Venezuela: Strenge Preiskontrollen zu Weihnachten angekündigt

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Staatlich angeordnete Euphorie von "Nikolaus" Maduro (Foto: Handout Internet)
Datum: 31. Oktober 2014
Uhrzeit: 12:00 Uhr
Leserecho: 20 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das südamerikanische Land Venezuela funktioniert unter Chávez-Nachfolger Maduro noch schlechter als zuvor. In der Hochburg des Magischen Surrealismus wird es allerdings nie langweilig, skurrile Entscheidungen eines regierenden Ex-Busfahrers sorgen für allerlei Kurzweil. Per Dekret wurde das Fest der Geburt Jesu Christi bereits im Vorjahr auf den 1. November vorverlegt, da an diesem Tag die oberste soziale Glückseligkeit des venezolanischen Volkes begonnen hatte. Grund für die staatlich angeordnete Euphorie war „Nikolaus“ Maduro, der unter dem Vorwurf der Preisspekulation Geschäfte und Elektronikketten besetzen und den Verkauf der Güter zu einem „gerechten Preis“ anordnete. An der Spitze von über 27.000 Inspektoren und 500 Offizieren will er diesem Jahr für „faire Preise“ sorgen.

„Lasst uns in alle Einkaufszentren gehen – in denen die Leute ihre Spielzeuge, Ferienartikel, Haushaltsgeräte, Schuhe und Textilien kaufen – und dem Wucher und Spekulationen zur Weihnachtszeit Einhalt gebieten. Wer gegen die festgesetzten Preise verstößt, wird mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft“ (Geldstrafen bis zu 63.500 Bolivar, Schließung oder vorübergehende Besetzung des Geschäftes für 180 Tage, Verfall und Widerruf von Genehmigungen und Lizenzen). Die Aktion aus dem Vorjahr wird von der Handelskammer Caracas als „voller Erfolg“ bezeichnet. Hamsterkäufe und Plünderungen waren die Folgen, 80.000 Geschäfte mussten landesweit temporär ihre Pforten schließen. Maduro wollte auch der Inflation, die zu diesem Zeitpunkt bei etwa 50% lag, Einhalt gebieten. Ein Jahr später liegt die allgemeine Erhöhung der Güterpreise bei rund 65%.

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  1. 1
    Wolfgang

    Dann sollte INDEPABIS mal beim Sigo Home Market in der CostAzul vorbeischauen… 55er TV 176.000 BsF. Muy caro!

    • 1.1
      Caramba

      Naja, was ist das denn für ein Modell? Das sind real umgerechnet 1460.- ca, € , was z.B. fast genau der dtsche Preis für den Samsung curved 3D TV 55´ist. Ist es dagegen ein billig-Chino von vor 3 Jahren…usw.
      Teuer is relativ….

      • 1.1.1
        Wolfgang

        Samsung SmartTV vom letzten Jahr. Nix curved, nix 3D.
        ein stinknormaler 32er von Toshiba kostet auch schon 34.000.

      • 1.1.2
        Martin Bauer

        34.000 BsF sind 265 €.

    • 1.2
      Caramba

      Der kostet hier ca 700-900.- …..aber hey, Saturn oder Mediamarktpreise gabs in Vzla noch nie.
      Ausserdem regeln Angebot und Nachfrage den Preis, irgendwie….scheint also noch Leute zu geben, die diese Preise bezahlen (können). Militärs vielleicht, die Lohnerhöhung verprassen?

  2. 2
    Venezuela

    das wird wie im letzten Jahr wieder voll nach hinten los gehen

  3. 3
    Inge Alba

    Hat eigentlich schon jemand ein Kopfgeld auf Maduros Dickschädel ausgesetzt?

    • 3.1
      Caramba

      Wir könnten ja zusammenlegen……lol
      Wie teuer kann die Rübe schon sein?

  4. 4
    pandora

    wird kommen wie im letzten jahr .. mit dem resultat: leer-gepluenderte geschaefte

    • 4.1
      Martin Bauer

      Welche Geschäfte…? Die sind doch längst leer oder geschlossen!

