Sanktionen der USA sind der Anfang von einem Konflikt mit Venezuela

madburo

Nicolás Maduro wird immer mehr zur Witzfigur (Foto: minci.gob.ve)
Datum: 14. Dezember 2014
Uhrzeit: 08:18 Uhr
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Redaktion
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Wegen Verletzung der Menschenrechte hat der US-Kongress vor wenigen Tagen Sanktionen gegen Vertreter Venezuelas beschlossen. Dabei geht es um das Einfrieren von Vermögen und um Visaentzug. Wann Präsident Barack Obama das Gesetz unterzeichnen wird ist nicht bekannt, der Kongress drängt jedoch zur Eile. Während einer Zeremonie in „Cuartel de la Montaña“ (hier werden die sterblichen Überreste von Chávez aufbewahrt) teilte Venezuelas Präsident Nicolas Maduro am Samstag (13.) mit, dass die möglichen US-Sanktionen gegen Beamte seiner Regierung der Anfang eines Konflikts gegen das Land seien. Nach seinen Worten gibt es in der US-Botschaft in Caracas Pläne, den hauptsächlich von Venezuela finanzierten Propagandasender „Telesur“, das Verteidigungsministerium und „wer weiß, vielleicht auch den Palacio de Miraflores zu zerstören“. Beweise für seine abstrusen Anschuldigungen blieb Maduro wie gewohnt schuldig.

Venezuelas regierender Ex-Busfahrer steht mit dem Rücken zur Wand. Während seiner Regierungszeit (Präsidentschaftswahl am 14. April 2013) hat er eindrücklich bewiesen, dass er mit der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes hoffnungslos überfordert ist. Das erdölreichste Land der Welt leidet unter einer Inflationsrate von weit über 60%, einer horrenden Kriminalität und einem permanenten Mangel an Grundnahrungsmitteln. In den letzten Monaten hat Maduro mehr Verschwörungstheorien und Attentatspläne gegen seine Person unter das Volk gestreut, wie Chávez während seiner ganzen Präsidentschaft. Der verstorbene bolivarische Führer hatte allerdings einen starken Rückhalt bei der Bevölkerung, Maduros Popularitätswerte betragen nicht einmal 25%.

Wie gewohnt machte der Despot während seiner Rede „andere“ für die aktuelle Situation im von der Pleite bedrohten Staat verantwortlich. Er kritisierte die Weltbank und andere internationale Organisationen dafür, dass sie Venezuela vor einem Zahlungsausfall sehen (bis Ende 2016 muss das Land ausländische Anleihen bedienen, die in Höhe von 100% der aktuellen Währungsreserven liegen). Darüber hinaus lehnte er die Veröffentlichung einer Hongkonger Zeitung ab. In dieser wurde behauptet, dass die Regierung die Insel Blanquilla an China veräußert hätte. „Sie suchen den Angriff von allen Seiten“, beklagte sich der Linkspopulist. Maduro erwähnte allerdings nicht, dass die Währungsreserven schon vor dem Preisverfall des Öls in den Keller rauschten. Statistiken der Zentralbank belegen, dass die Reserven in den letzten sechs Monaten um 30% sanken. Der Kapitalflucht in Höhe von mehreren Milliarden von US-Dollar ist das Ergebnis einer verfehlten sozialistischen Politik und belegen das Scheitern des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“.

Den USA warf er vor, hinter einer Finanzblockade gegen das Land zu stecken. „Diese imperialistischen Schwachköpfe. Dies ist eine indirekte finanzielle Blockade und dahinter steckt die Wirtschaftskraft des US-Imperiums. Aber unser Land ist nicht allein und ich besiege alle Formen der Belästigung, Bedrohungen, Aggression oder Blockaden“.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Dieses Schwadronieren haben andere „sozialistische/kommunistische“ Führer auch von sich gegeben. Reiner Schwachsinn. Irgendwann ist deren Zeit beendet. Ich hoffe nur, dass das Ende dieser kriminellen Bande in Caracas im Laufe des nächsten Jahres Realität wird.
    Die Zeichen eines Moratoriums Venezuelas verstärken sich, die Deviseneinnahmen verringern sich, jetzt fehlt noch, dass die US amerikanischen Ölfirmen längere Zahlungsziele fordern. Theoretisch eine Möglichkeit, dann wäre der Kollaps der venezolanischen Ökonomie besiegelt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die USA an einem Zusammenbruch der Wirtschaft Venezuelas interessiert sind.

