Uranium Film Festival in Brasilien: „Yellow Oscar“ für Ravensburger Trickfilmer

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Datum: 06. Juni 2013
Uhrzeit: 07:35 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Dokumentarfilme über Atomkraft sind wichtig

Das 3. Internationale Uranium Film Festival von Rio de Janeiro hat seine Yellow Oscars vergeben. Die 2012 produzierte Komödie “Atomic Ivan” aus Russland bekam den Yellow Oscar als bester nuklearer Spielfilm des Uranium Film Festivals von Rio de Janeiro 2013. „Atomic Ivan“ ist der Debütfilm des russischen Theater- und Opern-Regisseurs Vasily Barkhatov und spielt an den Originalschauplätzen zweier russischer Atomkraftwerke.

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„Dokumentarfilme über Atomkraft sind wichtig. Doch um das große Publikum zu erreichen muss man auch andere Wege gehen. Vasily Barkhatov tut dies auf amuesante, unterhaltsame Art und Weise. Atomic Ivan ist eine herrliche, surrealistische Komödie im Stile von Federico Fellini und transportiert darüber hinaus wichtige, wissenschaftliche Informationen über Atomkraft und Radioaktivität“, so Festivaldirektor Norbert G. Suchanek. Zwischen 16. bis 26. Mai zeigte das Uranium Film Festival im Cinema von Rio de Janeiro´s Museum fuer Moderne Kunst (MAM-Rio) 52 Filme aus 19 Laendern.

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Ravensburger Trickfilmer gewinnen Yellow Oscar in Rio de Janeiro

Eine weitere der in diesem Jahr sechs Trophäen des in der Welt einzigartigen, atomaren Filmfests ging an eine Produktion aus Deutschland: „Abita – Die Kinder von Fukushima“. „Abita“ ist die Bachelorarbeit 2012 von Shoko Hara und Paul Brenner von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg und zeigt die Auswirkungen eines atomaren GAU wie Fukushima auf Kinder. „Abita ist ein sehr poetischer und ausgezeichnet produzierter Animationsfilm“, so Leo Ribeiro, brasilianischer Trickfilmer, Professor für Animationsfilm und Mitglied der Festivaljury.

Die weiteren vier „Yellow Oscars“ gingen an Filme aus den USA, Indien, Estland und Jordanien.

„Nuklear Savage:

The Islands of Secret Project 4.1” von US-Filmmaker Adam Jonas Horowitz bekam den Yellow Oscar als bester Feature Dokumentarfilm. „Eine exzellent produzierte Anklage gegen Atombombentests im Pazifik. Inselbewohner wurden von der damaligen US-Regierung als `Versuchskaninchen´ missbraucht, um die Folgen von radioaktiver Verseuchung zu testen.“

Eine Ratte wiederum ist Hauptdarsteller einer radioaktiven Horror-Komödie aus Estland, die den Yellow Oscar in der Kategorie „Beste Kurzfilmkomödie“ einheimste. Die Horror-Komödie „Curiosity Kills“ (Neugierde ist Tödlich) des jungen Regisseurs Sander Maran von der Baltic Film and Media School macht auf kurzweilige Weise drastisch klar, dass man mit radioaktiven Substanzen nicht spaßen darf. Im vergangenen Jahr, 2012, bekam dieser Preis die Thriller-Komödie „Coffee Break“ von Marko Kattilakoski aus Schweden, die den Atomunfall von Tschernobyl zum Hintergrund hat.

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Der Filmpreis für den besten Kurzdokumentarfilm ging an die indische Produktion „High Power“ über die Folgen des ersten, in den 1960er Jahren gebauten indischen Atomkraftwerks. Die lokale Bevölkerung, mehrheitlich Fischerfamilien verloren Land, Fischgründe und Gesundheit, dokumentiert der Film. Obwohl in Rio de Janeiro mit dem Yellow Oscar geehrt, ist High Power von Regisseur und Atom-Ingenieur Pradeep Indulgar aus Mumbai offiziell in Indien (noch) verboten.

Eine Neuigkeit in diesem Jahr ist der Yellow Oscar für Schülerproduktionen. Er ging an „No to a Nuclear Jordan“ der 16-jährigen Schülerin Solenne Tadros aus Jordanien. Mit der Preisvergabe an „No to a Nuclear Jordan“ will die Festivaljury zum einen die Diskussion über die Nutzung von Atomkraft in dem Haschemitischen Königreich, das neue Atomkraftwerke und Uranminen in der Planung hat, anregen. Zum anderen soll der studentischen Yellow Oscar „Schule machen“ und andere Schüler and Studenten von Filmschulen dazu animieren, sich gleichfalls diesem wichtigen, aber gleichzeitig komplizierten Thema zu widmen. „Es muss nicht nur ein Film über Atomkraftwerke sein“, so Festival-Co-Direktorin Marcia Gomes de Oliveira. „Radioaktiver Abfall fällt auch in Krankenhäusern an, und auch die Maschinen für Lebensmittelbestrahlung enthalten radioaktive Materialien. Was ist, wenn diese Apparate irgendwann Schrott werden?“

3 deutsche Filme erhielten besondere Anerkennungen
Neben Yellow Oscar-Gewinner Abita bekamen drei weitere deutsche Filme eine besondere Anerkennung „Hors Concours“: „Friedlich in die Katastrophe“ von Marcin El, „Unter Kontrolle: Eine Archäologie der Atomkraft“ von Volker Sattel (ARTE/WDR) und „Der Bauch von Tokyo“ von Reinhild Dettmer-Finke (ARTE/WDR).

Das Uranium Film Festival ist das in der Welt einzige Filmfest, das sich der gesamten Atomaren Kette widmet. Vom Uranbergbau bis zum atomaren Abfall, vom Atombombentests bis zu Nuklearen Unfällen. Es findet jährlich jeweils Mai/Juni im Filmtheater des Museums für Moderne Kunst Rio de Janeiro (MAM-Rio) statt. Ausgehend von Rio geht es dann mit den besten Produktionen auf Reisen. Das Uranium Film Festival war bereits u.a. in Lissabon, Berlin, Neu Delhi und Mumbai. In diesem Jahr sind ein Uranium Film Festival in München sowie eine Tour durch die USA geplant.

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