserven leider nicht die Sorglosigkeit von Uruguay leisten – das Imperium würde jede Chance nutzen…

        „…Personen,die du noch nicht mal kennst solche Sachen an den Kopf zu werfen?“

        Ihr verteidigt doch diese Schande!
        Und dann spielt ihr euch noch als Retter in der Not auf. Ihr lebt doch ganz nach dem Motto: Gib den Pfennig und nimm die Mark.
        Die meisten „Spenden“ von euresgleichen werden bestrimmt nicht aus altruistischer Philanthropie heraus gemacht, sondern das sind Spenden an euch selbst in Lichtensteiner/Schweizer „Stiftungen“.
        Und wenn wirklich mal etwas gegeben wird, dann kann man es sehr oft zu 100% von der Steuer absetzen („Gib nur dem, der es dir bestimmt nicht wiedergeben kann.“).

      • 6.1.4
        Annaconda

        Hallo Steffen,ich glaube es lohnt sich nicht dir gross zu antworten…..esrtens mal „ihr“ sind Viele!(habe meine eignen Kriterien!) Und zweitensmal weisst du denn welche „Weltordnung“ ich unterstütze?Und drittensmal habe ich leider keine Spendenmöglichkeit,da ich nicht in Europa lebe und hier ohne ein Sozialsystem über die Runden kommen muss….also eben auch meine Hypothese,nicht wie du in Europa leben in der „Insel der Glückseligkeit“ und schlaue Sprüche über die Not in der Welt loslassen.Und wer ünterstützt welche Schande?Mann entschuldige aber du hast doch einen Hau in der Schüssel.

      • 6.1.5
        Annaconda

        Tranquilo,chavez wird auch der beste supermega gepanzerte Luxusschlitten nicht mehr schützen und eines Tages wird das Erdöl sowieso in die Schublade der anachronistischen Energiequellen abgelegt.Ich hoffe nur zuvor, dass dann noch etwas dem venezolanischen Volk zugute kommt,denn das hat bisher nicht viel vom Ölreichtum abbekommen. Das wurde und wird von der herrschenden Bourgeosie „verwaltet“.Träum weiter von deinem „sozialistischen Paradies“ was nichts anderes geworden ist,als eine Bananenrepublik in der Hand einiger macht- und geldgeiler Militärs.

  7. 7
    Der Bettler

    Diese Scheiße ist jetzt in Venezuela passiert,weil die Regierung nicht in der
    Lage ist, irgend etwas auf die Reihe zu kriegen. Ölsektor,Flugbetrieb,Strom-
    sektor,Umweltverschmutzung durch lecke Pipelines,Wasserversorgung,
    keinerlei anständige Wartung in jedem Sektor,keine Fachkräfte mehr,nur
    mehr angelernte Kräfte mit Parteibuch.Und Sie wollen mir sagen,in der Welt verhungern so und so viel Kinder.Das hat nichts mit der Weltordnung
    zu tun,sondern mit der Unfähigkeit einer Regierung und dessen Präsident
    ein Land zu regieren,und den Menschen in diesem Land einen Hauch von Sicherheit zu geben.Halleluja Steffen ist der Größte und kommt gleich nach
    Chavez,der bildet sich das auch ein.

  8. 8
    Martin Bauer

    Nach Aussage eines Journalisten, der Augenzeuge war, sollen knapp 100 Tote registriert worden sein. Er wurde nach eigenen Angeben von der Guardia Nacional verprügelt und verhaftet, um sein Material nicht veröffentlichen zu können.

    Die Sache stinkt, die Regierung stinkt, Chávez und Ramiro Valdez sind für alles verantwortlich, für die Toten, die Verletzen, die Obdachlosen, die materiellen Schäden und an dem Gewaltterror an jenen, welche die Wahrheit nicht veröffentlichen dürfen. Die Regierung könnte in 100 Jahren werden sühnen noch gutmachen, was sie den venezolanischen Volk angetan hat und weiterhin antut. Es gibt keine Strafe, die ihren Verbrechen gerecht würde.

  9. 9
    Martin Bauer

    UPDATE: Man findet immer noch jede Menge weiterer verbrannter Leichen. Die Ziffer der Toten liegt bereits weit über 100. Wer das in Venezuela öffentlich schreibt, riskiert sein Leben.

  10. 10
    Der Bettler

    Die 50 Stunden sind um!! Und ist die Raffinerie wieder in Betrieb?

  11. 11
    Der Bettler

    Was ist los mit den Großmäulern der Regierung? Die Raffinerie ist immer noch nicht in Betrieb.Laut Steffen waren es ja nur ein paar Öltanks und die
    Technik ist ja nicht in die Luft geflogen.Dafür aber mehr als 1200 Häuser
    z.T.außerhalb des Geländes. Da muß ja das Herz der Raffinerie unterirdisch
    gelegt worden sein,wenn da nichts kaputt sein soll.Glauben die Holzköpfe
    immer noch,daß sie dem Volk,so einen Dreck verklickern können?

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