    • 1.1
      babunda

      usa wäre sehr wohl interessiert das alles in vene zusammen bricht und eine neue regierung an die macht kommt, ohne dieser roten idioten. auf das öl sind sie ja nicht mehr angewiesen, produzieren selber 4 mal mehr wie in vene.

      • 1.1.1
        VE-GE

        was haette die USA davon wenn Venezuela zusammenbricht ? Wie Sie selber sagen am Oel kann es nicht liegen den das haben die USA nun selber also warum soll die USA das wollen ???Bitte um Erklaerung, Danke

      • 1.1.2
        hombre

        damit wäre für die USA eine weitere Achse des Bösen, Vzla-Kuba, im Handstreich erledigt. Somit für Putin kein weiterer Raketen-Standort vor der eigenen Haustüre.

  2. 2
    hombre

    Putin wird nun sehr bedauern, das die Milliarden an Kriegsmaterial-Lieferungen an Vzla eigentlich nur unbrauchbarer rostiger Schrott ist, selbst mit einem geschmierten Lauf wird keine Rakete Richtung USA fliegen.
    Maduro, drück auf den Auslöser und du wärst Putins bester Freund… wenn auch nur für Sekunden :)))

    • 2.1
      babunda

      putin hat seinen alten kriegsschrott in vene entsorgt, bekommt aber kein geld dafür. der pleitegeier fliegt schon lange über den land, bei den starken preisverfall vom rohöl wird sich das auch nicht ändern.

  3. 3
    Herbert Merkelbach

    Sr. VE-GE: Man sollte nicht vergessen, dass Venezuela in den USA Eigentum besitzt, der von einem Kollaps der venezolanischen Wirtschaft betroffen würde. Aber grundsätzlich und meine Meinung, die USA sind nicht an einem Absturz jeglicher nationalen Ökonomie interessiert. Selbst die Sanktonen gegen die Russische Föderation lässt die russische Wirtschaft nicht kollabieren. Obama sagte nach der Übernahme der Krim zu Putin, dass ihn das sehr viel kosten würde. Was es auch tut. Aber einen Kollaps der russischen Ökonomie bedeutet dies nicht.

  4. 4
    Martin Bauer

    Ich bin gespannt, ob Obama irgendwann unterschreibt, oder ob das erst sein Nachfolger macht. Ist schon sonderbar, dass ausgerechtent er sich als der farbloseste Präsident seit Jahrzehnten entpuppt hat. Das hatten sich seine Wähler so bestimmt nicht vorgestellt,

    • 4.1
      Herbert Merkelbach

      Meine Information sagt, dass der Präsident der USA dieses Gesetz am Mittwoch, dem 17.12.14 unterschreiben wird. Ob er es unterschreibt, wir werden es erfahren.

      • 4.1.1
        Martin Bauer

        Na, dann macht das Weichei gegen Ende seiner Amtszeit vielleicht auch noch mal was richtig…

  5. 5
    Inge Alba

    ecetera, ecetra, armer Schlucker, sein Vokabular wird immer dürftiger, jammert über den „bloqueo finaciero“ der inmoral und vulgar ist. Aber da Vzla. ja nicht alleine da steht, was kümmert es ihn? Es ist ja kein bloqueo gegen das Land, es ist ein Blockieren der Unsummen ehemaliger Bolos – jetzt $, von Privatpersonen, die mal einst dem Land gehörten, müsste er als Sozialist für gut befinden, wo ist der Sozialismus hingekommen? Wer ist eigentlich die Dame links hinter ihm, die, die immer Vorklatscht? Ist dies ein neuer Beruf in Vzla.? Vorklatscher? Man sieht aber schon einige Rote mit ziemlich gelangweilten Gesichtern da sitzen, ich denke, er wird aus seinen eigenen Reihen den meisten Gegenwind bekommen, deshalb diese lächerliche Anmache gegen die USA, einer muss ja der Schuldige sein. Man kann diese Kommunisten als blöde ansehen, aber ich glaube, dass an seinem Stuhl schon kräftig gesägt wird, fragt sich nur was nach ihm kommt? Wird es besser werden? Bezweifle ich doch sehr, nur ein Wechsel, so wie immer, einer der noch brutaler regiert, da weniger aus dem Land zu holen ist, jetzt kommen dann die ganz Primitiven zum Zug.

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