Ecuador: Satirische Website schließt nach Bedrohung durch die Regierung

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"Crudo Ecuador" wurde von Correa mehrfach kritisiert (Foto: Facebook)
Datum: 21. Februar 2015
Uhrzeit: 12:30 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Ecuadors Präsident Rafael Correa betreibt seit seinem Amtsantritt 2007 eine systematische Kampagne zur Dämonisierung von privaten Zeitungen und Rundfunksendern. Gleichzeitig diffamiert er im Stile seines Amtskollegen aus Venezuela private Nachrichtenmedien systematisch als Saboteure seiner „Bürgerrevolution“ – unter anderem treibt er sie mit Verleumdungsklagen in den Ruin. Das Mediengesetz von 2013 begünstigt Zensur, indem es ein Recht auf „verifizierte, ausgewogene, präzise und kontextualisierte“ Information über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse festschreibt. Mit einem Verbot „medialer Lynchjustiz“ erschwert das Gesetz zudem Berichte über Korruption oder Behördenversagen. Der Administrator einer satirischen Website hat nun auf den permanenten Druck und Schikanen durch die Regierung reagiert und den Betrieb eingestellt.

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„Crudo Ecuador“ wurde von Correa mehrfach kritisiert und soll nach Meinung des Staatsoberhauptes unter Berufung auf Humor und die Freiheit der Meinungsäußerung Lügen über ihn verbreitet haben. Gleichzeitig sollen die systematischen Kampagnen gegen die Regierung von der Opposition finanziert worden sein. Der Admin von „Crudo Ecuador“ teilte mit, dass er mehrfach einschüchternde Botschaften gegen ihn und seine Familie – einschließlich Morddrohungen – erhalten habe. Deshalb habe er sich entschieden, die Website zu schließen. Die Nichtregierungsorganisation „Fundamedios“ bestätigte, dass ihr „fundierte Angaben/Hinweise“ über eine Bedrohung gegen „Crudo Ecuador“ vorliegen.

„Herr Präsident, Sie können das Gefühl haben, siegreich zu sein. Sie haben gewonnen“ lautete die Botschaft von „Crudo Ecuador“ an Präsident Correa.

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  1. 1
    Caramba

    Tja, Sozialismus und Meinungsfreiheit scheinen sich in der Praxis auszuschliessen…….

  2. 2
    Herbert Merkelbach

    Beschämend für einen Menschen wie Correa.

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