Brasilien: Indigene Bevölkerung nutzt zunehmend soziale Netzwerke

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Datum: 06. Juni 2013
Uhrzeit: 10:10 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Hoch gebildete Schicht einheimischer Führer wächst heran

Die rasante Entwicklung der Informationstechnologie und die damit einhergehenden neuen digitalen Communitys und Netzwerke haben einen immensen Einfluss auf das Kommunikationsverhalten und sind selbst an den Ureinwohnern Brasiliens nicht spurlos vorbei gegangenen. Immer mehr indigene Aktionsgruppen nutzen Twitter und Facebook, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

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Als bei der Räumung einer besetzten Farm im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul durch die örtliche Polizei am Donnerstag (30.) der Indigene Oziel Gabriel erschossen wurde, kam es bereits wenige Minuten später zur Veröffentlichung von ersten Bildern und Videomaterial. Mitglieder der Terneas hatten den Vorfall beobachtet und stellten ihr digitales Material mit Hilfe von Aktivisten auf Facebook ein.

Es dauerte nur wenige Stunden und der Fall hatte seine Schlagzeilen im Ausland. In einer ungewöhnlich schnellen Reaktion versprach der brasilianische Justizminister José Eduardo Cardozo eine gründliche Untersuchung.

Die indigenen Gruppen weisen darauf hin, dass sich sich zunehmend über die sozialen Netzwerke an die Außenwelt wenden. Lokale Medien sind nach ihrer Meinung voreingenommen und vertreten oftmals die Ansichten der Regierung. Den Ureinwohnern kommt dabei die Bildungsinitiative aus Brasilia entgegen. Immer mehr junge Indigenas studieren an den Universitäten des Landes, eine hoch gebildete Schicht einheimischer Führer wächst heran. Alleine im Bundesstaat Mato Grosso do Sul gibt es 800 Studenten verschiedener Volksgruppen, die vor den Abschlüssen ihrer Postgraduaten Studiengänge stehen.

An der Universität haben die meisten von ihnen Zugang zum Internet und starten mit Social Networks, um ihre Botschaft zu verbreiten. Wenn sie wieder in ihre Dörfer oder in Konfliktgebiete zurückkehren, verwenden sie Handys, um Informationen über das Internet in Echtzeit zu erstellen. Die Indigenen vom Stamm der Guarani-Kaiowá betreiben eine eigene Facebook-Seite und erreichen mit ihrem virtuellen Aktivismus viele Brasilianer, die vorher nichts von der Situation dieser Menschen wussten.

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