Venezuela: Präsident Maduro enteignet Supermarktkette „Dia a Dia“

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Supermarktkette "Dia a Dia" fällt Verstaatlichungswahn zum Opfer (Foto: Twitter)
Datum: 06. Februar 2015
Uhrzeit: 23:53 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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Vor wenigen Tagen hat Venezuelas linkspopulistischer Staatschef Nicolas Maduro die Besetzung von Geschäften der Supermarktkette „Dia a Dia“ angeordnet. Zuvor wurden die Eigentümer einer Drogeriekette festgenommen. In einer Fernsehansprache beschuldigte er das Unternehmen Tag für Tag ein Teil des „Wirtschaftskrieges“ zu sein, welches seine Regierung angeblich destabilisieren will. In einer Fernsehansprache gab er am Freitag (6.) bekannt, dass die Kette ab sofort verstaatlicht wird.

„Ich habe angeordnet, dass diese Kette von privaten Supermärkten ab sofort in das Netz des staatlichen Verteilers Productora y Distribuidora Venezolana de Alimentos (PDVAL) eingegliedert wird“, so Maduro. PdVAL wurde 2008 von Chávez als Tochter des staatlichen Erdölkonzerns PdVSA gegründet um „die nationale Souveränität in der Lebensmittelversorgung angesichts der Sabotage der Privatwirtschaft zu garantieren“. PdVAL ist zuständig für die ganze Kette des Imports von Nahrungsmitteln, vom Einkauf im Ausland über den Transport bis zum subventionierten Verkauf in eigenen Geschäften in Venezuela.

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Wie gut dies funktioniert, ist an den leeren Regalen in den Supermärkten ersichtlich. Der von Korruption durchwaberte Verteiler ist nicht einmal in der Lage, Güter wie Kondome oder die Pille zu beschaffen. Dies führt dazu, dass auf der Ebay-ähnlichen Plattform „Mercado libre“ eine 36er-Box Kondome für 4.760 Bolívar angeboten wird. Der Mindestlohn liegt im erdölreichsten Land der Welt bei 5.634,47 Bolívares

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  1. 1
    Miguel

    Die Idioden haben keinen Plan in der Planwirtschaft.

  2. 2
    hugo

    der plan einer planwirtschaft besteht darin keinen plan zu haben. das ging in der ddr auch ein paar jahrzehnte gut, natürlich nur mit den geldern der west deutschen und der russen.

  3. 3
    Marvin Scott

    Zur ahnungslosen Dummheit kommt noch die totale Selbstüberschätzung der Regierung, dass sie alles besser kann, als die wirklichen Fachleute. Um diese mundtot zu machen, werden sie ins Gefängnis gesteckt. Wann hat dieser Alptraum ein Ende?

  4. 4
    Andreas Kahl

    Ich habe gehört, dass viele Menschen aus Kolumbien billig Lebensmittel aus Venezuela „abschleppen“. Ist natürlich auch nicht korrekt. War ja früher auch nicht anders, und die Wessis freuten sich, wenn sie in Ostberlin oder woanders ein Jägerschnitzel mit Sättigungsbeilage und Garnitur, dazu drei Pils, nur 2,50,- Ostmark zahlten. Ja, es ist nicht leicht, zu verstehen, dass es gut ist, wenn Menschen Lebensmittel nicht zu überteuerten Preisen bekommen können. Spricht dann natürlich gegen den Kapitalismus. Es dauert noch, bis es jemand versteht. Lebensmittel sind für alle da.

    Der aktuelle Preis für ein Brötchen in Deutschland: 0,30,-€ !!! Für ein Brötchen mit nichts darauf…Ist auch nicht der hit. Außerdem ist ja Weissmehl ungesund.

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