Lateinamerika: Schweizer entwickelt revolutionäres Stecksystem für Bambushäuser

CasaDeBambu

Datum: 14. September 2013
Uhrzeit: 07:44 Uhr
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Autor: Redaktion
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► In schier unerschöpflich Mengen vorhanden

Der Schweizer Bambuspionier Heinz Loosli und sein Unternehmen Nicabambu aus Nicaragua haben ein verblüffend einfaches steckbares System entwickelt, mit dem Bambusrohre rasch und sicher miteinander verbunden werden können. Dies ermöglicht nun den schnellen und günstigen Bau von zweckmässigen, vorgefertigten Bambushäusern. Ein Musterhaus, das in Panama erstellt wurde, veranschaulicht die Leistungsfähigkeit von Bambus als solides und ästhetisches Baumaterial.

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Nicabambu möchte Bambus als alternatives Baumaterial für die Bevölkerung von Ländern nutzbar machen, in denen ein dringender Bedarf an günstigen und stabilen Häusern besteht. Allein in Nicaragua fehlen der ärmsten Bevölkerungsschicht zurzeit fast eine Million Häuser die ein Leben in Würde und Sicherheit ermöglichen. Bambus, der schnell nachwächst und in fast allen Kontinenten der Welt in schier unerschöpflich Mengen vorhanden ist, könnte vermehrt als modernes, natürliches und umweltverträgliches Baumaterial genutzt werden. Nicabambu bietet innovative Baulösungen an – vor allem ihr neues, raffiniertes Knotenpunkt-Verbindungssystem. Zudem zeigt das Unternehmen, wie die vielfältigen Möglichkeiten dieses preisgünstigen und nachhaltigen Werkstoffes fachmännisch umgesetzt werden können.

Patentiertes Verbindungssystem

Eine der Schwierigkeiten beim Bauen mit Bambus liegt im stabilen – rund zu rund – Verbinden der einzelnen Bambusrohre. Denn die hervorragenden bautechnischen Eigenschaften von Bambus, zum Beispiel seine hohe Druck- und Zugfestigkeit, lassen sich nur nutzen, wenn statisch stabile Verbindungen hergestellt werden können. Nicabambu hat nun in den letzten vier Jahren eine Verbindungstechnik entwickelt und patentieren lassen, bei der die Bambusrohre leicht miteinander versteckt werden können – so einfach wie Lego-Steine. Kernstück des Systems ist der Knotenpunkt. Dort werden die Bambusrohre ohne Veränderung der Rohrstruktur – das heisst, ohne Einfräsungen Einschnitte und Spaltungen – und ohne Schrauben und Nägel mittels einer Zapfentechnik stabil miteinander verbunden. Der Verbindungspunkt garantiert auch bei extremer Belastung eine hohe Stabilität und sorgt für eine ideale Lastübertragung, da die Kräfte
optimal abgeleitet werden.

Daraus ergeben sich die folgenden Vorteile, die vor allem bei Bauten, die auf günstige Art und Weise realisiert werden müssen, zum Tragen kommen:

• Das System lässt sich einfach planen und günstig umsetzen

• Die normierten Bauteile erlauben ein rasches und sicheres Berechnen der Statik

• Modulare Bauweise – das Haus wächst mit der Familie mit

• Kurze Bauzeit dank einem hohen Vorfertigungsgrad

• Das geringe Gewicht des Bambus erleichtert die Montage

• Erdbebensichere Bauweise – das Haus «tanzt», stürzt aber nicht ein

• Nutzung einer natürlichen Ressource

• Ökologisch nachhaltige Bauweise mit einem guten, gesunden Raumklima

Serienmässiger Bau heute möglich

Nicabambu hat in Zusammenarbeit mit der Universidad Technológica de Panama (UTP) ein Musterhaus mit dem neuen Verbindungssystem gebaut. Das weltweit erste Haus dieser Art ist im Frühling 2013 nach einer Bauzeit von zehn Monaten fertig erstellt worden. Dabei wurde der Technik der letzte Schliff gegeben und ihre Einsatzfähigkeit für tropische Regionen optimiert. So steht dem serienmässigen Bau von Bambushäusern nun nichts mehr im Weg.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Die Verbindungstechnik von Nicabambu eignet sich bestens zum Vorfabrizieren von Bambushäusern. Die Baukosten eines solchen Hauses liegen weit unter denen für ein konventionelles Haus aus Mauersteinen, Eisenträgern oder Holz. Die Häuser können fast zu 100% aus Bambus gebaut werden, nur das Fundament und die Dachbedeckung bestehen aus anderen Materialien. Zudem braucht es keine Nägel und Schrauben, die wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in dieser Region sowieso schnell rosten.

Das 30 m² grosse Musterhaus verfügt über alles, was es zum Leben für zwei bis drei Personen als Wohnraum braucht: ein Wohnzimmer mit Kochnische, ein Schlafzimmer, Dusche/WC und eine Terrasse. Bei seiner Konzeption wurde ein spezielles Augenmerk auf die tropischen Klimabedingungen vor Ort gelegt. So verfügt es über ein einfaches, aber effizientes Belüftungssystem zur Wärmeabführung und einen isolierenden Reisschalen-Aussenverputz für ein angenehmes Rauminnenklima – ohne Klimaanlage! Zudem handelt es sich bei den Reisschalen um ein wiederverwertetes Restprodukt. Im Übrigen ist das Haus nicht nur CO2-neutral, sondern leistet auch einen Beitrag an den Klimaschutz. Denn wenn zum Bauen vermehrt Bambus eingesetzt würde, müsste weniger Holz aus dem Regenwald, das viel weniger schnell nachwächst, geschlagen werden. Darüber hinaus ist es für ärmere Volkswirtschaften sinnvoll, auf eigene, günstige Rohstoffe zurückzugreifen, als teure Baumaterialien importieren zu müssen.

Kontakt
Nicabambu
Heinz Loosli
Apartado 0229-00120
Penonomé
Provincia de Coclé
República de Panamá

Info@Nicabambu.com
Schweiz: Telefon +41 77 430 54 97
www.Nicabambu.com

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