“Mais Médicos” für Brasilien: Ärzte aus Kuba setzen sich ab

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Kubanische Mediziner nutzen ihren Aufenthalt in Brasilien zur Flucht (Foto: GoV)
Datum: 17. Februar 2016
Uhrzeit: 15:54 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das öffentliche Gesundheitssystem Brasiliens (Sistema Único de Saúde, SUS) ist ineffizient und schlecht. Nur wer es sich leisten kann, geht zum Arzt. Absurditäten wie neu errichtete Krankenhäuser ohne Betriebserlaubnis oder Anschaffungen teurer Medizintechnik ohne Mittel für Infrastruktur, Installation, Wartung und geschultes Personal sind keine Seltenheit, ein beträchtlicher Teil des Budgets wird zudem in die Taschen korrupter Politiker und Entscheidungsträger umgeleitet. Auffällig schlecht ausgebildete Ärzte und Pfleger arbeiten zum Teil unter desolaten Bedingungen, im größten Land Lateinamerikas kommen im Schnitt nur 1,8 Ärzte auf 1.000 Einwohner (etwa halb so viel wie in Deutschland).

Angesichts dieser Lage hat die brasilianische Regierung im Jahr 2014 damit begonnen, mehr als 10.000 kubanische Mediziner anzuwerben. Diese arbeiten vor allem in Slums der Großstädte und ländlichen Armutsregionen. Viele Mediziner von der Karibikinsel nutzen das Regierungsprogramm „Maís Médicos“ (Mehr Ärzte) allerdings zur Flucht in die Vereinigten Staaten. In Guaruja, einer Stadt an der Küste des brasilianischen Bundesstaates São Paulo, arbeiten derzeit noch 42 von einst 49 Ärzten aus Kuba. Nachdem bereits zwei Kubaner die Stadt im vergangenen Jahr in Richtung USA verlassen haben, folgten weitere fünf Mediziner ihren Kollegen nach.“Es sind jetzt schon sieben. Natürlich bedauern wir den Weggang, da die Ärzte mehr als ein Jahr hier arbeiteten und exzellente Arbeit verrichteten“, klagt Marco Antônio Chagas Conceição vom lokalen Gesundheitsministerium.

Nach Schätzungen der Vereinigung Solidarität ohne Grenzen “Solidaridad sin Frontera” (Miami) sind in den letzten zehn Jahren etwa 5.000 kubanische Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten, hauptsächlich nach Florida übergelaufen. Die Organisation erhält nach eigenen Angaben jede Woche sieben oder acht Anrufe von kubanischen Ärzten, die sich während ihres Einsatzes bei internationalen Missionen absetzen wollen. Demnach kommen mehr als 90% der Anrufe aus Venezuela, der Rest aus Nicaragua und Bolivien.

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  1. 1
    El Cacique

    Wie schafft Ihr das eigentlich, täglich so viele Nachrichten zu veröffentlichen“? Amerika21, propagandistischer Amateur-Links-Blog, verwendet für seine drei Artikelchen nach eigenen Angaben „zehn Arbeitsstunden pro Tag, sieben Tage die Woche, zwölf Monate im Jahr.

    Habt Ihr eine andere Uhr??????????????????????????????

    • 1.1
      Frans

      Nee, nur andere Methoden: Artikel anderer Internetseiten aller Länder übersetzen in deutsch, Dann hier veröffentlichen und zum Teil mit eihenen Texreb vershern. Dann kann man auch, wie hier, in Deutschland sotzen. Noch Fragen?.

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