      • 4.1.1
        pandora

        mal abgesehen von den grossen markengeschaeften haben – zumindest auf der insel – die wenigsten geschlossen … sie alle verfuegen noch ueber ware , wenn auch nur ueber ein viertel im vergleich zum letzten jahr … und genau dieses letzte viertel wird es sein , was man ( die regierung ) jetzt „verschleudern“ wird … zum „wohle des volkes“ natuerlich … und letzteres wird – wie versprochen – „gluecklich“ sein … genau so gluecklich wie gestern , nach dem ergattern von maismehl und genau so gluecklich wie heute , nach dem erhalt von klopapier und waschpulver

      • 4.1.2
        Martin Bauer

        Die grossen Geschäfte für Markenartikel meinte ich natürlich. Man schenkt sich ja zu Weihnachten kaum eine Tüte Maismehl. Das kommt vielleicht noch… Doch Elektro- und Elektronik Artikel gibt es kaum noch zu kaufen. Ansprechende Kleidung auch nicht. Ein befreundeter Inhaber mehrerer Modegeschäfte konnte seit Jahren keine Ware einkaufen. Er hält seine Länden nur offen, in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Selbst die iStores haben nur noch Kabel und Schutzhüllen für Produkte anzubieten, die in Venezuela schon längst nicht mehr zu haben sind.

  5. 5
    paulo

    warum schreibt ihr noch immer?????

    dit ventrottel waehlen dieselbe band immer wieder………………………………………… und wenn sie nicht gestorbensind……………………….

  6. 6
    Der Bettler

    …weil in den letzten 15 Jahren und auch die nächsten 15 Jahre diese Ventrottel diese Band wählten und wählen werden. Darum immer wieder,verstanden ?

    • 6.1
      Martin Bauer

      Hört doch auf, zu behaupten, die roten Verbrecher hätte jemand gewält. In 1998 war das so, ja. Aber danach nie mehr wieder. Alle Wahlen danach waren massiver Betrug.

  7. 7
    Der Bettler

    Martin,ich weiß das,Paulo anscheinend nicht !! Bin seit 1995 in Venezuela,und weiß was bei den Wahlen abgelaufen ist.Ehrlich gesagt,weiß ich gar nicht mehr was die Venezolanos überhaupt wollen.

  8. 8
    Caramba

    Um zu verstehen, was die Venezolanos „wollen“, glaube ich, müssen wir von unserem europäischen Hintergrund wegtreten und ihren geschichtlichen Hintergrund sehen.
    Speziell im Zusammenhang mit dem spanischen Alltagsleben zu der Zeit der Kolonialisierung – da liegen die Wurzeln der derzeitigen korrupten Vetternwirtschaft. Auch ein Blick auf die Unterschiede zu den ehemals englischen und französischen Kolonien ist aufschlussreich……
    Dann scheint plötzlich – mir zumindest – ganz logisch, warum Sozialismus eine derart grosse Verführungskraft in Lateinamerika hat, und warum er zwangsweise so spektakulär scheitern muss.
    @Bettler 15 Jahre werden wohl nicht reichen…..fürchte ich.

    • 8.1
      Martin Bauer

      Eigenartig! Vor 10 Minuten habe ich genau über das Gleiche nachgedacht, über den Vergleich mit den Kolonien und kam zu der gleichen Schlussfolgerung. Nun lese ich es hier…!
      Den „Schuldigen“ in Lateinamerika muss man das Klima „strafmildernd“ anrechnen. Gerade in den USA ist der Kontrast zwischen Norden und Süden krass. Hätten sich als Ergebnis des Bürgerkriegs die Südstaaten dauerhaft unabhängig gemacht, So wären sie heute wohl Lateinamerika ähnlicher, als dem Norden. Denn sie Sklaverei hätten sie in jedem Fall aufgeben müssen, und ohne diese, produziert man dort nicht viel, weder früher noch heute.

  9. 9
    Barbara

    Egal wo die Hintergründe liegen, es gab keine demokratischen Wahlen und es wird sie unter diesen Umständen auch nicht geben. Zu Weihnachten wird es leere Läden oder eben eine Tüte Maismehl geben, ausser man gehört zur Brigade. Wir können nur hoffen, dass bis dahin der Oelpreis so in den Keller rutscht und der Stuhl von Senor Maduro ins Wanken gerät. Wobei ich mir nicht so sicher bin, ob wirklich jemand da ist, der ihn wegzieht!

    • 9.1
      Martin Bauer

      Das Schlimme ist, wenn jemand Maduro beseitigt, wird auch nichts besser. Der Typ ist völlig bedeutungslos, was in der PSUV wohl so ziemlich jeder weiss, ausser ihm selbst. Wenn man den wegpustet, wird von Havanna eine andere Null auf den Stuhl in Miraflores gesetzt. Es ist das System, das weg muss, keine Individuen.

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